In eigener Sache:

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus' führt die Deutsche Afrika Stiftung bis auf weiteres keine Veranstaltungen mit Publikum durch. Sobald die Gefährdungslage es zulässt, werden wir Sie über das weitere Programm des laufenden Jahres informieren.

 

Unten finden Sie

  • Links zu Webseiten, die aktuell und verlässlich über Ausbreitung und Bekämpfung des Virus' auf dem afrikanischen Kontinent berichten sowie
  • einen Pressespiegel, der die Einschätzung der Pandemie in der veröffentlichten Meinung für Sie zusammenfasst.

 

Covid-19 in Afrika

Covid-19

 

„We can defeat this invisible and vicious adversary — but only with global leadership. Without that, Africa may suffer the worst, yet it will not be the last. We are all in this together, and we must work together to the end“

(Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed am 25. März in der Financial Times).

 

1.    Einen verlässlichen Überblick über die aktuellen Fallzahlen von Covid-19-Infizierten auf dem afrikanischen Kontinent bieten folgende Seiten:

 

2.    Hintergrundinformationen zum Umgang der afrikanischen Staaten mit dem Coronavirus finden Sie hier:

3.    Covid-19 im Faktencheck:

Falschinformationen zum Thema Covid-19 haben in den vergangenen Wochen stark zugenommen. Faktencheckseiten wie Africa Check klären über echte Fakten und Fakenews rund um das Coronavirus auf:

 

4.    Covid-19 in Afrika – im Spiegel der Presse, Stand: 1. April 2020

Hatte die TAZ vor zwei Wochen Afrika im Umgang mit dem Coronavirus noch „vorne“ gesehen, weil seine Regierungen schneller auf die Gefahr reagiert hätten als die Europäer (TAZ vom 16.3.), so betont die jüngste Presseberichterstattung aus Afrika vor allem die Gefahren einer schnellen Ausbreitung des Virus‘ auf dem afrikanischen Kontinent.

 

Soziale Distanz – ein Luxusgut

Social distancing, so eine Reihe von Kommentatoren und Äthiopiens Nobelpreisträger Abiy Ahmed (FT vom 25.3.) einhellig, entspreche weder dem in Afrika üblichen Leben in einer Großfamilie, noch sei es den in sehr beengten Verhältnissen in afrikanischen Megacities lebenden Menschen überhaupt möglich, physisch auf Distanz zu gehen.

 

Soziale Spaltung durch Covid-19 verschärft

In Kapstadt sei „social distancing“, so berichtet Claudia Bröll, ohnehin nur den Reichen möglich, die nicht auf den öffentlichen Transport in Kleinbussen angewiesen seien und in privilegierten Wohnviertel lebten. Covid-19 werde insofern die Spaltung der südafrikanischen Gesellschaft in Arm und Reich weiter verschärfen. Ähnlich sieht es Fritz Schaap (Der Spiegel, 22.3.) der vor allem Townships wie Khayelitsha ein „Desaster“ vorhersagt. Simone Schlindwein hingegen berichtet für die TAZ (28./29.3.) die Krankheit treffe in der Demokratischen Republik Kongo bisher vor allem die privilegierte Oberschicht, die sich im Zuge von Auslandsaufenthalten in Europa angesteckt habe. So sei u.a. der Berater des kongolesischen Präsidenten und Menschenrechtler Jean-Joseph Mukendi an den Folgen des Virus‘ gestorben. Der unter Afrikas Reichen übliche Gesundheitstourismus nach Europa oder in die Golfstaaten falle angesichts der Einstellung des Flugverkehrs aktuell aber weg. 

 

Trügerische Hoffnungen

Die ernstgemeinte Hoffnung darauf, das Virus werde im tropischen Klima Afrikas nicht überleben, so Dominic Johnson in der TAZ (16.3.) habe sich ebenso wenig erfüllt wie die scherzhafte Annahme, ein aus China stammendes „Produkt“ wie der Coronavirus werde mangels Qualität nicht lange durchhalten. Auch dass die Bevölkerungen Afrikas deutlich jünger seien als die Europas, Asiens und Nordamerikas, könne nicht beruhigen, so der Tenor vieler Berichterstatter. Die wenig leistungsfähigen und in vielen afrikanischen Ländern unterfinanzierten Gesundheitssysteme dürften einer Pandemie europäischer Ausmaße kaum gewachsen sein. Das schlechte Niveau der Gesundheitssysteme sei u.a. den Vorgaben des IWF zu verdanken. Die vergleichsweise hohe Verbreitung von HIV und Tuberkulose in Afrika mache die Bevölkerung besonders anfällig für die neue Gefahr.

 

Wirtschaftliche Folgen absehbar desaströs

Auch die wirtschaftlichen Folgen der Krise seien dramatisch: Die Preise von Rohöl und bspw. Kupfer verfielen, Touristen blieben aus, die afrikanische Diaspora leide bereits empfindlich unter der Krise und werde ihre Überweisungen an die afrikanischen Verwandten auf dem Kontinent reduzieren, so u.a. der Präsident der African Export-Import Bank, Prof. Benedict Oramah. Für Hilfspakete, wie sie etwa Deutschland geschnürt habe, fehle in Afrika zudem das Geld. Vor allem Tagelöhner seien direkt von den jetzt vielfach verfügten Ausgangssperren betroffen und könnten auf keinerlei soziales Netz hoffen, berichtet Ilona Eveleens für die TAZ aus Kenia (23.3.). Der ländlichen Bevölkerung gehe es insofern besser als der städtischen, auch wenn auch die von der Landwirtschaft lebende Bevölkerung auf die Nutzung von Wetterzyklen angewiesen sei, so Abiy Achmed in der FT. Jede Unterbrechung dieser Zyklen, wie sie angesichts von Corona drohe, habe potentiell desaströse Folgen für die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln.

 

Rollentausch

Allerdings habe die Krise die sonst üblichen Narrative in ihr Gegenteil verkehrt: Nun sei es nicht Afrika, sondern Europa und Asien, die zum Krisenherd, ja zur Gefahr geworden seien. Viele Länder Afrikas stellten den Flugverkehr aus Europa ein, verlangten gesundheitliche Atteste oder stellten einreisende Europäer unter Quarantäne – so sei es bisher vor allem Afrikanern bei der Einreise nach Europa gegangen. Jetzt „dreht sich der Spieß um“, so Dominic Johnson in der TAZ. Auch Shiferaw und Mucchi (22.3.) weisen auf diesen Rollentausch hin, den die Afrikaner sehr bewusst wahrnähmen. Europäische Pässe hätten ihren privilegierten Status verloren. Die Selbstverständlichkeit, mit der Europäer reisten, sei dahin. Der Coronavirus werde in Südafrika als „Krankheit der Weißen“ wahrgenommen, berichtet Bernd Dörries aus Kapstadt. Aus Kamerun wird gar von rassistischen Übergriffen gegen Weiße berichtet, denen angelastet wird, das Virus eingeschleppt zu haben. Die deutsche Botschaft warne deutsche Staatsbürger daher davor, das Haus zu verlassen.

 

Und zwei Aufrufe zur Zusammenarbeit

Gegen solche Exzesse, aber auch gegen nationale Alleingänge und eine Politik der Abschottung haben sich mit Ellen Johnson Sirleaf und Abiy Ahmed Afrikas jüngste Nobelpreisträger zu Wort gemeldet: Die Welt müsse jetzt zusammenstehen, Informationen austauschen und gemeinsam handeln, so Sirleaf Johnson, die auf die Erfolge ihres Landes im Kampf gegen Ebola verweist. Und Abiy Achmed plädiert in der FT (25.3.) eindringlich für den gemeinschaftlichen Kampf gegen das Virus. So habe etwa Äthiopien in den vergangenen zwei Jahrzehnten durchaus Fortschritte beim Aufbau seines Gesundheitswesens gemacht. Auf eine Gefahr wie Covid-19 sei man allerdings nicht vorbereitet. Die aktuellen Strategien gegen Covid-19 seien von einem grundsätzlichen Fehler geprägt, insofern sie vor allem den jeweiligen Nationalstaat als Bezugsrahmen begriffen. Das Virus aber kenne keine Grenzen. Covid-19 müsse daher auch in Afrika besiegt werden; sonst werde die Krankheit zurückkehren und uns weiter verfolgen („If Covid-19 is not beaten in Africa i will return to haunt us all“).

 

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