KW 5: Angespannte Erwartungen

Pressespiegel vom 24.01. - 31.01.


Ungewissheit über wirtschaftliche Beziehungen in Ostafrika
Am Mittwoch gab der Generalsekretär der East African Community (EAC) bekannt, der Fahrplan zur Etablierung einer einheitlichen Währung bis zum Jahre 2024 sei weiterhin im Soll. Bis Juni dieses Jahres sollen zudem der EAC Investment Helpdesk und eine Online-Verkaufsplattform eingerichtet werden, um die wirtschaftliche Integration der Region voranzubringen. Angesichts der jüngsten Uneinigkeiten zwischen den verschiedenen Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft klingen die Pläne ambitioniert. So wurde der für November 2019 anberaumte Gipfel der Regierungschefs kurzfristig verschoben und öffnete Raum für Spekulationen über tiefgehende Differenzen zwischen den ostafrikanischen Ländern. Ob der Gipfel nun wie geplant Ende Februar stattfinden wird, gilt unter Beobachtern als unsicher. Seit dem Jahreswechsel sorgt zudem ein Handelsstreit zwischen Kenia und Uganda für neue Unruhe in der EAC. Kenia wirft Uganda vor, billig importiertes Milchpulver aus Österreich als ugandische Milch auszugeben, um die Ursprungsregelung zu umgehen und hat daher Milchimporte aus Uganda mit einer 16%igen Mehrwertsteuer belegt sowie vereinzelte Milchprodukte an der Grenze beschlagnahmt. Uganda begründet die niedrigen Preise derweil mit einer Steigerung der Milchproduktion und günstigeren Erzeugerpreisen und droht seinerseits mit Importzöllen auf Saft- und Bauprodukte des Nachbarlandes. Auch in Kenia sorgt das Vorgehen der eigenen Regierung für Kritik und wird auf die wirtschaftlichen Interessen von Präsident Uhuru Kenyatta zurückgeführt, dessen Familienunternehmen Brookside den kenianischen Milchmarkt dominiert. Für die EAC ist der Konflikt zwischen Uganda und Ruanda ein weiterer Schlag für die Freihandelsbemühungen in der Region.

Urteilsverkündung zur Wahlanfechtungsklage in Malawi erwartet
Das Verfassungsgericht in Malawi hat angekündigt, das Urteil zur Klage gegen die Präsidentschaftswahl am kommenden Montag zu verkünden. Bereits vor über einem halben Jahr war das südostafrikanische Land im Mai 2019 an die Wahlurne getreten. Bei der Wahl hatte sich Amtsinhaber Peter Mutharika von der Democratic Progressive Party mit 38,5 Prozent der Wähler und 159.000 Stimmen Vorsprung auf seinen engsten Verfolger durchgesetzt und somit eine zweite Amtszeit gesichert. In der Folge kam es landesweit zu massiven, teils gewaltsamen Demonstrationen. Die unterlegenen Kandidaten Lazarus Chakwera (Malawi Congress Party) und Saulos Chilima (United Transformation Movement) klagten gegen das Wahlergebnis und forderten eine Annulierung. Dies ist die erste Anfechtung eines Wahlergebnisses in dem seit 1964 unabhängigen Land. Für das nun anstehende Urteil hat das Gericht zwischen August und Dezember zahlreiche Zeugen angehört und Beweismaterial gesichtet. Die Verhandlungen wurden live im Radio übertragen und erregten große Aufmerksamkeit. Überschattet wurde der Prozess von Versuchen die zuständigen Richter zu bestechen. In Folge des nun anstehenden Urteils werden wieder Proteste erwartet. Angesichts möglicher gewaltsamer Auseinandersetzungen haben bereits jetzt zahlreiche Schulen geschlossen, Busunternehmen kündigten eine Schließung für den Tag der Urteilsverkündung an. Die Regierung hat derweil zur Ruhe aufgerufen und bekräftigte, die Sicherheit der Bürger und ihres Eigentums zu garantieren.

Und sonst?
Als erster Designer aus Subsahara-Afrika hat der Kameruner Imane Ayissi seine Mode auf der Pariser Haute Couture-Woche präsentiert. In den Jahren zuvor war er mehrmals abgelehnt worden. In seinen Kollektionen mischt Ayissi europäische Stile mit afrikanischen Einflüssen. Seine zu den Klängen afrikanischer Musik präsentierten Kleider und Roben bestehen aus verschiedenen afrikanischen Stoffen, darunter Faso Dan Fani, ein spezieller Baumwollstoff aus Burkina Faso oder Kente aus Ghana. Mit seiner Mode möchte Ayissi somit auch die Vielfalt des afrikanischen Kontinents darstellen.

Weitere erfreuliche Nachrichten aus der Kunstszene:
Wir gratulieren der beninischen Sängerin Angélique Kidjo zu ihrer vierten Grammy-Auszeichnung in der Kategorie "Best World Music Album".

 

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