KW 22: In Bewegung 

Pressespiegel vom 27.05. - 02.06.2017

 

Marokko: Nun doch ein marokkanischer Frühling?

 

In der Hauptstadt der Rif-Region al-Hoceima im Norden Marokkos haben sich die Proteste ausgeweitet, die bereits seit Monaten unterschwellig präsent gewesen sind. Die vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit sowie unerfüllte Versprechen, die die Regierung zur Besänftigung des sogenannten Arabischen Frühlings 2011 und 2012 gemacht hatte, gelten als Hauptauslöser der Demonstrationen. Anführer verschiedener beteiligter Bewegungen, wie der Volksbewegung "Hirat al-Schaabi", wurden festgenommen, woraufhin sich die Proteste auch landesweit ausbreiteten. Inzwischen versammeln sich auch überwiegend junge Menschen in Rabat und Casablanca. Für den Marokkanischen König und die Regierung ist die Situation heikel. Unternehmen sie nichts, könnten sich die Proteste ausweiten, während ein weiteres entschiedenes Vorgehen zu noch mehr Eskalation und Gewalt führen könnte.

 

Südafrika: Präsident Zuma sitzt Krise weiter aus

 

Die Medien waren sich diesmal ganz sicher, dass der südafrikanische Präsident Jacob Zuma das nächste Treffen des obersten Führungsgremiums der Regierungspartei ANC nicht überstehen wird, doch auch dieses Mal wurde keine Abstimmung über einen angestrebten Misstrauensantrag aus seiner eigenen Partei durchgeführt. Die Gewerkschaften, die Kirchen und immer mehr Mitglieder der eigenen Partei wenden sich von Zuma ab. Nur das Führungsgremium steht weiter hinter ihm. Korruption in fast 800 Fällen ist ihm bereits anhängig. Auch die von der Sunday Times veröffentlichten E-Mails als Nachweise dafür, wie weit die Verbindung zwischen Zuma und der Unternehmer-Familie Gupta geht - immerhin bis zur Mitentscheidung über die Besetzung von Kabinettsposten - konnten dem Präsidenten bisher nicht schaden. Es wurde die Veröffentlichung von 100.000 - 200.000 weiteren Mails angekündigt, die unter dem Hashtag #GuptaLeaks kursieren. Doch diese Mails belegen auch, dass Zuma bereits sein Exil in Dubai plant, er wolle die Vereinigten Arabischen Emirate zu seiner zweiten Heimat machen, da er dort außerordentlich zuvorkommend behandelt worden sei.

 

Und sonst?

 

Der erste Bahnabschnitt eines der ambitioniertesten Bauprojekte Kenias ist am vergangenen Mittwoch eröffnet worden. Zwischen der Hauptstadt Nairobi und der Hafenstadt Mombasa liegt nun die neue 472 Kilometer lange Bahntrasse. Sie löst die vor über 100 Jahren gebauten Gleise ab und schafft damit eine Verkürzung der Fahrtzeit von ganzen 12 auf lediglich vier Stunden. Finanziert wurde die Strecke von China als Teil der sogenannten «One Belt, One Road»-Initiative. Planungen sehen vor, dass die Bahnverbindung in den kommenden Jahren in die Nachbarländer Uganda, Südsudan und Äthiopien ausgebaut wird.

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