KW 14: Zwischen Neustart und Rückschritt

Pressespiegel vom 31.03. - 07.04.2017

 

 

Neustart für Gambia? Präsident Barrow hofft auf Mehrheit nach Parlamentswahlen

Diesen Donnerstag fanden in Gambia die ersten Parlamentswahlen seit dem Rücktritt des ehemaligen Präsidenten Yahya Jammeh statt. Zuvor hatte Jammeh, der das westafrikanische Land über 22 Jahre lang regiert hat, die Wahlergebnisse der Präsidentschaftswahl im Dezember 2016 nicht anerkannt. Unerwartet hatte sich damals der oppositionelle Unternehmer Adama Barrow gegen den Langzeit-Präsidenten durchsetzen können. Aufgrund von massivem nationalem und internationalem Druck erklärte Jammeh im Januar diesen Jahres schließlich seinen Rücktritt, seitdem bekleidet Adama Barrow das Präsidentenamt. Nun wurden in 53 Wahlkreisen neue Parlamentsabgeordnete gewählt. Präsident Barrow benötigt eine Mehrheit in der Nationalversammlung, um seine geplanten Reformen im Sicherheits- und Wirtschaftsbereich umzusetzen. Das erscheint durchaus fraglich, da die Parteien, die Barrow noch bei der Präsidentschaftswahl unterstützt hatten, sich inzwischen von ihm abgewendet haben.

 

Uganda: Bidi Bidi löst Dadaab als weltgrößtes Flüchtlingscamp ab

Das Bidi Bidi Flüchtlingscamp im Norden Ugandas hat Dadaab in Kenia als größtes Flüchtlingslager der Welt abgelöst. Aufgrund des anhaltenden Bürgerkrieges und der Hungersnot im Nachbarland Südsudan, flüchteten in diesem März täglich durchschnittlich 2.800 Südsudanesen in das Nachbarland. Zwar gilt Ugandas Flüchtlingspolitik im afrikanischen Maßstab als ziemlich liberal - allerdings nimmt die Belastung durch die Flüchtlinge drastisch zu. Zum einen mangelt es an Personal zur Betreuung der Flüchtlinge, zum anderen werden Lebensmittel, Trinkwasser und Medikamente knapp. Ugandas Regierung appellierte an die internationale Gemeinschaft, die zugesagte Summe von 781 Mio. USD zur Unterstützung der Flüchtlingskrise zeitnah zur Verfügung zu stellen. Bisher wurden nur acht Prozent der versprochenen Hilfen ausgezahlt.  Die aktuelle US-Regierung überlegt indes, ihren Beitrag zu den bereits zugesagten UN-Mitteln drastisch zu verringern. Im letzten Jahr stellten die USA noch 86 Mio. USD für die ugandischen Flüchtlingscamps zur Verfügung.

 

Und sonst?

Somalia: Sind die Piraten zurück? Nachdem es im Jahr 2016 keinen größeren Piraterie Zwischenfall mehr vor dem Horn von Afrika gegeben hat, kam es am vergangenen Samstag wieder zu einer Entführung eines indischen Frachtschiffs. Bereits im März dieses Jahres hatten somalische Piraten einen indischen Öltanker auf dem Weg von Dschibuti in die somalische Hauptstadt Mogadischu entführt, diesen letztlich aber ohne die erhoffte Lösegeldzahlung wieder freigegeben. Noch im Jahr 2011 gab es allein 237 Angriffe auf den Schiffsverkehr vor der Küste Somalias mit einem geschätzten Schaden von 8 Mrd. USD. Die Rückkehr von Piraterie am Horn von Afrika hängt nach Einschätzung von Experten auch mit der aktuellen Dürre in Ostafrika zusammen, von der Somalia besonders stark betroffen ist.

 

Veranstaltungstipp

Das Berliner Institut für Auslandsbeziehungen wird 100: Anlass für einen Neustart der ifa-Galerie, die nun ein Jahr lang Kunst zum Thema Kolonialismus zeigt.

 

In Zeiten verborgener Geschichten, kultureller Missverständnisse, zunehmender Nationalismen, Diskriminierung und Intoleranz in der Welt lädt die ifa-Galerie Berlin mit UNTIE TO TIE dazu ein, über die Auswirkungen kolonialer Vermächtnisse nachzudenken, die moderne Gesellschaften seit jeher formen und die noch immer unsere zeitgenössischen Realitäten und das alltägliche Leben beeinflussen.

Das ifa sucht nun über die Kunst nach Formen der „Heilung“. Den Anfang in Berlin, zugleich Start für das einjährige Ausstellungsprogramm „Untie to tie, on colonial legacies and contemporary societies“, macht der aus Kamerun stammende Bildhauer Pascale Marthine Tayou mit „Kolmanskop Dream“. Aus der Wand stechen Äste hervor, angespitzt wie Buntstifte, unter der Decke hängt eine Wolke aus Stacheldraht – Tayous Ansatz ist eine poetische Umdeutung der Instrumente, mit denen der Kolonialismus Verletzungen zufügte. Die Ausstellung läuft noch bis zum 11. Juni 2017.

 

Ort: ifa-Galerie Berlin I Linienstraße 139/140 I 10115 Berlin

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 14 – 18 Uhr

                             Montags und an Feiertagen geschlossen

DAS Newsletter

DAS Pressemeldungen DAS Pressespiegel Veranstaltungen

 

Nutzungsbedingungen