KW 19: Nach langwierigen Verhandlungen

Pressespiegel vom 05.05. - 12.05.2017

 

 

Nigeria: Freilassung von 82 “Chibok Girls”

Am vergangenen Samstag wurden 82 Mädchen freigelassen, die 2014 von der islamistischen Miliz Boko Haram im nordost-nigerianischen Chibok entführt worden waren. Dies geschah im Tausch gegen inhaftierte Boko Haram Mitglieder nach “langwierigen Verhandlungen”, so das Präsidentenamt in der Nacht zum Sonntag. Während ihrer Gefangenschaft sollen die Mädchen sexuellen Übergriffen ausgesetzt, zur Konvertierung zum Islam sowie möglicherweise zu Selbstmordanschlägen genötigt worden sein. Sie wurden am Sonntag von Präsident Buhari in Abuja empfangen. Die freigelassenen Mädchen werden nun zur Reintegration in eine gesondert gesicherte Einrichtung in der Hauptstadt gebracht. Es wird davon ausgegangen, dass sich noch 113 Mädchen in den Händen der Miliz befinden. Im April 2014 hatte Boko Haram 276 überwiegend christliche Mädchen aus einer Schule in Chibok im instabilen Nordosten des Landes verschleppt. Die Entführung hatte weltweit Entsetzen und eine Solidaritätskampagne ausgelöst.

 

 

Zentralafrikanische Republik: Schwierigkeiten beim “Wiederaufbau” nationaler Armee

Nach dem Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik wollen die Europäische Union und die Vereinten Nationen den Aufbau einer nationalen Armee vorantreiben. Bereits im Juli letzten Jahres gab die EU grünes Licht für die “Europäische Trainingsmission für die Zentralafrikanische Republik” (EUTM RCA), die vor allem durch die Beratung in strategischen Fragen und im Hinblick auf Ausbildung und Organisation des Militärs, helfen soll. Doch der “Wiederaufbau” der Armee gestaltet sich zunehmend schwierig, denn eine wirkliche „Armee“ hat in der Zentralafrikanischen Republik noch nie existiert. Selbst die wenigen Soldaten, über die das Militär in der Vergangenheit verfügt hat, haben mit zahlreichen Gräueltaten vielmehr zur Unsicherheit als zur Sicherheit des Landes beigetragen. Zuletzt hatte Präsident Francois Bozizé, der bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges 2013 den Oberbefehl über die Streitkräfte innehatte, maßgeblich zum Zerfall und Vertrauensverlust der Armee beigetragen.

 

 

Und sonst?

Die am Donnerstag in London eröffnete internationale Konferenz zu Somalia soll das von Krisen gebeutelte Land zurück in den Fokus der Weltöffentlichkeit rücken. An der Konferenz nahmen neben Delegationen zahlreicher afrikanischen Staaten, der USA, China, der EU und der Weltbank auch Vertreter von Nichtregierungsorganisationen teil. Der im Februar gewählte somalische Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed identifizierte die drei größten Probleme seines Landes: Terrorismus, Korruption und Armut. Er bat die internationale Staatengemeinschaft aber um ihr Vertrauen. UN Generalsekretär Antonio Guterres unterstrich indes die Gefahr einer drohenden Hungerkatastrophe am Horn von Afrika. Er forderte die internationale Staatengemeinschaft auf, bis Ende des Jahres eine Milliarde US-Dollar bereitzustellen. Gleichzeitig betonte er die Fortschritte, die das Land in den letzten Jahren gemacht hat. Das gemeinsame Ziel der “internationalen Somalia-Gemeinschaft” sind die ersten landesweiten freien und unabhängigen Wahlen in der Geschichte des Landes im Jahr 2020.

 

Veranstaltungstipp

Monopoly in Afrika?

Investitionen und nachhaltige Entwicklung auf dem afrikanischen Kontinent
 
+++ hier finden Sie alle Informationen im Detail +++

Im Rahmen der G20 Präsidentschaft steht Afrika 2017 ungewohnt prominent auf der Agenda der Bundesregierung. Der „Marshallplan mit Afrika“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit, der „Compact mit Afrika“ des Bundesfinanzministeriums und die Initiative "Pro! Afrika" des Bundeswirtschaftsministeriums versprechen, den Nachbarkontinent bei der Entwicklung von Wachstumspotentialen zu unterstützen. Investitionspolitik steht dabei – neben Migrationsmanagement – im Fokus. 

In einer internationalen Konferenz diskutieren wir diese und weitere Fragen mit Ökonom/innen, Akteur/innen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft verschiedener afrikanischer Länder sowie Vertreter/innen aus der deutschen Politik und Wirtschaft.

 

Ort: Heinrich-Böll-Stiftung Berlin, Schumannstr. 8 10117 Berlin

Zeit: Dienstag, 30.05.2017 19:0021:00

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