KW 31: Macht macht jung

Pressespiegel vom 28.07.2017 bis 03.08.2017

 

Ruanda wählt einen neuen (alten) Präsidenten

Am morgigen Freitag finden in Ruanda die Präsidentschaftswahlen statt. Dabei geht es weniger um die grundsätzliche Frage nach der Wiederwahl von Paul Kagame, sondern eher um die Höhe seines Wahlsieges. Zwar schickt die Oppositionspartei „Democratic Green Party“ mit Frank Habineza einen ernsthaften Gegenkandidaten ins Rennen, dieser gilt aber bei unabhängigen Beobachtern als chancenlos. In Ruanda wird die politische Opposition seit Jahren unterdrückt und verfolgt. Mittels der von Kagame initiierten Verfassungsänderung im Jahr 2015, welche die Amtszeitbeschränkung für das Präsidentenamt aufhob, kann der Amtsinhaber theoretisch bis zum Jahr 2034 weiterregieren. Während das Land politisch zunehmend autoritär wird, gilt es für viele Beobachter im Hinblick auf die ökonomische Entwicklung als Vorzeigebeispiel. Jahrelange Wirtschaftswachstumsraten von über 7%, ein spürbarer Rückgang der Korruption sowie eine stetige Verbesserung der Lebensbedingungen sind ein Hinweis, dass es nicht unbedingt demokratischer Strukturen benötigt, um ein Land ökonomisch erfolgreich zu entwickeln. Hinter den großen Volkswirtschaften Südafrika, Nigeria und Kenia kann das Land sogar die höchsten ausländischen Investitionen in Start-ups registrieren ($16 Mio. im Jahr 2016). Die gegenläufigen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen machen Ruanda derweil in den Augen vieler Beobachter zu einem der widersprüchlichsten Ländern der Welt.

 

Mugabe hört nicht auf seine Frau

Simbabwes 93-jähriger Präsident Robert Mugabe hat Gerüchte über seine angeschlagene Gesundheit dementiert und angekündigt, das Land auch in der nächsten Amtszeit von 2018 bis 2023 regieren zu wollen. Ausgerechnet First Lady Grace Mugabe hatte ihren Mann zuvor am vergangenen Donnerstag aufgefordert, seinen Nachfolger zu benennen: “Sag uns, was deine Wahl ist, auf welches Pferd wir setzen sollen” sprach sie vor der Frauenorganisation der Regierungspartei Zanu/PF. Mugabe, der bereits von seiner Partei zum Spitzenkandidaten für die Wahl 2018 gekürt worden ist, lässt aber keine Anzeichen erkennen, sich an den Rat seiner Frau zu halten. Inoffiziell gilt Mugabes Stellvertreter, Emmerson Manangagwa, als designierter Nachfolger des Präsidenten. Einmal mehr hat Mugabe jedoch gezeigt, dass er persönlich kein Interesse an der Lösung der Nachfolgefrage hat und davon überzeugt ist, auch mit 99 Jahren noch Präsident Simbabwes zu sein. 

 

Und sonst?

Tunesien hat ein umfassendes Gesetz zum Schutz von Frauen vor sexueller Gewalt verabschiedet.  Danach ist Vergewaltigung in der Ehe nun ebenso strafbar wie die “Wiedergutmachungshochzeit”, bei der Vergewaltigern Straffreiheit zugebilligt wurde, wenn sie ihre Opfer heirateten. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit werden nun ebenfalls strafrechtlich geahndet. Zudem sind Maßnahmen zur Ausbildung von Polizeikräften und Richtern zur Sensibilisierung von Gewalt gegen Frauen vorgesehen. Laut einer Studie des tunesischen Familienministeriums haben 60% aller Frauen in Tunesien bereits häusliche Gewalt erlebt. Entsprechend wird das neue Gesetz, welches 2018 in Kraft tritt, von Frauenministerin Naziha Laabidi als “historisches Projekt” bezeichnet.  

 

Veranstaltungstipp

Abendveranstaltung im Haus der Kulturen der Welt

Modenschau: Kinshasa Collection | Alemayehu Eshete & The Polyversal Souls

Kinshasa Collection

Streetwear aus dem Kongo: Mut zur Farbe und viel Gold prägen die Designs, die zwischen dem chinesischen Guangzhou und der Modemetropole Kinshasa im Kongo zirkulieren. Mit einer interaktiven Web-Doku folgt das Projekt diesen globalen Mode-Strömungen – auch die Modenschau im HKW fließt in das Filmprojekt mit ein. So laufen auf dem Catwalk etliche Fäden zusammen, unter der künstlerischen Leitung von Dorothee Wenner und pong film, in Zusammenarbeit mit internationalen Designer*innen und Künstler*innen, koproduziert vom Goethe-Institut Kinshasa.

Alemayehu Eshete & The Polyversal Souls

Explosiver Äthio-Soul: Alemayehu Eshete war und ist die Stimme des äthiopischen Jazz, Funk und Soul der 1970er. Beeinflusst durch US-amerikanischen Funk und Soul, der über GIs ins Land kam, begann er früh, wie seine Vorbilder James Brown oder Otis Redding zu singen – wenn auch stets in den charakteristischen Tonskalen seiner Heimat. Speziell für diesen Abend hat der Berliner Schlagzeuger und Produzent Max Weissenfeldt ein Best-of von Eshetes zahllosen Hits zusammengestellt, begleitet von Weissenfeldts begnadeter Band The Polyversal Souls.

Im Anschluss wird der Film Félicité aus Kinshasa gezeigt.

Eintritt: Abendticket (Modenschau, Konzert, Film) 14€/12€

 

Ort: Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin

Datum und Uhrzeit: 11. August 2017, Modenschau 19:00Uhr, Konzert 20:30Uhr, Film 22:00Uhr

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