KW 34: Neue Wege betreten?

Pressespiegel vom 18.08.2017 bis 25.08.2017

 

Nachfolger gesucht: Angola wählt nach 38 Jahren einen neuen Präsidenten

Rund 9,5 Millionen Angolaner waren am Mittwoch zur Wahl aufgerufen. Ein Ergebnis stand jedoch von Anfang an fest: Langzeitpräsident José Eduardo dos Santos wird nach der Wahl nicht mehr Präsident des Landes sein. Nach 38 Jahren kandidiert er nicht mehr und möchte das Amt an seinen Parteikollegen und Verteidigungsminister João Lourenço übergeben. Ersten vorläufigen Ergebnissen zufolge scheint diese Rechnung aufzugehen. Demnach kommt die Regierungspartei auf 64,5% der Stimmen, wenngleich aufgrund des Absturzes eines Hubschraubers mit Wahlunterlagen noch nicht alle Regionen gewählt haben und das Endergebnis laut Wahlkommission erst “viel später” erwartet wird. Dies hinderte die Regierungspartei MPLA nicht daran, sich bereits am Donnerstag als Wahlsieger zu deklarieren. Zwar wurde an diesem Wahlsieg der Regierungspartei ohnehin im Vorfeld kaum gezweifelt, aber ihr voraussichtlich schlechtestes Abschneiden seit den Wahlen 1992, dass die Zustimmung für die MPLA in der Bevölkerung weiter sinkt. Ob ein somit nötig erscheinender Politikwandel unter einem Wahlsieger Lourenço möglich wäre, ist umstritten, nicht zuletzt da der zukünftige Altpräsident dos Santos weiterhin Vorsitzender der MPLA bleiben wird und sich nicht komplett aus der Politik zurückzieht. Die größte Herausforderung für den neuen Präsidenten wird jedenfalls die angespannte Wirtschaftslage in Angola, die dem zuletzt niedrigen Ölpreis geschuldet ist und sich in einer hohen Inflation und Jugendarbeitslosigkeit niederschlägt.

 

Regionale Integration: Marokko strebt ECOWAS-Beitritt an

Nach dem Wiedereintritt in die AU im Januar dieses Jahres, strebt Marokko nun eine Aufnahme in die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) an. Diese erklärte bereits im Juni, dass ein Beitritt des nordafrikanischen Landes grundsätzlich möglich sei und die geographische Lage auch laut Verfassung der ECOWAS kein Ausschlusskriterium darstellt. Wirtschaftlich könnte der Beitritt eine Win-Win-Situation bedeuten: Marokko könnte mit Eintritt in die Wirtschaftsgemeinschaft seinen zuletzt ins Stocken geratenen Handel mit Subsahara-Afrika stimulieren. Dieser machte 2015 lediglich 1,4 % der Importe und 7 % der Exporte Marokkos aus. Im Gegenzug steht das Land wirtschaftlich besser da als die meisten anderen ECOWAS-Staaten und könnte für die Mitglieder als wichtiges Bindeglied für den Ausbau von Beziehungen mit Europa fungieren. Die ECOWAS setzt jedoch auch auf eine politische Integration ihrer Mitglieder. Dies könnte den Beitritt Marokkos, das die Westsahara als annektierten Teil seines Königreichs versteht, erschweren, da sie von der Wirtschaftsgemeinschaft als autonomer Staat anerkannt ist. Widerstand gegen einen Beitritt regt sich auch von Seiten Nigerias. Das Land, das momentan zwei Drittel der Wirtschaftskraft der ECOWAS ausmacht, wertet die Aufnahmebestrebungen als „Frontalangriff“ auf seine strategische Position in der Region und droht mit Austritt.

 

Nigerias Präsident ist zurück

Nigerias Präsident Buhari kehrte nach einem dreimonatigen Krankenhausaufenthalt aus London zurück. Über die Gründe seiner bereits zweiten Behandlung in der britischen Hauptstadt dieses Jahr machte er keine Angaben. Viele Nigerianer haben Sorge, dass Buhari den Anstrengungen einer Präsidentschaft aufgrund seiner Gesundheit nicht mehr gewachsen ist. Auch die Forderungen nach einem Rücktritt wurden nach seiner Wiederkehr nicht leiser, da Buhari bereits Sitzungen absagte und nicht wie versprochen eine Live-Ansprache hielt, sondern sie vorab aufzeichnete. Von seinem Amtssitz aus wird der Präsident die Geschicke seiner Nation vorerst zumindest nicht leiten. Aufgrund von Ratten, die sein Büro in seiner Abwesenheit zerstört haben, arbeitet der Präsident die nächsten Wochen von Zuhause aus. Von seinen Widersachern wurde dies als göttliches Zeichen interpretiert.

Veranstaltungstipp

#AFROLYNK - AFRICAN TECH & ENTREPRENEURSHIP CONFERENCE 2017

#Afrolynk 2017 - Linking Africa to Europe and Making an Impact with Tech and Entrepreneurship

Am 01.09.2017 werden aus aller Welt Key speakers, Panelists und Moderatoren mit jahrelanger Erfahrung in ihrem Geschäftsfeld nach Berlin kommen, um über die Themen Technologie & Frauen und Entrepreneurship, Innovation & Nachhaltigkeit, der Marshall Plan mit Afrika, Investment Möglichkeiten & soziale Wirkung zu sprechen.

 

Die Konferenz findet in englischer Sprache statt.


Link zur Veranstaltung: https://www.eventbrite.com/e/afrolynk-african-tech-entrepreneurship-conference-2017-tickets-33706884198


Ort:
    Microsoft Atrium Berlin, Unter den Linden 17, 10117 Berlin

Datum und Uhrzeit:     01.09.2017, 09:30 - 20:30 Uhr

 

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