KW 38: Drastische Entwicklungen

Pressespiegel vom 15.09.2017 bis 22.09.2017

Massaker an burundischen Flüchtlingen in der Demokratischen Republik Kongo

Am vergangenen Freitag kam es im Osten der Demokratischen Republik Kongo in Kamanyola an der Grenze zu Burundi zu einer Auseinandersetzung zwischen burundischen Geflüchteten und kongolesischen Soldaten, bei der 36 Burunder getötet und rund 120 verletzt wurden. Die Informationslage ist unübersichtlich. Während einige Medien von vorangegangenen Demonstrationen gegen Relokalisierungspläne berichten, melden andere eine Demonstration aufgrund der Verhaftung von vier Geflüchteten. Kongolesische Behörden erklärten, dass Soldaten in die Luft schossen, um die Demonstration zu beenden und dabei mit Steinen beworfen wurden. Sie hätten das Feuer erst aus Notwehr eröffnet, als ein Offizier getötet wurde und die Menschenmenge die Soldaten zu überwältigen drohte. Ein Regierungssprecher erklärte zudem, einige Demonstranten seien bewaffnet gewesen. Diese selbst hingegen erklärten keine Waffen getragen zu haben und grundlos unter Beschuss genommen worden zu sein. Nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks UNHCR leben rund 45.000 burundische Flüchtlinge in der D.R. Kongo, darunter rund 2.000 in Kamanyola. Der Kleinstaat Burundi befindet sich seit 2015, nach der umstrittenen Kandidatur von Präsident Pierre Nkurunziza für eine dritte Amtszeit, in einer schweren Krise. Bis zu 2.000 Menschen sollen dort bei gewaltsamen Auseinandersetzungen bereits getötet worden sein.

 

China ist neuer Top-Investor in Afrika

Niemand kündigte nach UNO Angaben 2016 so viele Investitionen in Afrika an wie China. Aus dem Reich der Mitte wurden im vergangenen Jahr rund 36,1 Mrd. Dollar an sogenannten Announced Greenfield FDI projects geplant und damit mehr als doppelt so viel als aus der EU (11,9 Mrd. USD) und den USA (3,6 Mrd. USD) zusammen. Im Vergleich zum Vorjahr verachtzehnfachte Peking damit seine Investitionen in afrikanische Greenfield Projekte, während die europäischen Direktinvestitionen in diesem Bereich im selben Zeitraum um über 50 Prozent sanken. Ein Großteil der chinesischen Investitionen hängt mit dem Bau von zwei Eisenbahnstrecken durch Kenia, Ruanda, Burundi und dem Südsudan zusammen. Gebaut werden die 13,8 Milliarden Dollar teuren Strecken von der staatlichen China Road and Bridge Corporation (CRBC). Die chinesische Export-Import-Bank finanziert den Bau zu 90 Prozent. Das Land hat darüber hinaus in den letzten zwölf Jahren insbesondere massiv in die Metall-, Energie- und den Immobiliensektor investiert und viele diesbezügliche Unternehmensanteile erworben. China, dem Kritiker immer wieder vorwerfen, wirtschaftliche Interessen mit politischem Einfluss zu verbinden und die lokale Wirtschaft durch Kooperation wenig zu stärken, weitet seine Einflusssphäre in Afrika damit weiter aus.


Und sonst?

Dieses Wochenende öffnet das Zeitz Museum of Contemporary African Art (MOCAA) in Kapstadt seine Pforten für die Öffentlichkeit und gewährt auf neun Etagen und knapp 10.000 qm2 Einblicke in zeitgenössische afrikanische Kunst. Namensgeber und Initiator des Projekts ist der deutsche Jochen Zeitz. Der ehemalige Puma Chef finanziert das rund 38 Millionen Euro teure Projekt mit und stellt dem Museum seine privaten Sammlungen dauerhaft zur Verfügung. Der spektakuläre Museumsbau, ein 95 Jahren altes Getreidesilo, ist das größte Kunstmuseum seiner Art in Afrika und von großer Bedeutung für den Kontinent. Das Museum soll afrikanischen Künstlern ermöglichen ihre eigenen Geschichten und Werke auf ihrem Heimatkontinent  auszustellen.

Veranstaltungstipp

Philosophie und Entwicklung – afrikanische Perspektiven
Im Rahmen seines entwicklungspolitischen Bildungsprogramms AFRIKA MITTEN IN BERLIN setzt Farafina Afrika-Haus e.V. seine Veranstaltungsreihe fort, in der einmal jährlich Philosophen und philosophische Perspektiven Afrikas vorgestellt und deren mögliche Bedeutung für die Entwicklung zukunftsfähiger Interaktionsbedingungen in Zeiten globaler
Bedrohungen (Klimawandel, Übernutzung von Ressourcen usw.) diskutiert wird.

Podiumsdiskussion zum Thema:
Wie wird Philosophiegeschichte in Afrika gedacht und geschrieben? Welche Konsequenzen können aus dem historischen und philosophischen Denken für die Entwicklungszusammenarbeit gezogen werden?

Flyer unter: http://www.afrikahaus-berlin.de/wp-content/uploads/2017/08/flyer-plakat-philosophen-17-1.pdf

Datum/Zeit: 27.09.2017 von 19:00 Uhr - 22:00 Uhr
Ort: Bochumer Straße 25, 10555 Berlin

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