KW 39: Kleiner Schritt, große Wirkung

Pressespiegel vom 22.09.2017 bis 29.09.2017

 

Nkosazana Dlamini-Zuma zurück als Abgeordnete im südafrikanischen Parlament

 

Eine eigentlich kleine Meldung, die versucht wurde, so gut es ging aus der Öffentlichkeit herauszuhalten, kann in Wirklichkeit enorme Ausmaße annehmen: Nkosazana Dlamini-Zuma, die Ex-Frau von Präsident Jacob Zuma und bis vor Kurzem noch Vorsitzende der AU-Kommission, hat wieder einen Sitz im südafrikanischen Parlament für den ANC. Doch wird recht einvernehmlich angenommen, dass es bei diesem kleinen Schritt nicht bleiben wird. In Anbetracht ihrer Ambition die nächste Präsidentin des Landes zu werden, wird sie versuchen zurück in die Regierung zu gelangen. Das könnte ein willkommener Anlass für Präsident Zuma sein, das Ministerkabinett wieder neu zu sortieren und bestimmte Ministerposten mit loyaleren Parteikollegen zu besetzen. Zudem sind die letzten Umfragewerte des ANC angesichts der Skandale um den Präsidenten erstmals unter 50% abgerutscht. Im Dezember wird der mit Spannung erwartete Parteitag des ANC stattfinden, bei dem sich auch zeigen wird, welches Lager sich bei der Auswahl des ANC Präsidentschaftskandidaten voraussichtlich durchsetzen wird. Mmusi Maimane, der Oppositionsführer der größten Oppositionspartei Democratic Alliance, bezeichnete bereits jetzt die für 2019 anstehende Wahl als die für das Land wichtigste seit dem Ende der Apartheid 1994.

 

Justiz untersucht Rolle der französischen Bank BNP-Paribas in Ruandas Völkermord

 

Die französische Justiz eröffnet ein Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zum Völkermord gegen die größte Bank des Landes, BNP-Paribas. Sie reagierte damit auf dementsprechende Forderungen verschiedener zivilgesellschaftlicher Organisationen, die der Bank die Finanzierung von Waffenlieferungen im Rahmen des Genozids in Ruanda im Jahre 1994 vorwerfen. Dabei soll konkret geklärt werden, ob die Bank, trotz geltendem UN-Waffenembargos, einen Geldtransfer in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro von der ruandischen Zentralbank auf ein Konto des südafrikanischen Waffenhändlers William Tertius Ehlers autorisierte. Dieser lieferte laut Berichten im Anschluss rund 80 Tonnen Waffen und Munition an Hutu-Milizen in Ruanda. Auch 23 Jahre nach dem Völkermord ist die Haltung der französischen Behörden Gegenstand intensiver Kontroversen. Der vorliegende Fall ist das erste Mal, dass gegen eine französische Bank wegen Mittäterschaft ermittelt wird.

 

Und sonst?

 

Die äthiopische Menschenrechtsanwältin Yetnebersh Nigussie wird für ihren Einsatz für die Rechte von Menschen mit Behinderungen mit dem Right Livelihood Award, gemeinhin auch als Alternativer Nobelpreis bekannt, ausgezeichnet. Im Alter von 35 Jahren hat Yetnebersh Nigussie bereits das Äthiopische Zentrum für Behinderung und Entwicklung gegründet, an der Entwicklung eines Beschlusses der Afrikanischen Union über die Rechte von Menschen mit Behinderung mitgewirkt und erfolgreich für ein Gesetz gefochten, nach dem Neubauten in Äthiopien behindertengerecht erbaut werden müssen. Nigussie war zudem unter den ersten drei Frauen, die in Äthiopien Jura studiert haben. Dass sie eine derart gute Ausbildung genießen konnte, verdankt sie laut eigner Auskunft dabei ihrer eigenen Behinderung: Mit fünf Jahren erblindete sie aufgrund einer Hirnhautentzündung und konnte somit nicht wie die anderen Mädchen in ihrem Dorf mit elf oder zwölf Jahren verheiratet werden. Die offizielle Preisverleihung findet am 1. Dezember 2017 in Stockholm statt.

Veranstaltungstipp

Kinodokumentarfilm  DAS GRÜNE GOLD kommt nach Berlin
Nach weltweiter Filmfestival-Tour wird der Dokumentarfilm DAS GRÜNE GOLD am 5. Oktober in den deutschen Kinos starten, auch in Berlin. Der Film zeigt eindringlich die manchmal verheerenden Folgen von Landraub für unzählige Menschen in Afrika.

In Äthiopien, einem Land, das von Hungersnot gebeutelt ist, verpachtet die Regierung Millionen Hektar Land an ausländische Investoren in der Hoffnung auf Exporteinnahmen.

Aber der Traum vom Wohlstand hat seine Schattenseiten – eine der größten Zwangsvertreibungen von Kleinbauern in der heutigen Zeit,

eine bösartige Spirale der Gewalt und schwerste Verletzungen von Menschenrechten. Dabei wird diese Katastrophe mit Milliarden von Entwicklungsgeldern von Institutionen wie der Weltbank mit verursacht.

Was diesen Film möglich gemacht hat, ist die Unterstützung und Mitarbeit vieler Afrikaner. Trotz der oft großen Risiken waren Menschen bereit,beim Film mitzumachen und ihn zu unterstützen. Ihre Motivation speist sich aus der Hoffnung, dass ihre Stimmen von möglichst vielen Menschen gehört werden. Auch in den Ländern, wo die Investoren herkommen und in die die Lebensmittel exportiert werden.

Am 5.10. startet der Film im Kino Moviemento (www.moviemento.de/), Kino Hackesche Höfe (www.hoefekino.de/), Kino B-Ware (ladenkino.de/) und Kino Lichtblick (http://www.lichtblick-kino.org/)in Berlin.

Im Kino Moviemento wird es weiterhin am 02.10. um 19:00 Uhr eine Premiere in Anwesenheit des Regisseurs Joakim Demmer geben.

Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in der Facebookgruppe.

Datum/Zeit: 02.10.2017 um 19:00 Uhr
Ort:  
Kino Movimiento, Kottbusser Damm 22, 10967 Berlin

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