2013..

Imam Dr. Muhammad Nurayn Ashafa und Pastor Dr. James Movel Wuye (Nigeria)

„Ausgezeichnet werden die beiden Preisträger nicht nur für eine bestimmte friedenspolitische Großtat oder für viele kleine praktische Schritte zum Frieden, sondern auch für das vorbildhafte und ermutigende Beispiel dafür, dass tiefstes Misstrauen und hasserfüllter religiöser Absolutheitsanspruch nicht das letzte Wort haben dürfen.“

„James Wuye und Mohammed Ashafa sind Hoffnungsträger. Sie lehren uns, wie in einer selbst aussichtlos erscheinenden verkrampften Situation aus Gewalt und Hass Frieden und Vertrauen entstehen können.“

Mit diesen Worten begründete der  Jury-Präsident des Deutschen Afrika-Preis Dr. h.c. Volker Faigle, am 12. Dezember in den Räumen der KfW die Entscheidung der Vergabe des Deutschen Afrika-Preises 2013 an Pastor Dr. James Movel Wuye und Imam Dr. Muhammad Nurayn Ashafa.

Das unermüdliche Engagement der beiden Geistlichen, mit dem Ziel der Verwirklichung eines interreligiösen Friedens in Nigeria, aber auch in der Welt, wurden auch vom Sprecher der Geschäftsführung der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbHBruno Wenn, dem Präsidenten der Deutschen Afrika Stiftung Hartwig Fischer und der Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Nigeria Dorothee Janetzke-Wenzel hervorgehoben. Der Baden-Württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann überreichte anschließend die Auszeichnung.

Imam Ashafa und Pastor Wuye diskutierten im Anschluss an die Überreichung mit der Moderatorin Tina Gerhäusser über ihre persönliche Vergangenheit, die Lehren, die beide daraus zogen und ihre derzeitige Arbeit. Sie entwarfen ein detailliertes Bild der aktuellen politischen Lage in Nigeria, thematisierten aber auch Herausforderungen zukünftiger deutsch-afrikanischer Zusammenarbeit.

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Datum: 2013
Ort: Berlin


2012..

Marlene le Roux und Pieter-Dirk Uys (Südafrika)

Der Deutsche Afrika-Preis wurde 2012 an Marlene le Roux und Pieter-Dirk Uys verliehen. Die Verleihung stand ganz im Zeichen der Kunst und Gleichberechtigung und ehrte die beiden Südafrikaner für ihren Kampf gegen jede Form der Diskriminierung.


Marlene le Roux, geboren in der Kleinstadt Wellington in Südafrika, ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die ihr Leben voll und ganz dem Kampf gegen die Ungleichbehandlung von Minderheiten widmet. Ihr starkes Engagement hat sie ihrer eigenen Schicksalsgeschichte zu verdanken. Im Alter von drei Monaten ist sie an Polio erkrankt und ist davon heute noch körperlich beeinträchtigt. Nichtsdestotrotz oder gerade auf Grund ihrer eigenen Erfahrungen, setzt sie sich hingebungsvoll für die Rechte von Frauen, Menschen mit Behinderungen und sozial Benachteiligten ein. Als Direktorin am Artscape Theatre Centre in Kapstadt vermittelt sie in Form von Kunst und Kultur den Menschen Selbstbewusstsein und Kraft für den Kampf gegen Ungleichbehandlungen im Alltag.

Die gelernte Sängerin und Musiklehrerin unterstützt verschiedene Schulprogramme zur Förderung neuer Künstler und organisiert jährlich das Artscape Womens' Festival, um Frauen zu animieren für ihre Rechte einzustehen. Als Autorin versucht sie fest verankerte Stereotype zu durchbrechen und hat in ihrem Werk „Look at me" dazu starke Akzente gesetzt.

Für ihr Engagement und ihren Mut wurde sie bereits mehrfach in Südafrika ausgezeichnet. Neben dem Desmond Tutu Legendary Award 2001 und der Mayor's Medal 2011 wurde sie 2010 als einflussreichste Frau Südafrikas im Bereich Kunst und Kultur geführt.

 

Pieter-Dirk Uys, geboren 1945 in Kapstadt, ist ein südafrikanischer Satiriker, Komiker und Autor. Besser bekannt als Evita Bezuidenhout ist er nicht nur „South-Africa's most popular white woman", sondern seit Jahrzehnten eine der bedeutendsten Stimmen der Menschlichkeit und des Humors in Südafrika.

Der Kabarettist absolvierte sein Filmstudium in London und nutzte fortan seine Fähigkeiten für einen satirischen Kampf gegen das Apartheid-Regime. Weit über Südafrika hinaus erlangte er damit Berühmtheit und nutzt seine Popularität für einen beispiellosen Einsatz gegen HIV/AIDS an Schulen in Südafrika.

Der aus einem sehr konservativen Hause stammende Sohn eines calvinistischen Afrikaaners und einer geflohenen jüdischen Berlinerin glänzt in seinen Rollen als das „alte Krokodil" und scheut auch nicht davor den Apartheids- Ministerpräsidenten P.W. Botha oder Anti- Apartheidshelden Bischof Desmond Tutu oder Nelson Mandela zu parodieren. Berühmtheit erlangte er jedoch durch seine Rolle als weiße Diva-Botschafterin Evita Bezuidenhout. Mit Humor als Waffe schafft er es vor allem Jugendliche zu erreichen, diesen Angst zu nehmen und Apartheid und HIV zu bekämpfen. 2000 wurde er in den USA mit dem Living Legacy Award geehrt und als Ehrendoktor der drei größten Universitäten Südafrikas ernannt.

Überreicht wurde der Preis von Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Horst Köhler.

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Datum: 2012
Ort: Köln


2011..

Abdikadir Hussein Mohamed MP (Kenia)

2011 wurde der Deutsche Afrika-Preis an Abdikadir Hussein Mohamed verliehen. Abdikadir Hussein Mohamed, geboren 1971, der zu einer jungen und demokratischen Generation kenianischer Politiker gehört, war eine der entscheidenden Figuren bei der Durchsetzung der neuen Verfassung in Kenia.

Der Harvard-Jurist verantwortete die parlamentarische Kontrolle über die Implementierung der Verfassung 2010, die im afrikanischen Kontext als demokratische Revolution galt und mit großen Hoffnungen auf eine Befriedung des politisch aufgeheizten Klimas in Kenia verbunden war. Mit seinem engagierten Einsatz für Menschenrechte, Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Repräsentierung steht Abdikadir Hussein Mohamed für eine Generation junger, moderner und selbstbewusster Afrikaner, die das Schicksal ihres Kontinents erfolgreich in die eigene Hand nehmen.

Überreicht wurde der Preis von Bundespräsident Christian Wulff.

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Datum: 2011
Ort: Berlin


2010..

Dr. Mohamed Ibn Chambas (Ghana)

Der Deutsche Afrika-Preis wurde 2010 an Dr. Mohamed Ibn Chambas aus Ghana verliehen, dessen Leistung für seine herausragenden Verdienste um Frieden, Stabilität und regionale Integration als Generalsekretär der westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS (Economic Community of West African States) geehrt wurde.

Unter seiner Leitung hat sich die damalige ineffiziente Regionalorganisation grundlegend gewandelt. Die konkrete Verbesserung der Lebensbedingungen vieler Menschen wie auch der wachsende Binnenhandel im Bereich von ECOWAS mit einer zunehmend bedeutenden Stellung im globalen Wirtschaftssystem, sind auf seine langjährige Arbeit und Leistung zurückzuführen.


Geboren 1950 in Bimbilla, einer kleinen Ortschaft im marginalisierten Norden Ghanas, waren seine Ausgangsbedingungen alles andere als einfach. Wissend über die Wichtigkeit einer guten Ausbildung arbeitete er hart und absolvierte 1973 sein Politikwissenschaftsstudium an der University of Ghana. Aufgrund seiner großen Wissbegier und seines enormen Ehrgeizes erhielt er 1977 ein Stipendium der ghanaischen Regierung mit der Möglichkeit ein Doktorandenprogramm an der Cornell University in New York zu absolvieren. Nach seinem Studium als Anwalt in den USA tätig, kehrte er 1968 wieder nach Ghana zurück um dort als Politiker zu wirken. Entfalten konnte er sich dabei vor allem als Stellvertretender Außenminister Ghanas, Mitglied des Parlaments für Bimbilla wie auch als Stellvertretender Bildungsminister.

Nach seinen Erfolgen in der Umgestaltung der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft widmet er sich seit 2010 voller Hingabe seinem Posten als Generalsekretär der AKP-Staatengruppe.

Überreicht wurde der Preis von Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle.

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Datum: 2010
Ort: Berlin


2009..

Dr. Christiana Torpe (Sierra Leone)

2009 wurde Dr. Christiana Thorpe für ihren Einsatz für freie, faire und friedliche Wahlen sowie für ihre Rolle im Demokratisierungsprozess in Sierra Leone mit dem Deutschen Afrika-Preis geehrt.

Dr. Christiana Thorpe ist die Leiterin der unabhängigen Wahlkommission National Electoral Commission (NEC) in dem westafrikanischen Land, das nach dem Bürgerkrieg um Stabilität kämpfte. Die ehemalige Nonne und Lehrerin erarbeitete sich mit ruhiger Professionalität, Beharrlichkeit und unerschütterlicher Unabhängigkeit großen Respekt. Wie keine andere stand die gewinnende Frau für Hoffnung in einem der ärmsten Länder der Welt. 2007 schienen Wahlen nach demokratischen Standards nicht mehr als ein Wunschtraum. Versuche der damaligen Regierung, Einfluss auf den Zuschnitt von Wahlkreisen zu nehmen und Stimmen zu kaufen sowie Wählereinschüchterungen und Gewaltakte durch die Parteien hat es gegeben, doch der Professionalität, Transparenz und konsequenten Unabhängigkeit der Nationalen Wahlkommission waren letztendlich faire Wahlen zu verdanken.

Überreicht wurde der Deutsche Afrika-Preis durch den damaligen Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, in Bonn. Laschet betont, dass „Armut kein Argument für Diktatur“ sei, Frauen in vielen Ländern die Träger der Entwicklung seien und den Wohlstand von unten erarbeiten.

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Datum: 2009
Ort: Bonn


2008..

Trevor Ncube (Simbabwe)

Trevor Ncube, simbabwischer Journalist, Eigentümer und Herausgeber von „Zimbabwe Independent“, „The Standard” und „Mail & Guardian“ wurde 2008 mit dem Deutschen Afrika-Preis ausgezeichnet.

Ncube ist seit Jahren einer der bedeutendsten Journalisten im südlichen Afrika, er zeichnet sich durch Unabhängigkeit, journalistische Professionalität, Unternehmergeist, Meinungsstärke, großen Mut und das unbeirrbare Eintreten für Meinungsfreiheit und Menschenrechte aus. Wegen der stets nach strengen journalistischen Prinzipien unabhängigen und kritischen Berichterstattung Ncubes selbst, sowie seiner Redaktionen, geriet er mehrfach in Konflikt mit dem simbabwischen Regime von Robert Mugabe und saß deswegen vermehrt in Simbabwes Gefängnissen ein.  

Nach dem Verbot der unabhängigen Tageszeitung Daily News waren die beiden Wochenzeitungen Trevor Ncubes die letzten noch existierenden unabhängigen Printmedien, die in Simbabwe erschienen.  Dass die beiden unabhängigen Stimmen überhaupt noch existieren konnten, ist nur durch die journalistische, juristische und finanzielle Unterstützung von Trevor Ncube möglich, der inzwischen nach Südafrika übersiedelte und dort auch ein finanziell sehr erfolgreicher Medienunternehmer wurde. 2002 kaufte Ncube die angesehene südafrikanische Wochenzeitung Mail&Guardian. Er baute die Redaktion deutlich aus und machte Mail&Guardian zu einem überaus erfolgreichen und weit über die Grenzen Südafrikas bekannten und angesehen Leitmedium.

Der damalige Präsident des Europäischen Parlaments, Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering überreichte den Preis als eine Ehrung für Ncubes unermüdlichen Einsatz für Freiheit und Menschenrechte in Simbabwe und Afrika sowie für seinen Kampf für die Pressefreiheit. Das Europäische Parlament unterstützte nachdrücklich den demokratischen Prozess in Simbabwe und hat sich wiederholt für Demokratie, für die Rechtsstaatlichkeit und für den Schutz der Menschenrechte in dem Land ausgesprochen.

 

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Datum: 2008
Ort: Hamburg


2007..

Dr. Francis Appiah † (Ghana)

2007 wurde der Deutsche Afrika-Preis an Herrn Dr. Francis Appiah für seine herausragenden Verdienste um den African Peer Review Mechanism in Ghana und ganz Afrika verliehen.

Als Absolvent der Universität von Ghana, hat er seinen Doktortitel in Administration and Organisation Science an der Universität in Bergen, Norwegen erhalten und dort von 1992 bis 1996 selbst gelehrt. 1996 kehrte er nach Ghana zurück und lehrte als Dozent an der heutigen University of Ghana Business School. Als Leiter des NePAD Sekretariat im Außenministerium war er ab 2002 als Berater des Präsidenten von Ghana tätig und half bei der Einführung von NePAD in Ghana.

Der African Peer Review Mechanism (APRM) ist ein freiwilliges Verfahren der gegenseitigen qualitativen Beurteilung von Regierungsführung afrikanischer Staaten im Rahmen der Afrikanischen Union und Teil der New Partnership for Africa's Development (NePAD). Ghana ist das erste Land, das diesen Prozess vollständig und erfolgreich durchlaufen hat, was vor allem auf Francis Appiahs Bemühen zurückzuführen ist. Verantwortlich für die Durchführung des APRM in Ghana schaffte er es die Überprüfung unabhängig ohne äußerlichen politischen Einfluss zu regeln. Auf Grund seiner Leistung ist Ghana ein Vorreiter und Vorbild für Reformen in ganz Afrika. 2010 verstarb Francis Appiah überraschend - ein Verlust eines Vorkämpfers, der für eine Generation moderner Afrikaner für Reformen, Eigenverantwortung und Zuversicht stand.

Überreicht wurde der Preis von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.

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Datum: 2007
Ort: Berlin


2006..

Segolame L. Ramotlhwa (Botswana)

Der Preisträger des Deutschen Afrika-Preises 2006 war Segolame Lekoko Ramotlhwa. Er wurde damit für seine Umsetzung des von ihm ins Leben gerufene AIDS-Therapieprogramm MASA (dt. „ein neuer Morgen") in Botsuana ausgezeichnet.

Dieses Programm wurde erst unter seiner Leitung zu einem außergewöhnlichen Erfolg und galt als richtungsweisend für den afrikanischen Kontinent. In dem Therapieprogramm wurden 70 000 Menschen kostenlos medizinisch versorgt, sodass durch Ramotlhwas Einsatz die Behandlungsquote auf 85% anstieg. Dadurch leistete es einen enorm wichtigen Beitrag im Kampf gegen HIV/AIDS in Botsuana.


Ramotlhwa ist gebürtiger Botsuana und hat in Boston und Belfast Pharmazie studiert. Schon während seiner Studienzeit nahm er an verschiedenen Workshops und Trainingsprogrammen des botsuanischen Ministeriums für Gesundheit, an Programmen am Havard AIDS Institute der Weltgesundheitsorganisation und an weiteren Programmen für Management und Vertrieb von Medikamenten in Afrika teil.

Überreicht wurde der Preis von Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier.

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Datum: 2006
Ort: Berlin


2005..

Dr. Paul Fokam (Kamerun)

Dr. Paul Fokam aus Kamerun erhielt den Deutschen Afrika-Preis im Jahr 2005. Der Ökonom und Bankier ist Gründer und Hauptaktionär der Afriland First Bank. Es ist das erste und damals einzige kommerzielle Bankunternehmen, das in Kamerun von einem Kameruner geleitet wurde.

Dr. Fokam hatte zunächst in seiner Heimat Wirtschaftswissenschaften studiert und setzte sein Studium an der Universität in Bordeaux fort, wo er anschließend in Verwaltungswissenschaften promovierte. Seine akademische Laufbahn wurde durch die Arbeit für verschiedene Banken in seiner Heimat sowie im Ausland unterbrochen und begleitet.


Mit 31 Jahren machte er sich selbstständig, indem er eine kleine Fabrik für Papierprodukte, Sitracel, aufbaute. Dies war im liberalisierten Kamerun nicht so einfach. Dr. Fokam musste sich im harten Wettbewerb nicht nur gegen seine Landsleute, sondern auch gegen die französische Konkurrenz behaupten. 1986 gründete er dann die Afriland First Bank, die er ohne ausländische Dominanz führte. Bei der Arbeit dieser Bank geht es um die Vergabe von Kleinkrediten an Personen, die bei anderen Banken keine Aussicht auf Berücksichtigung fänden. Durch diese Kleinkredite war es vielen Menschen in Kamerun möglich aus dem informellen in den formellen Bereich zu rücken. Mittlerweile ist die Bank eine der größten Kameruns, die eine Tochtergesellschaft in Kamerun und Büros in Brazzaville, Paris und Peking betreibt.

Als Initiator für ein Mikrobanken-System schuf er Dorfbanken, die Kredite vergaben und die Generierung von Kapital auch im ländlichen Raum ermöglichten. Fokam war der erste Unternehmer, der zum Preisträger gewählt wurde. Nachdem vorher eher Politiker die Jury überzeugten, war es diesmal Dr. Fokam, der durch seine besondere Stellung in Gesellschaft und Wirtschaft sowie mit seinem unternehmerischen Ideenreichtum beeindrucken konnte.

Überreicht wurde der Preis von Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler.

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Datum: 2005
Ort: Berlin


2004..

John Githongo (Kenia)

Der Deutsche Afrika-Preis 2004 ging an den Kenianer John Githongo. Zunächst arbeitete er als Journalist, trat aber später in die Fußstapfen seines Vaters, indem er in den internationalen Vorstand von Transparency International gewählt wurde.


In diesem Amt setzte er sich mit starker Vehemenz gegen Korruption in Kenia ein. Unter dem als Hoffnungsträger geltenden Regierungschef Kibaki erhielt er 2002 den Posten des permanenten Sekretärs. Sein Hauptauftrag war dabei gegen Bestechung und Korruption vorzugehen. Während seiner Amtszeit war er für seine Glaubwürdigkeit bekannt und hatte eine starke Wirkung auf die kenianische Zivilbevölkerung und die Medien.


Gegen die politische Elite um Kibaki konnte er dennoch nur begrenzt seinen Kampf für Anti-Korruption führen und verließ auf Druck nach 100 Regierungstagen sein Amt. Dies aber schmälerte nicht seine Errungenschaften gegen die Korruption in Kenia.
Überreicht wurde der Preis von Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler.

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Datum: 2004
Ort: Berlin


2003..

Alpha Omar Konaré (Mali)

Der ehemalige malische Präsident Alpha Oumar Konaré wurde 2003 für seine Erfolge als integrer Demokrat mit dem Deutschen Afrika-Preis geehrt. Er lenkte Mali in seiner fast zehnjährigen Amtszeit mit eindrucksvollem Geschick durch schwierige politische und wirtschaftliche Situationen. Durch Überzeugungskraft in seinen Reden war es Konaré möglich, immer wieder die wichtigsten Themen des Volkes aufzugreifen, und für Anstöße zu nationalen Debatten zu sorgen. Während Konaré in seinen ersten Jahren als Präsident gelegentlich Führungsschwäche vorgeworfen wurde, wurde er immer mehr zur dominierenden Persönlichkeit in der malischen Innenpolitik, aber auch zu einem Motor der subkontinentalen und kontinentalen Integration geworden.


Er studierte Pädagogik, Archäologie und Geschichte in Bamako und Warschau. An letzterer Universität promovierte er 1975 in Geschichte. Nach der Rückkehr von seinem Studium in Europa leitete er die ethnologische Forschungsabteilung des Instituts für Humanwissenschaften und machte darüber hinaus in der malischen Kultusverwaltung schnell Karriere. Er wurde 1978 - mit erst 32 Jahren - Jugend- und Kulturminister unter der Ein-Parteien-Regierung Moussa Traorés. Als er sich gegen die diktatorische Politik Präsident Traorés auflehnte, schied Alpha Oumar Konaré 1980 aus der Regierung und dem öffentlichen Dienst aus. Als das Militär danach die Macht unter General Amadou Toumani Touré übernahm und 1992 freie Wahlen organisierte, siegte Konaré und wurde Präsident.


2000 und 2001 saß er den westafrikanischen Regionalorganisationen ECOWAS (Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft) und UEMOA (Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion, Franc-CFA-Zone) vor. Im darauffolgenden Jahr wurde Konaré von Westafrikas Staatschefs die Führung der Afrikanischen Union übertragen, wodurch er von 2003 bis 2008 Vorsitzender der Kommission der Afrikanischen Union war.

Überreicht wurde der Preis von dem Mitglied des Deutschen Bundestages und Präsident der Deutschen Afrika Stiftung, Prof. Dr. Karl-Heinz Hornhues.

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Datum: 2003
Ort: Addis Abeba


2002..

Olara A. Otunnu (Uganda)

Den Deutschen Afrika-Preis 2002 erhielt der Ugander Olara A. Otunnu, der für seine Aktivitäten als UN-Sonderbeauftragter für Kinder in Kriegssituationen ausgezeichnet wurde. Seine vorrangige Aufgabe bestand darin, die internationale Öffentlichkeit für die Belange der Betroffenen zu sensibilisieren und deren soziale Reintegration nach Beendigung kriegerischer Auseinandersetzungen sicherzustellen.


Während seiner Ausbildung besuchte Otunnu die Gulu High School und das King´s College in Budo. Später wechselte er an die Makerere Universität in Kampala und nahm als Stipendiat ein Studium in Oxford und Harvard auf. Anschließend war er in New York als Rechtsanwalt beschäftigt. In den 1970er Jahren spielte Otunnu als Präsident der Makerere Student´s Union und später als Generalsekretär der Uganda Freedom Union eine führende Rolle im Widerstand gegen das Regime von Idi Amin. Nach dessen Sturz war er von 1979 bis 1980 an der Übergangsregierung beteiligt und diente anschließend für fünf Jahr als Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York und war in verschiedenen Positionen tätig.

Nach seiner Rückkehr 1985 wurde er zum Außenminister von Uganda ernannt und an den Friedensbemühungen des Landes beteiligt. Kurze Zeit später zog er sich aus der Politik zurück und widmete sich wieder seiner akademischen Karriere.

Überreicht wurde der Preis von Bundespräsident Dr. Johannes Rau.

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Datum: 2002
Ort: Bonn


2001..

Chenjerai Hove (Simbabwe)

2001 wurde Chenjerai Hove als zehnter Träger für sein Engagement als Kolumnist und seinem Einsatz für Menschenrechte und Demokratie mit dem Deutschen Afrika-Preis ausgezeichnet. 1954 geboren, gilt er als einer der bedeutendsten Schriftsteller Simbabwes und war bereits als Lehrer, Lektor, Journalist, Lyriker und Romancier tätig. 1989 wurde er für seinen ersten Roman "Bones" (deutscher Titel „Knochen") mit dem Noma-Price ausgezeichnet und wurde mit diesem und weiteren Werken in Deutschland bekannt. In seinen Romanen vermittelt er die aktuelle Geschichte seines Landes. Als Kolumnist der unabhängigen simbabwischen Wochenzeitung „The Independence" setzt er sich gegen Korruption, Misswirtschaft und Rassismus ein. Durch seine Berichterstattungen hat er dazu beigetragen eine starke Opposition in das Parlament zu bringen und mahnende Worte gegenüber der Regierung verlauten zu lassen.

Der Preis wurde verliehen von Dr. Uschi Eid, Parlamentarische Staatssekretärin des BMZ.

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Datum: 2001
Ort: Berlin


1999..

Waris Dirie (Somalia)

1999 wurde der Deutschen Afrika-Preis an die UN-Sonderbotschafterin für Menschenrechte Waris Dirie verliehen.

Sie war damit die zweite Frau, die durch die Deutsche Afrika Stiftung geehrt wurde. Sie wurde für ihre Erfolge bei der Aufklärung über und Prävention von weiblicher Genitalbescheindung ausgezeichnet, die auch in Ihrem Roman „Wüstenblume" thematisiert ist. Mit „Wüstenblume" ist es ihr gelungen, die Weltöffentlichkeit aufzurütteln. Dabei konnten sie vielen Menschen vermitteln, was weibliche Genitalbeschneidung bedeutet – dass sie in ihren Augen eine Verstümmelung darstellt.


In Ihrem Buch war es ihr möglich, diese Verletzung von Menschenrecht und -würde nicht nur zu beschreiben, sondern auch zu erklären. Dadurch wird der menschliche Hintergrund deutlich, die Beweggründe ihrer Mutter, die Ängste, die Unwissenheit und der strenge Rahmen der Tradition. Sie hat mit ihrem Engagement als UN-Sonderbotschafterin und ihrem Roman „Wüstenblume" zur Stärkung der Frauen und ihrer Rechte beigetragen und ist bis heute in diesem Bereich und als Schriftstellerin aktiv.

Überreicht wurde der Preis von Heidemarie Wiekzorek-Zeul, Bundesministerin für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit.

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Datum: 1999
Ort: Trossingen


1998..

Sir Quett Ketumile Masire (Botsuana)

Sir Quett Ketumile Joni Masire wurde in Kanye, Botsuana geboren und war von 1980 bis 1998 Präsident des Binnenstaats im südlichen Afrika. Als botsuanischer Staatsmann, der durch sein Handeln gezeigt hat, dass Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte die beste Vorsorge für Frieden, inneren Ausgleich und Stabilität sind, wurde er 1998, am Ende seiner Amtszeit, mit dem Deutschen Afrika-Preis geehrt.


Jahrzehnte vor seiner Amtszeit ließ er sich zum Lehrer ausbilden und arbeitete von 1949 bis 1955 an der Seepapisto Secondary School. Einige Jahre später war er Teil der Gründungsmitglieder der Bechuanaland Democratic Party, die später zur Botswana Democratic Party wurde, die das Land seit 1965 regierte. In den ersten zwei Jahren war erster Sekretär der Partei und übernahm 1966 das Amt des Vize-Präsidenten. Nach dem Tod des Präsidenten Khamas wurde Masire vom Parlament zum Nachfolger gewählt und trat sein Amt wenige Tage später an. Politisch setzte er die demokratische Linie seines Vorgängers fort, wodurch das südafrikanische Land weiterhin eines der stabilsten und wirtschaftlich erfolgreichsten Staaten Afrikas war. 1991 wurde er von Königin Elisabeth II. geadelt. Im November 1997 kündigte er seinen Rücktritt an. 1998 übernahm er den Vorsitz der Afrikanischen Einheit (OAU) und den Vorsitz einer Untersuchungskommission, die den Völkermord in Ruanda von 1994 untersuchte. Masire wurde für seine Bemühungen als Demokrat ausgezeichnet.

Überreicht wurde der Preis von Bundespräsident Roman Herzog.

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Datum: 1998
Ort: Bonn


1997..

Maître Blondin Beye † (Mali)

Maître Alioune Blondin Beye wurde 1939 in Bafoulablé, West-Mali geboren. Nachdem er in Bamako seine Schullaufbahn abschloss, studierte er Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Dijon in Frankreich, das er 1971 mit der Promotion beendete. Anschließend trat er eine Stellung als Professor für Rechtswissenschaften an der „Ecole Nationale d'administration" in Bamako und erhielt die Zulassung zum Rechtsanwalt. Nachdem er einige Jahre als Rechtsberater der malischen Regierung gedient hatte, wurde er als Minister für Jugend, Kunst, Sport und Kultur ins Amt berufen. Ab 1978 unterstütze er acht Jahre lang den Präsidenten Moussa Traore als Außenminister. Dann, neben der Tätigkeit als juristischer Berater in der Präsidialkanzlei, wurde er auch als juristischer Berater der „Afrikanischen Entwicklungsbank" tätig und stieg zum Generalsekretär der Organisation auf.

1993 nahm er schließlich die Herausforderung an, die vielen eine unmögliche Aufgabe erschien: Er nahm den Posten als Sonderbeauftragten des Generalsekretärs der UN, Boutros Boutros-Ghali, für Angola an. Als Sonderbeauftragter wurde er beauftragt, Angola zum Frieden zu verhelfen, das damals einen jahrzehntelangen Bürgerkrieg hinter sich hatte, der fast einer halben Million Menschen das Leben kostete und drei Millionen Menschen vertrieb. Er nahm an den Friedensverhandlungen Angolas mit maßgeblicher Energie, Intellekt und Fantasie teil und brachte, teilweise durch seinen persönlichen Willen, das Lusaka-Protokoll durch, welches 1994 den Bürgerkrieg beendete. In den drei darauffolgenden Jahren war es sein Hauptanliegen, langanhaltenden Frieden und Stabilität in Angola aufzubauen.

Maître Beye wurde 1997 dafür, dass er sein Leben damit verbrachte, für Frieden, Gerechtigkeit und respektable Lebensbedingungen für das malische und andere Völker zu kämpfen, mit dem Deutschen Afrika-Preis ausgezeichnet, überreicht von Bundesaußenminister Klaus Kinkel.


Er kam 1998 bei einem tödlichen Flugzeugunglück ums Leben und hinterlässt seine Frau und vier Kinder.

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Datum: 1997
Ort: Bonn


1996..

Elizabeth Kayissan Pognon (Benin)

Im Jahr 1996 kam die Jury des Deutschen Afrika-Preises erstmals und einmütig zu der Entscheidung, eine Frau auszuzeichnen und sie als eine der zahlreichen Frauen zu ehren, die die positiven Entwicklungen des Kontinents vorantreiben. Elizabeth Kayissan Pognon aus Benin wurde für ihre besondere persönliche Leistung im Demokratisierungsprozess ihres Heimatlandes geehrt.

Nachdem sie in Paris und Bordeaux, wo sie auch später die Befähigung zum Richteramt erwarb, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften studiert hatte, legte sie eine bemerkenswerte Karriere hin. Nach vier Jahren am Berufsgericht in Cotonou, durchlief sie Stationen als Präsidentin des Arbeitergerichts und Generalsekretärin des Obersten Rates der Berufsrichter, der Verwaltungsgerichtskammer des Obersten Gerichtshofes und des Justizministeriums. 1993 wurde sie schließlich zur Präsidentin des Verfassungsgerichtshofes der Republik Benin gewählt.

Anders als ihre Vorgänger legte sie mehr Wert auf die Entscheidungen bezüglich Verletzungen von Menschenrechten und gab ihnen dadurch mehr Gewicht. Gleichzeitig hat das Verfassungsgericht durch seine politisch neutrale Position einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen der Präsidentschaftswahlen 1996 geleistet. So erklärte das Gericht sogar teilweise Stimmen für ungültig. Die als „eiserne Frau" bezeichnete Elizabeth Pognon zeigte sich auch in solch hektischen und schwierigen Situationen ruhig und besonnen. Sie orientierte ihr Handeln stets an sachlichen Kriterien und sicherte durch ihre Amtsausübung am Verfassungsgericht eine institutionelle Gewaltenkontrolle. Sie leistete damit einen entscheidenden Beitrag zur demokratischen Entwicklung Benins.

Überreicht wurde der Preis von Verfassungsgerichtspräsidentin Jutta Limbach.

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Datum: 1996
Ort: Bonn


1995..

Prof. Dr. Peter A ´Nyong´o (Kenia)

Der aus Kenia stammende Prof. Dr. Peter Anyang´ Nyong´o gewann 1995 für seine Beiträge in der politikwissenschaftlichen Forschung und zur Demokratisierung seines Heimatlandes den Deutschen Afrika-Preis.

Nyong´o studierte zunächst Philosophie und Politikwissenschaft an der Makerere Universität in Kampala und studierte anschließend Politikwissenschaft an der Universität von Chicago, wo er 1977 auch seinen Doktortitel erhielt. Anschließend lehrte er an der Universität Nairobi, der Nationalen Universität Mexiko und der Universität von Addis Abeba. Zwischenzeitig war er für zwei Jahre beim Sekretariat der Vereinten Nationen in New York tätig. 1992 ist er zum ersten Mal zum Mitglied des kenianischen Parlaments gewählt worden und bis heute politisch aktiv.

Überreicht wurde der Preis von Carl-Dieter Spranger, Bundesminister für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit.

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Datum: 1995


1994..

Derek Keys und Trevor Manuel (Südafrika)

In den 1990er Jahren wurde Südafrika als Demokratie wiedergeboren. Zwei Südafrikaner trugen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Während Trevor Manuel die Verantwortung für die Wirtschaftspolitik des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) übertragen wurde, übernahm Derek Keys diese Aufgabe 1992 für die damalige südafrikanische Regierung.

Beide Positionen bedurften damals gründlicher Veränderung und Verbesserung, die die beiden letztendlich durchsetzten. Manuels Aufgabe bestand darin, das Ziel des ANC – die Ermächtigung der Unterprivilegierten – stark zu bekräftigen und gleichzeitig die Mittel dazu dem Markt beherrschenden System der 90er Jahre anzupassen.

Keys dagegen musste mit den Folgen der Belagerungswirtschaft fertig werden, die dazu geführt hatten, dass dem Staat eine übermächtige Rolle zukam, sowie mit der ungleich verteilten Gunst des Staates. Die Umstrukturierungen sollten dabei nicht den Fortschritt zu den ersten demokratischen Wahlen gefährden, aber dennoch die Tür für wirtschaftliches Wachstum offen halten. Für das Erreichen dieser Ziele wurden die beiden Männer 1994 mit dem Deutschen Afrika-Preis geehrt. Überreicht wurde der Preis von der Präsidentin des Deutschen Bundestages Rita Süssmuth.

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Datum: 1994
Ort: Bonn


1993..

Maître Yawovi Agboyibo (Togo)

Der erste Preisträger des Deutschen Afrika-Preises war der gebürtige Togoer Maître Yawovi Agboyibo. Nach seiner Schul- und Collegezeit studierte er Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Dakar. Nachdem er sein Diplom in Privatrecht erhalten hatte, war er als Anwalt in Lomé tätig. Einige Jahre später wurde er Präsident der Rechtsanwaltskammer der Stadt und gleichzeitig Leiter der nationalen Kommission für Menschenrechte.
Bereits vor dieser Zeit begann Agboyibo sich politisch zu engagieren. So wurde er 1985 in die Nationalversammlung gewählt und gründete nach seiner Wiederwahl 1990 die gemäßigte Oppositionspartei „Comité d'Action pour le Renouveau". Ein Jahr später wurde er Vorsitzender der Partei und wiederum zwölf Monate später Mitglied des Übergangsparlaments. Durch seinen steten Einsatz für Menschenrechte und Demokratie hat sich Agboyibo große Verdienste um eine Verbesserung der diesbezüglichen Lage in Togo erworben.

Überreicht wurde der Preis vom Bundespräsidenten Richard von Weizäcker.

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Datum: 1993
Ort: Bonn


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