Rückblick Deutscher Afrika-Preis 2017

Vom 20. bis zum 24. November 2017 empfing die Deutsche Afrika Stiftung den diesjährigen Träger des Deutschen Afrika-Preises, Nicholas Opiyo. Höhepunkt seines Aufenthaltes war die feierliche Zeremonie am gestrigen Abend, bei der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor mehr als 260 geladenen Gästen die Auszeichnung überreichte.

 

Mit seiner Organisation Chapter Four Uganda engagiert Nicholas Opiyo sich vor Gericht für die Einhaltung von Bürgerrechten, wobei er - im Gegensatz zu vielen Kollegen - auch nicht vor prominenten politischen Gegnern oder heiklen Themen Halt macht. Obwohl oder weil er politische Unabhängigkeit wahrt, zählt er zu den wichtigsten Meinungsführern des Landes in einem zunehmend autokratischen Umfeld.

 

Zum Auftakt des einwöchigen Aufenthaltes wurde der Preisträger im Deutschen Bundestag von Abgeordneter Sevim Dagdelen (DIE LINKE) sowie 3 Referenten der Fraktion zu einem Gespräch empfangen. Hier ging es unter anderem um die politische Rolle Ugandas in der Region und den Einfluss des Landes in internationalen Militäreinsätzen.  Am Abend trat Nicholas Opiyo live in der Deutschen Welle TV auf und berichtete über seine Arbeit als Menschenrechtsanwalt in Uganda und die politische Zukunft seines Landes. Dabei stellte er vor allem die politischen Entwicklungen in Simbabwe und die Forderung des ugandischen Präsidenten Yoweri Museveni, die Altersbeschränkung für den Präsidenten aufzuheben, um ihm eine siebte Amtszeit zu ermöglichen, dar. Das Interview wurde afrikaweit ausgestrahlt.

 

Nach einer privaten Führung durch den Bundestag geleitet von dem Büro des Abgeordneten Omid Nouripour traf sich Nicholas Opiyo mit Journalisten der Deutschen Welle, der taz, sowie des Tagesspiegels zu Einzelinterviews. Gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung lud die DAS am Dienstagabend zu einer Diskussion zum Thema “Demokratische Öffnung oder Abgleiten in die Autokratie? Uganda am Scheideweg” in die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft ein. Opiyo teilte sich das Podium mit dem deutschen Botschafter in Uganda, Dr. Albrecht Conze, und dem Leiter des ugandischen Büros der Konrad-Adenauer-Stiftung, Mathias Kamp. Unter der Leitung von Ingo Badoreck, dem Generalsekretär der DAS, beantworteten die Panelisten kritische Fragen zu der politischen Entwicklung und der Menschenrechtslage in Uganda. Als Vertreter der ugandischen Regierung war der stellvertretende Botschafter Johnny Muthahi Muhindo anwesend, der nach der ersten Diskussionsrunde ein Statement abgab.

 

Den Mittwochvormittag verbrachte Nicholas Opiyo in der Konrad-Adenauer-Stiftung, welche ihn für den Preis nominiert hatte. Mittwochnachmittag standen zwei weitere Meetings an, zum einen mit Georg Schmidt, dem Regionalbeauftragten für Subsahara-Afrika und Sahel des Auswärtigen Amtes, und zum anderen mit Yvonne Papendorf und drei Kolleginnen von Brot für die Welt. Diesen berichtete Herr Opiyo ausführlich von seiner Arbeit als Menschenrechtsanwalt, speziell zur Diskriminierung von LGBT-Personen in Uganda. Anschließend tauschten sich die Beteiligten über ihre Erfahrungen hinsichtlich Menschenrechtsverletzungen aus.

 

Am folgenden Tag, nach dem Mittagessen mit dem DAS Vorstand in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft und einer kurzen Verschnaufpause traf Nicholas Opiyo Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem Vorgespräch im Allianz Forum, bevor dieser dort feierlich den Deutschen Afrika-Preis überreichte.

 

Wir danken allen Partner und Partnerinnen der Deutschen Afrika Stiftung für ihre Unterstützung bei den Vorbereitungen und Durchführung des Deutschen Afrika-Preises und freuen uns auf das kommende Jahr.

African Edition, Nicholas Opiyo mit dem Deutschen Afrika-Preis ausgezeichnet, 27.11.2017 Allianz SE, Nicholas Opiyo wins 2017 German Africa Award, 24.11.2017 LoNam, Deutscher Afrika-Preis für Menschenrechtsanwalt Nicholas Opiyo aus Uganda, 24.11.2017 Africa live, Deutscher Afrika-Preis an Nicholas Opiyo aus Uganda, 24.11.2017 African Courier, Uganda’s Nicholas Opiyo receives German Africa Prize in Berlin, 24.11.2017 edge, Lawyer Opiyo receives German Africa Prize, 23.11.2017 taz, „Gewehrlauf zwischen den Rippen“, 23.11.2017 Deutsche Welle, German Africa prize winner: 'There are grave rights violations in Uganda', 23.11.2016 Kuchu Times, Nicholas Opiyo receives the German Africa Award, 23.11.2017

Der Deutsche Afrika-Preis

Mit dem Deutschen Afrika-Preis ehrt die Stiftung seit 1993 herausragende Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise nachhaltig für Demokratie, Frieden, Menschenrechte, Kunst und Kultur, soziale Marktwirtschaft und gesellschaftliche Belange einsetzen. Die Auswahl der Preisträger*innen erfolgt durch eine unabhängige Jury und soll ein differenziertes Afrikabild widerspiegeln und zur weiteren Befassung mit dem Kontinent und seinen Menschen anregen.

 

Seit der ersten Preisverleihung vor mehr als 20 Jahren wird der Deutsche Afrika-Preis stets von führenden Persönlichkeiten der deutschen Politik verliehen, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und alle Bundespräsidenten seit Richard von Weizsäcker und erreichte von Anfang an ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und Ansehen in Deutschland, und auch auf dem afrikanischen Kontinent. 2017 verlieh Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dem Menschenrechtsanwalt Nicholas Opiyo aus Uganda den Deutschen Afrika-Preis.

 

Die Verleihung erfolgt im Rahmen eines feierlichen Festaktes mit mehreren hundert Teilnehmern aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft aus Afrika und Deutschland. Die Deutsche Welle und andere Medien berichten im Regelfall in ihren Programmen über die Veranstaltung.

 

Mit dem Preis werden in erster Linie herausragende Persönlichkeiten vom afrikanischen Kontinent geehrt, die sich um Frieden, Demokratie, Menschenrechte oder nachhaltige Entwicklung verdient gemacht haben.

 

Darüber hinaus wird der Deutsche Afrika-Preis vergeben

  • als Ehrenpreis für deutsche Persönlichkeiten, die sich um Afrika verdient gemacht haben
  • als Auszeichnung für besondere afrikabezogene Publizistik
  • als Förderpreis für afrikanische und nicht-afrikanische Wissenschaftler.

Die Entscheidung über die Preisträger fällt eine unabhängige Jury. In der ca. 20-köpfigen Jury sitzen neben dem Vorstand der Deutschen Afrika-Stiftung auch Mitglieder des Deutschen Bundestags, Vertreter des Auswärtigen Amtes, des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie andere Persönlichkeiten, die sich um die deutsch-afrikanischen Beziehungen verdient gemacht haben.

 

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