KW 29: Zwiespältige Lösungen

Pressespiegel vom 12.07. - 19.07.


Ankündigung von Referendum zur Teilunabhängigkeit in Äthiopien

Gestern gab die nationale Wahlbehörde in Äthiopien bekannt, dass binnen der kommenden Monate ein Referendum über eine Teilautonomie der südlichen Provinz Southern Nations, Nationalities, and Peoples' Region abgehalten werden soll. Vorausgegangen waren diesbezüglich Forderungen der Sidama-Ethnie zur Abspaltung der Region und die Schaffung einer eigenständigen Provinz. In Äthiopien gibt es bereits neun halb-autonome Provinzen. Die Verfassung mit dem föderalistischen System Äthiopiens erlaubt ethnischen Minderheiten Teilautonomien zu errichten. Nach Einreichung eines offizielles Gesuchs hat die Regierung binnen eines Jahres ein Referendum in der Region über die Abspaltung abzuhalten. Die Regierung hat den Mitgliedern der Sidama-Ethnie gestern zugesichert binnen fünf Monaten ein Referendum über die Unabhängigkeit der Region durchzuführen, was von Führern der Sidama-Ethnie angenommen wurde. Die Einigung wurde von Beobachter begrüßt, die eine Eskalation zwischen Aktivisten und staatlichen Sicherheitskräften befürchtet hatten. Trotzdem wurde eine verstärkte Präsenz von Sicherheitskräften auf den Straßen der Provinzhauptstadt Hawassa beobachtet. Die Entwicklungen gelten als richtungsweisend für die innenpolitische Stabilität, da weitere Unabhängigkeitsbestrebungen verschiedener Ethnien in Äthiopien bestehen. Der Umgang und die Wahrung der Einheit des ethnisch-segregierten Landes gilt als eine der zentralen Herausforderungen für den seit 2018 regierenden Ministerpräsidenten Abiy Ahmed.


Militäreinsatz in Kapstadt

In der südafrikanischen Stadt Kapstadt wird seit Donnerstag das Militär zur Unterstützung der Polizeikräfte eingesetzt. Es soll den Sicherheitskräften dabei helfen die ausufernde Bandenkriminalität in Vororten der Stadt zu unterbinden. Präsident Cyril Ramaphosa kündigte an die South African Defence Force (SANDF) bis Oktober im Ballungsgebiet Kapstadts zu stationieren. Eine genaue Anzahl der Soldaten ist nicht bekannt. Vorrangiges Einsatzgebiet sind die sogenannten Cape Flats, wo hohe Arbeitslosigkeit und Drogenmissbrauch vorherrschen. Die Reaktionen sind unterdessen gespalten. Teile der Anwohner befürworten aus Angst vor den Gangs, wie zum Beispiel der Hard Living oder Young Americans, die Einsetzung des Militärs. Beobachter sehen diese Entscheidung als eher temporäre und nicht nachhaltige Lösung an, da es die zugrunde liegenden Gründe für die hohe Kriminalität, nicht adressiert. Seit Januar sind 2.000 Menschen in Wohnviertel mit mehrheitlich schwarzen und gemischt-ethnischen Bewohnern getötet worden. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 20.000 Morde in Südafrika verzeichnet. Kapstadt gilt als eine der gefährlichsten Städte weltweit.


Und sonst?
Heute erscheint das neue Album The Lion King: The Gift von Weltstar Beyoncé, das in Kollaboration mit namenhaften afrikanischen Produzenten und Künstlern, wie der Nigerianerin Yemi Alade entstanden ist. Das Album erscheint gleichzeitig zu dem neu animierten Film Der König der Löwen, in dem Beyoncé eine Synchronstimme spricht. Die afrikanische Medienöffentlichkeit feiert die Veröffentlichung des Albums und der Debütsingle, dessen letzter Satz auf Swahili ist. Die Künstlerin selbst bezeichnet es als "Liebesbrief an Afrika".


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