Hier finden Sie einen Überblick über die Veranstaltungen der Deutschen Afrika Stiftung, die in den letzten Jahren stattgefunden haben.

30.11.
2016

Kein Buch wie jedes andere – Fiston Mwanza Mujilas Debütroman „Tram 83“ sorgt für Aufsehen auf der ganzen Welt. Er erhielt bereits mehrere Preise und wurde sogar für den renommierten Man Booker International Prize nominiert.

So war es eine goße Freude, Fiston Mwanza Mujila am 30. November bei uns als Gast begrüßen zu dürfen. Er begeisterte die knapp 60 Zuhörer*innen mit seiner außergewöhnlichen Bühnenpräsenz und dem musikalisch anmutenden Vortragen seines Romans - den er nach eigener Aussage wie eine Jazzpartitur komponierte. Neben der Lesung, die er sowohl auf Deutsch als auch Französisch hielt, sprach er über die Verantwortung und Ambiguität afrikanischer Schriftsteller*innen, über das Schreiben in verschiedenen Sprachen und die Literaturszene im Kongo und in Afrika. Die zahlreichen Fragen der Gäste sowie das noch lange andauernde Get Together im Anschluss der Veranstaltung zeugten von dem großen Interesse und der Begeisterung an Mujila und seinem Roman.

In seinem Roman zeichnet Mujila das düstere Bild eines fiktiven mittelafrikanischen Landes in den Wirren eines endlosen Bürgerkriegs. Tram 83 ist der Name einer Bordellbar, dem einzigen Nachtclub in einer afrikanischen Großstadt. Hier treffen die verschiedensten Charaktere aufeinander – von Arbeitern aus den Minen und Ex-Kindersoldaten bis hin zu Studierenden und Touristen. An diesem Ort des moralischen Verfalls sehen sich auch zwei ungleiche Freunde wieder: Lucien, ein Schriftsteller mit absurd hohen moralischen Ansprüchen, der an sich und der Welt leidet, findet auf der Flucht vor Erpressung und Zensur Schutz bei Requiem, der sich durch das Leben gaunert.

Das Besondere an Mujilas Roman ist seine Form, seine Art die Geschichte zu erzählen – rhythmisch, von Wiederholungen und Unterbrechungen geprägt wirft es die Lesegewohnheiten vieler Leser*innen durcheinander und war ein Grund, warum der aus der Demokratischen Republik Kongo stammende Autor lange keinen Verlag für dieses Kunstwerk fand.

 

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Nichtregierungsorganisation AfricAvenir und dem Seminar für Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin statt.

mehr

Datum: 30.11.2016
Uhrzeit: 18 Uhr
Ort: Deutsche Afrika Stiftung, Ziegelstr. 30, 10117 Berlin


24.11.
2016

3. Runder Tisch Afrikas Wirtschaft im Fokus

PDF

 

Thema: Nigeria, Mosambik und Sambia – neue Märkte auf dem Weg in die Diversifizierung

Zum dritten Mal in diesem Jahr luden die Deutsche Afrika Stiftung und der Deutsche Industrie- und Handelskammertag unter der Schirmherrschaft von Andreas Lämmel MdB in den Bundestag ein. Unter der Frage „Nigeria, Mosambik und Sambia – neue Märkte auf dem Weg in die Diversifizierung?“ entspann sich eine hochkarätige Diskussion zwischen den Vortragenden und den rund 80 Teilnehmenden aus Politik und Wirtschaft. Sie drehte sich um die weltweit niedrigen Rohstoffpreise, die damit zusammenhängenden Einnahmeeinbußen, aber auch die Chancen für eine nachhaltige Diversifizierung der Industriepolitik und der allgemeinen wirtschaftlichen Ausrichtung.

Zur Begrüßung machte MdB Lämmel auf die kommende G20-Präsidentschaft der Bundesrepublik Deutschland aufmerksam, in der Bundeskanzlerin Merkel einen Schwerpunkt auf Afrika legen möchte. Dr. Marc Lucassen von der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Nigeria, Dr. Friedrich Kaufman von der Auslandshandelskammer für das Südliche Afrika, Außenstelle Mosambik und Johannes Kurt, sein Pendant in Sambia, stellten zu Beginn die jeweilige wirtschaftliche und politische Situation in ihren Ländern vor. Deutlich wurde dabei das gemischte Bild, das sich in all den drei Ländern jeweils bietet: zum einen die Probleme, wie politische Konflikte, die hohe Jugendarbeitslosigkeit oder der Devisenmangel, zum andern aber auch das große Potential, das durchaus vorhanden ist. So zeigte Johannes Kurt auf, wie Sambia als Vorbild im Modell der Verzahnung zwischen Entwicklungszusammenarbeit und Wirtschaftsförderung dienen kann. Kaufmann berichtete von Prognosen, nach denen Mosambik in zehn bis zwanzig Jahren zu einem mittleren Einkommensland werden kann und Lucassen hob den hervorragenden Ruf hervor, den die deutsche Wirtschaft in Nigeria innehat. Gleichzeitig ermahnte er, dass Deutschland diesen guten Ruf noch zu wenig nütze und die 85 Unternehmen vor Ort als Basis zum Aufbauen angesehen werden sollten. Eine vermehrte Zusammenarbeit zwischen Privatwirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit würde zudem die vorhandene Fragmentierung verbessern. Auch MdB Lämmel betonte noch einmal, dass eine solche Verzahnung noch zu wenig vorhanden sei.

In der Fragerunde zeigte sich das große Interesse des Publikums am Thema, das detaillierte Nachfragen stellte, und beim anschließenden Buffet noch in regen Austausch miteinander trat.

mehr

Datum: 24.11.2016
Uhrzeit: 18:30
Ort: Deutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus, Raum E.200, Eingang West


22.11.
2016

Verfassung und Rechtstaatlichkeit als Garanten für Südafrikas junge Demokratie?

PDF

20 Jahre nach Verabschiedung der ersten freiheitlich-demokratischen Verfassung gerät die Demokratie in Südafrika zunehmend unter Druck. Korruption, Klientelismus und Patronage ziehen immer weitere Kreise und untergraben das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Demokratie. Politische Skandale, wie der steuerfinanzierte Ausbau der Privatresidenz des Präsidenten („Nkandla“) oder die unzulässige Einflussnahme von Unternehmerfamilien auf politische Entscheidungen („Gupta-Gate“), bestimmen die Schlagzeilen. Die Grenzen zwischen Staat und Regierungspartei drohen immer mehr zu verschwimmen. Trotz allem hat sich Südafrikas Demokratie bisher als widerstandsfähig erwiesen. Eine besonders wichtige Rolle spielen dabei die Justiz, die ihre Unabhängigkeit bewahren konnte, sowie die sog. „Chapter 9“ Institutionen der Verfassung. Eine Schlüsselfunktion kommt dabei dem Büro des Public Protectors (Ombudsstelle) zu, zu dessen Hauptaufgaben die Bekämpfung von Korruption und Klientelismus in Regierung und öffentlicher Verwaltung gehört.

 

Thulisile Madonsela, Public Protector Südafrikas von 2009 bis 2016, diskutierte mit MdB Sibylle Pfeiffer, Obfrau des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Deutschen Bundestages, Walter Lindner, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Südafrika und Prof. William Gumede, Executive Chairperson of the Democracy Works Foundation, Südafrika, auf diesem von Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin moderierten Panel. Es wurde erörtert, vor welchen Herausforderungen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Südafrika 20 Jahre nach Einführung der ersten freiheitlichen Verfassung stehen, wie widerstandsfähig die demokratischen Institutionen des Landes sind und ob demokratische Errungenschaften in Gefahr sind. Rund 150 Teilnehmende lauschten den spannenden Ausführungen dieser Diskussion, die gemeinsam von der Deutschen Afrika Stiftung, der Friedrich Ebert Stiftung und der Konrad-Adenauer-Stiftung organisiert wurde.

mehr

Datum: 22.11.2016
Uhrzeit: 18:30
Ort: Friedrich Ebert Stiftung, Haus 1, Hiroshimastraße 17, 10785 Berlin


27.09.
2016

Fachgespräch: Handelserleichterungen für Subsahara-Afrika?

PDF

Am 27.9. veranstalteten die Deutsche Afrika Stiftung und die Friedrich-Ebert-Stiftung unter der Schirmherrschaft von Gabriele Groneberg MdB ein Fachgespräch im Deutschen Bundestag über die Bedeutung verschiedenster Handels- und Wirtschaftspartnerschaftsabkommen für Subsahara-Afrika. Es diskutierten Remco Vahl, stellvertretender Referatsleiter Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der Europäischen Kommission, Eveline Herfkens, Senior Fellow der Johns Hopkins School of Advanced International Studies und Christoph Strässer MdB, Leiter des Gesprächkreises Afrika der SPD-Bundestagsfraktion. Moderiert wurde das Fachgespräch von Prof. Dr. Helmut Asche des Instituts für Ethnologie und Afrikastudien der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Das Fachgespräch wurde anfangs vor allem durch eine interessante Diskussion zwischen Eveline Herfkens und Remco Vahl, aufgrund ihrer kontroversen Positionen zum Thema, dominiert. Während Herfkens Handels- und Investitionspartnerschaften wie die „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ (TTIP) als „threat for Africa“ bezeichnete, machte Vahl primär auf die Vorteile des Wirtschaftspartnerschaftsabkommens (EPA) aufmerksam. Daraufhin legte Strässer seine Ansichten, vor allem durch seine ehemalige Tätigkeit als Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe geprägt, dar. Abschließend wurde die Diskussion dem Plenum geöffnet und die Möglichkeit, Fragen an die Panelisten und die Panelistin zu stellen, wurde ausgiebig genutzt.

Beim Empfang bot sich die Gelegenheit sich im informellen Rahmen bei einem Imbiss auszutauschen.

 

mehr

Datum: 27.09.2016
Uhrzeit: 18:00
Ort: Bundestag, Paul-Löbe-Haus, Raum E.800, Eingang West


20.09.
2016

Demokratie auf dem Rückzug? Politische Weichenstellungen in Subsahara-Afrika

PDF

Unter der Schirmherrschaft von Volkmar Klein MdB (CDU) luden die Deutsche Afrika Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung zu einer Podiumsdiskussion in den Deutschen Bundestag ein. Auf dem Panel diskutierten Günter Nooke, Afrika-Beauftragter der Bundeskanzlerin und Afrikabeauftragter des BMZ, Denis Kadima, Direktor des afrikanischen Think Tanks "Electoral Institute for Sustainable Democracy in Africa" (EISA) und Mathias Kamp, Repräsentant der KAS  in Kampala, die jüngsten Tendenzen in den Demokratisierungsprozessen Subsahara-Afrikas und die Rolle der deutschen Politik in diesen Prozessen.


Nach einleitenden Begrüßungsworten wurde die Diskussion durch Günter Nookes Statement „Demokratie ist überbewertet“ eingeleitet. Laut Nooke solle mehr Augenmerk auf die Qualität der Wahlen und die Einhaltung der Menschenrechte nach den Wahlen gelegt werden, statt auf die Wahlen an sich. Denis Kadima äußerte sich zur Fort- und Rückschrittlichkeit der Demokratisierung in Subsahara-Afrika, wobei hier ein allgemeines Bild darzustellen sich kompliziert erweise, da von Land zu Land große Unterschiede herrschten. Fortschritte sieht Kadima vor allem in der Qualität der Wahlen und der Machtzunahme der Oppositionen. Mathias Kamp gab am Beispiel Ugandas einen konkreten Einblick in die Demokratie des Landes, wobei er die Verhältnisse als „demokratische Fassade“ beschrieb, in der jedoch im Gegensatz zu anderen Staaten immer noch Raum für politisches Engagement gegeben ist.

Die zweite Hälfte der Diskussion drehte sich vor allem um die Rolle der deutschen Außenpolitik in den Demokratisierungsprozessen Südsahara-Afrikas.  Denis Kadima sieht die Arbeit der deutschen Regierung als wichtig an, unter anderem könne Deutschland Druck auf Diktatoren ausüben und aktive Demokratiebestrebungen unterstützen.

Anschließend bot der Buffetempfang die Möglichkeit sich im informellen Rahmen persönlich auszutauschen.

mehr

Datum: 20.09.2016
Uhrzeit: 18.00
Ort: Bundestag, Jakob-Kaiser-Haus, Raum 1.228


08.09.
2016

Dialogforum Eritrea

PDF

Am 08.09. veranstalteten die Deutsche Afrika Stiftung und die Deutsche Welle anlässlich des Besuchs einer hochrangigen eritreischen Regierungsdelegation eine Podiumsdiskussion zur aktuellen politischen und wirtschaftlichen Situation in Eritrea und den Stand der deutsch-eritreischen Beziehungen im Humboldt Carré in Berlin. Die Podiumsdiskussion bot die Gelegenheit zum Austausch mit dem Berater des eritreischen Präsidenten, Herrn Yemane Gebreab und den Referierenden, Herrn Christoph Strässer, Mitglied des Deutschen Bundestages und ehemaliger Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Dr. Thomas Dirksen, Vorstand der  in Eritrea tätigen Organisation ARCHEMED, Georg Schmidt, Regionalbeauftragter für Subsahara-Afrika des Auswärtigen Amts, Ludger Schadomsky, Leiter der  Amharisch Redaktion der Deutschen Welle, als auch der interessierten Öffentlichkeit. Anschließend bot der Buffetempfang die Möglichkeit sich im informellen Rahmen persönlich auszutauschen.

Einen Artikel der Deutschen Welle über die Podiumsdiskussion finden Sie hier.

mehr

Datum: 08.09.2016
Uhrzeit: 18:30
Ort: Humboldt Carré


09/10.06.
2016

DAS Literatur-Kongress: We need new Stories

Vom 9. bis 10. Juni 2016 lud die Deutsche Afrika Stiftung unter der Schirmherrschaft ihrer Vizepräsidentin Gabriele Groneberg MdB (SPD) dazu ein, zeitgenössische Literatur aus Afrika zu diskutieren.

 

Den Auftakt bildete DAS Literatur-Quartett, bei dem sich vier der bekanntesten Gesichter aus Deutschlands Literaturkritik-Szene je einem neu auf Deutsch erschienen aktuellen Roman annahmen. Alle vier ausgewählten Geschichten erzählen mit Hilfe der Fiktion von afrikanischer Lebensrealität. Jörg Plath (Deutschlandradio) stellte Wir brauchen neue Namen von NoViolet Bulawayo vor, das seiner Meinung nach „stärkste Buch“ der Reihe, das bei allen auf positive Kritik stieß. Die Publizistin Sigrid Löffler nahm sich Teju Coles Open City an, eine komplexe Geschichte über die Einsamkeit eines Afro-Amerikaners in New York. Sabine Vogel von der Berliner Zeitung kritisierte Alain Mabanckou (Morgen werde ich zwanzig), während Jörg Petzold (FluxFM) Unsere Namen von Dinaw Mengestu vorstellte und gleichzeitig souverän das Quartett moderierte.

 

Panel 1:

Die erste Podiumsdiskussion ging den Fragen nach, welche Bücher überhaupt in Deutschland auf den Markt kommen, ob an afrikanische Literatur noch immer der Anspruch gestellt wird, der auf Stereotype basiert, und warum AutorInnen vom Kontinent nie auf Bestseller-Listen zu finden sind. Seit in den letzten zwei Jahrzehnten eine jüngere Generation an afrikanischen Autor*innen herangewachsen ist, hat sich auch in Deutschland einiges verändert. Literatur von unserem Nachbarkontinent steht nicht mehr in der „Dritten Welt“-Ecke und wird teilweise sogar vom Feuilleton besprochen. Dennoch funktionieren viele Geschichten nur über Stereotype. Ein Fakt, der – folgt man der Meinung der Podiumsgäste – vor allem auf dem späten postkolonialen Diskurs in Deutschland und dem immer noch einseitigen Afrikabild in der Gesellschaft beruhe. Autobiografische Geschichten, die möglichst tragische Inhalte haben, wären nach wie vor erfolgreicher. Durch die geringen Produktionsmittel kleinerer Verlage schafften es andere Geschichten oft nicht auf den großen Markt. In den letzten Jahren hätten aber berühmte Autor*innen wie Teju Cole oder Chimamanda Adichie als Transporteure afrikanischer Literatur und Geschichten fungieren können und damit das Alltagsbild vom Kontinent in den Köpfen der deutschen Leserschaft positiv verändert, wobei nach wie vor anglo-amerikanische Texte dominierten, was immer wieder die Frage nach adäquaten Übersetzungen und Sprache als Transporteur von Prosa und Lyrik aufwerfe.

 

Panel 2:

Im Anschluss diskutierten vier bekannte Autor*innen Fragen zu aktuellem afrikanischen Schriftstellertum, Storytelling und (ökonomischen) Zwängen. Storytelling ist trotz vieler Gemeinsamkeiten für alle vier sehr unterschiedlich. Für Amma Darko ist das Schreiben das Porträtieren von Realität und auch eine Art spiritueller Prozess. Taiye Selasi bringt in ihren Romanen Alltagsobservationen und Erinnerungen zu Papier, die sie mit Fiktion anreichert. Elnathan John hingegen hat für seinen Debutroman und dessen Hauptfigur viel recherchiert, weil er die Situation im Norden Nigerias möglichst real proträtieren wollte, jenseits von den wenig nuancierten Mediendarstellungen. Für ihn sei es besonders wichtig, mit seinen Charakteren empathisch umzugehen, nur so bekämen sie die nötige und glaubhafte Tiefe. Ökonomische Abhängigkeiten, marktspezifische Details und die Frage nach Authentizität, da sind sich die Autor*innen einig, kämen eher zu einem späteren Zeitpunkt beim Verhandeln mit den Verlagen auf. Diese Zwänge ließen sich aber mindern, wenn die Produktionsmittel vom internationalen Markt zurück in die Hände der Autor*innen wanderten. Dafür bräuchte es aber mehr Verlagshäuser auf dem Kontinent.

 

Mit kreativen Spoken Word Performances sechs junger Künstler*innen ließen wir den Kongress ausklingen. Bei einem anschließenden Get-Together gab es die Möglichkeit zu Austausch und Diskussion. 

mehr

Datum: 09/10.06.2016
Ort: TAK Theater im Aufbau Haus, Prinzenstr. 85 F, 10969 Berlin


08.06.
2016

Dinner mit dem Staatspräsidenten der Republik Togo, S.E. Faure Gnassingbé

PDF

Am 08.06. lud die Deutsche Afrika Stiftung gemeinsam mit dem Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft zu einem Abendessen mit dem Staatspräsidenten der Republik Togo, Faure Gnassingbé, in den Capital Club nach Berlin ein.

 

Präsident Gnassingbé wurde von einer hochrangigen Delegation mit mehreren Ministern begleitet. Die ca. 70 Teilnehmenden hatten die Möglichkeit persönlich ins Gespräch mit dem Staatspräsidenten und der togolesischen Delegation zu kommen und konkrete Anliegen und Projekte zu besprechen. Der Vorstand der Afrika Stiftung war durch den Vizepräsidenten des Deutschen Bundestags, Johannes Singhammer MdB und Volkmar Klein MdB vertreten, der in seiner Begrüßung den Wunsch zu einer maßgeblichen Intensivierung der deutsch-togolesischen Beziehungen zum Ausdruck brachte.

 

Faure Gnassingbé ist seit 2005 Präsident der Republik Togo und wurde 2015 in seinem Amt bestätigt. Togo hat seit einigen Jahren eine rasante wirtschaftliche Entwicklung genommen: die Wachstumsraten liegen bei 5,4 Prozent und die Inflationsrate von etwa 1,9 Prozent ist sehr niedrig.

mehr

Datum: 08.06.2016
Uhrzeit: 19:00
Ort: Capital Grill des Berlin CApital Clubs, Mohrenstraße 30, 10117 Berlin


28.04.
2016

Fachgespräch: Die Flüchtlingskrise aus Sicht der Maghreb-Staaten

PDF

Die Vizepräsidentin der Deutschen Afrika Stiftung, Gabriele Groneberg MdB, und die Deutsche Afrika Stiftung luden am 28.04.2016 zu einem Fachgespräch in den Bundestag ein, zu dem zahlreiche Mitglieder des Deutschen Bundestages und verschiedene Vertreter und Vertreterinnen aus Politik und Wirtschaft erschienen.

 

Zum Thema „Die Flüchtlingskrise aus der Sicht der Maghreb-Staaten“ stellten zunächst die Botschafter Nor-Eddine Aouam (Algerien), Dr. Omar Zniber (Marokko) und Elyes Kasri (Tunesien) ihre Berichte zur aktuellen innenpolitischen Lage in ihren Ländern vor. Dabei wiesen alle auf bereits bestehende positive Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union hin. Jedoch gäbe es hinsichtlich der Flüchtlingsproblematik immer wieder Unklarheiten bei der Bestimmung der faktischen Zahlen Geflüchteter aus den jeweiligen Ländern. Oft seien die Diplomaten auf die Zahlen aus den Medien angewiesen, die mit der Realität selten übereinstimmten.

 

So wies der tunesische Botschafter auch darauf hin, dass es bis heute keine bestätigten Angaben darüber gäbe, ob Tunesier an den Vorfällen in Köln Anfang Januar beteiligt waren. Die Medien würden hier nach wie vor ein anderes, für die Maghreb-Staaten besorgniserregendes, Bild zeichnen. Auf die anschließende gemeinsame Frage der Botschafter, ob Deutschland eine produktivere Rolle in der Flüchtlingskrise einnehmen könnte, antwortete die Beauftragte des Auswärtigen Amtes für Flucht und Migration, Beate Grzeski, mit einem aktuellen Bericht aus Ministeriumssicht.

 

In der anschließenden Diskussionsrunde betonten alle Botschafter noch einmal den Wunsch nach Verantwortung, Bildung und Partnerschaft. Die Präsidentin der DAS, Frau Dr. Eid, griff diese drei Punkte auf und beendete das Fachgespräch mit dem Ausblick auf weitere gute Zusammenarbeit mit den Maghreb-Staaten im Hinblick auf die Flüchtlingskrise.

mehr

Datum: 28.04.2016
Uhrzeit: 17:00 - 18:00
Ort: Deutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus (Eingang West) Konrad-Adenauer-Str. 1


12.04.
2016

Frühlingsempfang 2016

Der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Herr Johannes Singhammer MdB, und die Deutsche Afrika Stiftung luden am 12.04. zum Frühlingsempfang 2016 ein.

 

Wir freuten uns über die rege Teilnahme von Vertreterinnen und Vertretern des diplomatischen Corps der afrikanischen Staaten, von Mitgliedern des Bundestages sowie Partnern der Deutschen Afrika Stiftung.

mehr

Datum: 12.04.2016
Uhrzeit: 18:30
Ort: Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Deutscher Bundestag


07.04.
2016

Podiumsdiskussion mit dem Staatspräsidenten der Republik Kenia

PDF

Im besten Fall führt ein Besuch dazu, dass Gast und Gastgeber die Anschauungen und Perspektiven des anderen besser verstehen, Unterschiede erkennen und Parallelen finden, um Brücken zu schlagen. Unter diesem Stern stand auch die Diskussionsrunde mit dem Staatspräsidenten Uhuru Kenyatta in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft, veranstaltet von der Deutschen Afrika Stiftung.


Dabei ging es um die aktuelle politische Situation in Kenia und die Beziehung zu Deutschland. Nach einer Begrüßung der Präsidentin Dr. Uschi Eid, machte die Schirmherrin Kordula-Schulz Asche MdB auf den bestehenden parlamentarischen Austausch zwischen Kenia und dem Deutschen Bundestag aufmerksam, an dem sie selbst als stellvertretende Vorsitzende der Parlamentariergruppe Ostafrika mitwirkt. In Deutschland habe man solch umwälzenden politische Ereignisse, wie die Verfassungsänderung 2010 und die daraus resultierende Dezentralisierung deutlich positiv wahrgenommen. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit habe sich durch die neuen Wirtschaftsabkommen mit der EU weiter verstärkt. Außerdem wies Schulz-Asche auch darauf hin, dass Deutschland dieser Tage besser nachvollziehen könne, wie sich Kenia im Angesicht der vielen Flüchtenden im eigenen Land fühle.          


Diesen Punkt griff auch Georg Schmidt, Regionalbeauftragter für Subsahara-Afrika und Sahel im Auswärtigen Amt auf. Er sei beeindruckt von der enormen Zahl von Flüchtlingen, die Kenia aufnehme. Gleichzeitig verdeutlichte er, dass man in Deutschland, bei aller Aufmerksamkeit für Paris und Brüssel, auch Anteil nehme an den Gewalttaten, die Kenia in den letzten Jahren hätte erleiden müssen. Dabei sei es ganz natürlich, dass in schwierigen Zeiten auch eine schwierige Debatte entstehe. Das wisse man auch in Deutschland. Es gelte einen ständigen Balanceakt zwischen nationaler Sicherheit und dem Schutz des Individuums zu begehen. Lösungen könnten aber nur in einer offenen und freien Debatte entstehen.


Staatspräsident Uhruru Kenyatta erinnerte in seiner Rede daran, dass Deutschland das erste Land gewesen sei, dass den kenianischen Staat offiziell anerkannt habe und dass seitdem die Zusammenarbeit stets Früchte getragen habe. Dennoch sei es lange 18 Jahre her seit zuletzt ein Staatspräsident Kenias nach Deutschland gekommen sei. In diesen 18 Jahren habe sich viel getan: Die Verfassungsänderung von 2010 habe demokratische Rechte gefestigt, indem sie die Dezentralisierung vorangetrieben habe und die neuen 47 Regionen unabhängiger gemacht habe. Demokratische Rechte seien heute in seinem Land keine „Extras“ mehr, sondern wirkliche Rechte. Man gehe die Korruption stärker an als zuvor. Auch wirtschaftlich und sozialpolitisch habe sich vieles seither verbessert. So seien inzwischen über 90% der Schulen des Landes an das Elektrizitätsnetz angeschlossen und man arbeite mit Nachdruck daran, den Unterricht zu digitalisieren.


Eine der größten Herausforderungen, die sich seinem Land stelle, sei aber nach wie vor die destabile Lage in Somalia. Seit nunmehr 22 Jahren beherberge man große Zahlen an Flüchtenden aus dem Nachbarland und das obwohl Ressourcen jeglicher Art dafür immer knapp seien. Dabei verwies er auch auf die aktuelle europäische Krise und riet Deutschland zur Zusammenarbeit mit regionalen und internationalen Partnern, denn nur so lasse sich das Problem gemeinsam lösen.

 

Auf die Fragen, wie der Präsident mit der Menschenrechtssituation in den riesigen Flüchtlingslagern und den z.T. schweren Anschlägen sowie der Rolle der Medien bei solchen Ereignissen umgehe, erinnerte Kenyatta daran, dass radikale und gezielt gewalttätige Personen unter den Geflüchteten eine sehr, sehr kleine Gruppe darstellten. Dennoch seien es gerade diese Menschen, die angesichts der knappen Ressourcen dafür sorgten, dass eine ganze Gruppe von Menschen in Verruf geriete.

Dabei spiele auch das Verhalten der Presse eine bedeutende Rolle. Jedes Medium müsse sich bewusst sein, dass es eine enorme Verantwortung trage. Die Taten weniger Gewaltbereiter dürften nicht dramatisiert werden, weil dies das Klima der Angst verstärke und Angst sei wiederum der Nährboden für weitere Gewalt dieser Gruppen. Gleichzeitig wies Kenyatta auch auf die Schwierigkeiten hin, eine kleine gewaltsuchende Gruppe von Menschen angemessen zu kontrollieren, da man sich zwangsläufig fragen müsse, ab wann eine sicherheitspolitische Maßnahme eine Überreaktion auf Gewalt darstelle. In der derzeitigen Situation sei es deswegen wichtig auf die Meinungsführer, besonders die geistlichen, zuzugehen und ihnen klarzumachen, dass das Problem nur in enger Zusammenarbeit aller Institutionen zu lösen sei, schließlich dürfe man sich nicht auf reine Sicherheitsmaßnahmen verlassen. 
Auf eine weitere Publikumsfrage, die auf die Freiheit von (internationalen) zivilgesellschaftlichen Institutionen in Kenia zielte, entgegnete Kenyatta, dass das Land eine der lebhaftesten Medienlandschaften des gesamten Kontinents beherberge. Zugleich verlange er aber von NROs die gleiche Transparenz wie von Regierungsinstitutionen.

Im Anschluss an die Diskussion stellte sich der Staatspräsident dann einem Interview mit der Deutschen Welle und begab sich gleich darauf zu seinem nächsten Termin.

 

mehr

Datum: 07.04.2016
Uhrzeit: 16:30 Uhr
Ort: Deutsche Parlamentarische Gesellschaft


12.05.
2016

2. Runder Tisch Afrikas Wirtschaft im Fokus

PDF

Finanzierung von Projekten in Afrika durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit – Chance für die deutsche Wirtschaft?

 

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat für das kommende Jahr erhebliche Mittel zur Finanzierung von Projekten in Subsahara-Afrika zugesagt. Das beinhaltet auch Großprojekte im Bereich Infrastruktur, Gesundheit, Energie, Bildung und anderen Sektoren, die meist von  der KfW Bankengruppe umgesetzt werden. Deutsche Unternehmen haben in der Vergangenheit an  diesen, durch Steuergelder finanzierten Projekten, mit wechselhaftem Engagement und Erfolg teilgenommen. Wie kann eine Partizipation der deutschen Wirtschaft gesteigert werden? Müssen die bestehenden Finanzierungsinstrumente verstärkt den Bedürfnissen des deutschen Mittelstandes angepasst werden?  Wie können Synergien geschaffen werden zwischen dem entwicklungspolitischen Ansatz der KfW und dem Interesse der deutschen Wirtschaft? Wie unterstützen die deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) in diesem Zusammenhang? Wie kann ein engerer Austausch von Unternehmen, Verbänden, BMZ, KfW und politischen Akteuren sichergestellt werden?  

 

Diese und andere Fragen wurden beim zweiten Runden Tisch 2016 der Deutschen Afrika Stiftung und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK e. V.) diskutiert. Der Runde Tisch bot Gelegenheit zum Austausch mit den Referierenden, Unternehmen und Abgeordneten.

 

mehr

Datum: 12.05.2016
Uhrzeit: 18:30
Ort: Deutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus


17.03.
2016

Quo Vadis? German-Namibian relations 2016 and beyond

PDF

Am Donnerstag, 17. März 2016 lud die Deutsche Afrika Stiftung gemeinsam mit der Deutsch-Namibischen Gesellschaft zu einer Diskussion mit dem neuen namibischen Botschafter, S.E. Andreas B.D. Guibeb, in die Deutsche Parlamentarische Gesellschaft ein.

 

Nach Grußworten durch den Präsidenten der Deutsch-Namibischen Gesellschaft, Herrn Klaus A. Hess, und die Präsidentin der Deutschen Afrika Stiftung, Frau Dr. Uschi Eid, wendete sich Botschafter S.E. Andreas B.D. Guibeb direkt an das Publikum. Anschließend bot der Buffetempfang die Möglichkeit sich im informellen Rahmen persönlich auszutauschen.

 

mehr

Datum: 17.03.2016
Uhrzeit: 18:30
Ort: Deutsche Parlamentarische Gesellschaft, Zugang über Dorotheenstr. 100, 10117 Berlin


25.02.
2016

1. Runder Tisch Afrikas Wirtschaft im Fokus

Unter der Schirmherrschaft von MdB Andreas Lämmel (CDU), veranstaltete die Deutsche Afrika Stiftung und der DIHK am Donnerstag, den 25.02.2016 einen Runden Tisch im Bundestag zum Thema „Wirtschaftliche Entwicklung Afrikas als Beitrag zur Fluchtursachenbekämpfung?". Dabei gaben die Leiter der Auslandshandelskammern/Delegationen der Deutschen Wirtschaft aus Ghana, Kenia und Südafrika aufschlussreiche Einblicke in das Thema aus ihrer jeweiligen Länderperspektive. Ergänzt wurden diese Beiträge durch den Hauptgeschäftsführer des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, Christoph Kannengießer.


Der nächste „Runde Tisch Wirtschaft" der DAS und des DIHK findet am 12.05.2016 zum Thema „Finanzierung von Projekten in Afrika" statt.

mehr

Datum: 25.02.2016
Uhrzeit: 18:30
Ort: Deutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus, Raum E 200


20.11.
2015

Empfang in der Residenz des tunesischen Botschafters

Nach einem vertraulichen Treffen mit Dr. Christoph Heusgen, dem außen- und sicherheitspolitischen Sprecher im Bundeskanzleramt, waren die tunesische Delegation um den Preisträger Houcine Abassi in die Residenz des neu akkreditierten tunesischen Botschafters S.E. Elyes Kasri geladen. Vorher verabschiedete Gabriele Groneberg, Mitglied des Deutschen Bundestages und Vize-Präsidentin der Deutschen Afrika Stiftung offiziell die tunesischen Gäste. In kleinem Rahmen tauschten sich die geladenen Besucher*innen in der Residenz über Tunesiens Zukunft aus und ließen die politischen Treffen Revue passieren.

 

Vom 18. bis 21. November 2015 besuchte der tunesische Gewerkschaftsführer und Friedensnobelpreisträger Houcine Abassi Berlin. Bundespräsident Joachim Gauck verlieh ihm im Namen der Deutschen Afrika Stiftung am 19. November den Deutschen Afrika-Preis. Begleitet wurde der Generalsekretär von einer 6-köpfigen Delegation, die ein dicht gestricktes Programm im Laufe der Tage absolvierte und eine Reihe wichtiger Vertreter*innen der deutschen Politik und Wirtschaft traf.

mehr

Datum: 20.11.2015
Uhrzeit: 18:00
Ort: Residenz des Botschafters von Tunesien


20.11.
2015

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion in der Friedrich-Ebert-Stiftung traf sich Houcine Abassi mit Vertreter*innen des BDI im Haus der Deutschen Wirtschaft. Bei dem Treffen ging es um eine deutsche Tarifpartnerschaft als Modell, das die Tunesier*innen, so Abassi, für den Weg zu einer stabilen Demokratie und prosperierenden Wirtschaft nutzen wollen, denn beides sei für eine Bewältigung der Sicherheitsprobleme unerlässlich. Matthias Wachter, Abteilungsleiter Sicherheit und Rohstoffe im BDI, betonte dabei erneut die Vorbildfunktion Tunesiens und das Interesse der deutschen Wirtschaft an einem engen Dialog mit der jungen Demokratie.

 

Vom 18. bis 21. November 2015 besuchte der tunesische Gewerkschaftsführer und Friedensnobelpreisträger Houcine Abassi Berlin. Bundespräsident Joachim Gauck verlieh ihm im Namen der Deutschen Afrika Stiftung am 19. November den Deutschen Afrika-Preis. Begleitet wurde der Generalsekretär von einer 6-köpfigen Delegation, die ein dicht gestricktes Programm im Laufe der Tage absolvierte und eine Reihe wichtiger Vertreter*innen der deutschen Politik und Wirtschaft traf.

mehr

Datum: 20.11.2015
Uhrzeit: 14:00
Ort: Haus der Deutschen Wirtschaft


19.11.
2015

Die Kunst des Dialogs - Zu Tisch mit Houcine Abassi

Beim Politischen Lunch in der Antica Lasagneria zu dem der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Christoph Strässer, der ebenfalls Vorstandsmitglied der Deutschen Afrika Stiftung ist, am Donnerstagmittag einlud, diskutierten Mitglieder der DAS sowie ausgewählte Repräsentant*innen der Politik und Wirtschaft mit den tunesischen Delegationsmitglieder und dem Preisträger die gegenwärtige Lage und Zukunft Tunesiens. Neben den afrikanischen Botschafter*innen und dem Jury-Präsidenten Dr. Volker Faigle war ebenfalls Georg Schmidt geladen, Regionalbeauftragter für Subsahara-Afrika und Sahel im Auswärtigen Amt, der in einer kurzen Ansprache die aktuelle Debatte über Geflüchtete aufgriff und den thematischen Bogen zu Migrationsbewegungen im nördlichen und südlichen Afrika spannte.

 

Vom 18. bis 21. November 2015 besuchte der tunesische Gewerkschaftsführer und Friedensnobelpreisträger Houcine Abassi Berlin. Bundespräsident Joachim Gauck verlieh ihm im Namen der Deutschen Afrika Stiftung am 19. November den Deutschen Afrika-Preis. Begleitet wurde der Generalsekretär von einer 6-köpfigen Delegation, die ein dicht gestricktes Programm im Laufe der Tage absolvierte und eine Reihe wichtiger Vertreter*innen der deutschen Politik und Wirtschaft traf.

mehr

Datum: 19.11.2015
Uhrzeit: 12:00
Ort: Antica Lasagneria


18.11.
2015

Houcine Abassi trifft Bundespräsidenten a.D. Horst Köhler

Vom 18. bis 21. November 2015 besuchte der tunesische Gewerkschaftsführer und Friedensnobelpreisträger Houcine Abassi Berlin. Bundespräsident Joachim Gauck verlieh ihm im Namen der Deutschen Afrika Stiftung am 19. November den Deutschen Afrika-Preis. Begleitet wurde der Generalsekretär von einer 6-köpfigen Delegation, die ein dicht gestricktes Programm im Laufe der Tage absolvierte und eine Reihe wichtiger Vertreter*innen der deutschen Politik und Wirtschaft traf.

 

Noch am Ankunftstag kam Houcine Abassi mit dem deutschen Bundespräsidenten a.D. Horst Köhler zum Abendessen zusammen. In kleinem Rahmen fanden beide Gesprächspartner schnell Gemeinsamkeiten und diskutierten aktuelle Fragen der Entwicklungspolitik, aber auch heikle Themen wie etwa die Terrorismusbekämpfung in Tunesien und in Europa. Köhler ermutigte den Preisträger, er möge sich seine ehrliche Direktheit, die er ihm gegenüber zeigte, bewahren und sich auch allen anderen Gesprächspartner*innen der kommenden Tage gegenüber offen zeigen und direkt ansprechen, was seine Gewerkschaft und sein Land für die weitere Stabilisierung des Friedens benötige.

mehr

Datum: 18.11.2015
Uhrzeit: 21:00
Ort: Berlin-Gendarmenmarkt


16.11.
2015

Die Manuskripte und Bibliotheken von Timbuktu: ein Bericht aus erster Hand

Gemeinsam mit den Moderatoren wird Haïdara über die bisherigen und gegenwärtigen Probleme beim Erhalt der berühmten Manuskripte diskutieren, die für die Geschichte Afrikas wie für die Geschichte der Menschheit von unschätzbarer Bedeutung sind.

Im Anschluss steht Dr. Haïdara dem Publikum für Fragen zur Verfügung.

Programm:


18:00 Uhr    Gespräch mit Dr. Abdel Kader Haïdara, SAVAMA-DCI

                    Moderation: Dr. Bondarev und T. Gerhäusser


19:30 Uhr    Empfang


                    R.S.V.P. bis Freitag, 13. November 2015
                    unter:manuscript-cultures(at)mailman.rrz.uni-hamburg.de

 

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Einladung.

 

Kooperationspartner: Universität Hamburg, Centre for the Study of Manuscript cultures, SAVAMA-DCI, Auswärtiges Amt, Gerda Henkel Stiftung, Jutta Vogel Stiftung

mehr

Datum: 16.11.2015
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Ort: Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg, Jägerstr. 1-3, 10117 Berlin


12.11.
2015

3. Runder Tisch: Afrikas Wirtschaft im Fokus

Relevante Thematiken in diesem Zusammenhang behandeln die Fragen: Wie stark wirkt sich die aktuelle Situation an den Rohstoffmärkten auf die Wirtschaft in diesen Ländern aus? Welche wirtschaftspolitische Agenda verfolgen die Regierungen aktuell? Welche Entwicklungen sind für die nächsten fünf bis zehn Jahren zu erwarten? Wo bieten sich konkrete Chancen für deutsche Unternehmen vor Ort?

 

Der dritte ''Runder Tisch – Afrikas Wirtschaft im Fokus'' soll diese Fragen diskutieren und bietet Gelegenheit zum Austausch mit Abgeordneten, Vertretern des AHK-Netzes und weiteren Experten auf dem Gebiet. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

 

Programm:

Begrüßung:

Andreas Lämmel, MdB, Mitglied des Vorstands der Deutschen Afrika Stiftung e.V.

Julia Arnold, Bereichsleiterin Internationale Märkte, DIHK

 

Diskussionsrunde mit:

Matthias Boddenberg, Geschäftsführer, AHK für das südliche Afrika

Ricardo Gerigk, Delegierter, Delegation der Deutschen Wirtschaft in Angola

 

Anschließend ein ''Get together'' mit Imbiss.

 

 

Aufgrund der Sicherheitsbestimmungen des Bundestages bitten wir Sie um Anmeldung bis zum 10. November 2015 unter Angabe von Namen und Geburtsdatum an anmeldung@deutsche-afrika-stiftung.de. Für den Einlass benötigen Sie Ihren Personalausweis.

Da die Kapazitäten begrenzt sind, werden Anmeldungen in Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt. 

 

mehr

Datum: 12.11.2015
Uhrzeit: 18:30 – 21:00 Uhr
Ort: Deutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus


10.9.
2015

Runder Tisch: Afrikas Wirtschaft im Fokus

Wie kann dieses Potenzial in konkrete Projekte münden? Was können Wirtschaft und Politik tun, um die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Subsahara-Afrika weiter vertiefen und ausbauen zu können?

Diese und andere Fragen sollen bei einem Runden Tisch von Abgeordneten, Vertretern des AHK-Netzes und Unternehmen diskutiert werden.

 

Programm:
Begrüßung:
Andreas Lämmel, MdB, Mitglied des Vorstands der Deutschen Afrika Stifung
Julia Arnold, Bereichsleiterin Internationale Märkte, DIHK


Diskussionsrunde mit:
Ingo Badoreck, Delegation der Deutschen Wirtschaft in Kenia
Dr. Michael Blank, Delegation der Deutschen Wirtschaft in Nigeria
Matthias Boddenberg, AHK für das Südliche Afrika
Ricardo Gerigk, Delegation der Deutschen Wirtschaft in Angola
Dr. Friedrich Kaufmann, AHK für das Südliche Afrika, Repräsentant Mosambik
Patrick Martens, Delegation der Deutschen Wirtschaft in Ghana

 

Aufgrund der Sicherheitsbestimmungen des Bundestages bitten wir Sie um Anmeldung bis zum 3. September 2015 unter Angabe von Namen und Geburtsdatum an anmeldung@deutsche-afrika-stiftung.de. Für den Einlass benötigen Sie Ihren Personalausweis.
Da die Kapazitäten begrenzt sind, werden Anmeldungen in Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt.

mehr

Datum: 10.9.2015
Uhrzeit: 18:30 Uhr
Ort: Deutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus


30.6.
2015

African Economic Outlook 2015

Anlass der Veranstaltung am 30. Juni war die Vorstellung des von der OECD und der Afrikanischen Entwicklungsbank erarbeiteten „African Economic Outlook 2015". Dieser bietet einen detaillierten Ausblick der wirtschaftlichen Entwicklung Afrikas um politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger*innen bei ihrer Arbeit zu unterstützen. In Vertretung der OECD und der Afrikanischen Entwicklungsbank stellten Henri-Bernard Solignac-Lecomte und Abede Shimeless den Bericht vor und zeichneten das Bild eines wirtschaftlich prosperierenden Kontinents. Sie gingen jedoch auch auf besondere Herausforderungen für die Entwicklung Afrikas, wie den Klimawandel, ein. Im Anschluss meldeten sich Repräsentant*innen der deutschen Wirtschaft zu Wort. Diese kommentierten den Bericht und betonten besonders die Bedeutung und das Potential des afrikanischen Kontinents für Europa und insbesondere für Deutschland, das Afrika beim Aufbau einer nachhaltigen Wirtschaft unterstützen könne.

mehr

Datum: 30.6.2015
Uhrzeit: 11:00 - 14:00 Uhr
Ort: Haus der Deutschen Wirtschaft, Berlin


30.6.
2015

Politische Funktionen von Erzähltraditionen

Die Germanisten Prof. Dr. Mensah Wekenon Tokponto und Dr. Sinseingnon Sagbo aus Benin sowie der ghanaische Theaterwissenschaftler Dr. Elias Asiama forschen im Bereich der Erzähltradition und sind für ihre Arbeiten vielfach ausgezeichnet worden. Ob klassisches Märchen oder zeitgenössische Theaterperformance – stets steht die Frage nach gesellschaftspolitischer Veränderung im Zentrum der Untersuchungen.

Welchen Einfluss haben Erzähltraditionen auf das Nationbuilding und auf die Frage der nationalen Identität? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Geschichten und Geschichte? Zerstören die neuen Medien die alte Erzählkunst in den Familien oder fördern sie sogar kreative Umgestaltungen?

Unter der Moderation von Prof. Dr. Bea Lundt (Europa-Universität Flensburg) diskutierten wir über „Politische Funktionen von Erzähltraditionen“ am Beispiel Westafrikas.

Im Anschluss an die Veranstaltung waren Sie herzlich dazu aufgefordert, mit uns und unseren Gästen ins Gespräch zu kommen.

 

mehr

Datum: 30.6.2015
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Ort: Deutsche Afrika Stiftung, Ziegelstr. 30, 10117 Berlin


23.6.
2015

ENTFÄLLT Lesung mit Chenjerai Hove: Eine Zeitreise durch Simbabwe

Chenjerai Hove zeichnet in seinen Werken ein umfassendes Bild der simbabwischen Gesellschaft von den Auswirkungen der Kolonialherrschaft über die Zeit des Befreiungskrieges bis hin zur jahrzehntelangen Herrschaft Robert Mugabes.

 

Wie andere Schriftsteller seiner Generation aus Simbabwe beschäftigt sich Hove viel mit der Frage einer nationalen Identität, denn durch die lange koloniale Herrschaft und den totalen Umbruch nach dem Befreiungskrieg ist eine solche so gut wie nicht vorhanden. In diesem Zusammenhang sucht er nach regionalen Werten und Traditionen, auf die eine moderne Staatlichkeit aufgebaut werden kann. Seinen gleichzeitigen Kampf für mehr Demokratie und Menschenrechte in seinem Heimatland musste er 2001 mit einem Leben im Exil bezahlen. Dieser andauernde Zustand hält ihn jedoch nicht davon ab, gesellschaftliche und politische Missstände weiterhin scharf zu kritisieren.

 

Für dieses umfassende Engagement wurde Hove bereits 2001 von der DAS mit dem Deutschen Afrika-Preis ausgezeichnet.

 

Chenjerai Hove liest Passagen aus verschiedenen seiner Texte und bettet diese in den jeweiligen politischen Kontext ein. Anschließend sind Sie herzlich eingeladen, hierzu mit dem Autoren ins Gespräch zu kommen.

 

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und findet ausschließlich auf Englisch statt.

 

 

 

mehr

Datum: 23.6.2015
Uhrzeit: 18:00 - 21:00 Uhr
Ort: Café im Literaturhaus Berlin, "Kaminraum", Fasanenstr. 23, 10179 Berlin


20.5.
2015

Im Gespräch mit Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt MdB

Am Mittwoch fanden sich zahlreiche Mitglieder des Bundestages und Vertreter*innen afrikanischer Botschaften, der Presse und Nichtregierungsorganisationen mit dem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, MdB zu einem gemeinsamen Dialog zusammen.

Nachdem das von der Deutschen Afrika Stiftung organisierte Gespräch von ihrer Vizepräsidentin, Frau Dr. Uschi Eid, eröffnet wurde, hielt Minister Schmidt einen Vortrag über die Schwerpunkte der Afrikapolitik seines Hauses und über die persönlichen Eindrücke seiner vergangenen Afrikabesuche. Er betonte in seinen Darlegungen besonders die gute Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die eine nachhaltige und effektive Unterstützung der afrikanischen Länder im Bereich der Landwirtschaft erst ermögliche. Des Weiteren betonte er die Brisanz des Themas Welternährung, und die herausgehobene Bedeutung der Landwirtschaft in Afrika. „Die Landwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil der Grundversorgung und des wirtschaftlichen Aufschwungs“ stellte der Minister, mit Bezug auf seinen kürzlichen Besuch in Sambia und Gespräche im Rahmen der „Expo of Ideas" in Mailand, dar. Wobei vor allem der Kampf gegen Nachernteverluste - immerhin bis zu 50% - aufgrund mangelnder Infrastruktur und Verarbeitungsketten ein Problem darstelle. Die gezielten Projekte seines Ministeriums zielen nun vor allem darauf ab diese strukturellen Probleme durch Wissenstransfer und internationale Kooperation zu beheben.

Im Anschluss bewies der Landwirtschaftsminister einmal mehr sein Interesse an dem afrikanischen Kontinent, indem er die Fragen des Plenums offen beantwortete, und auf die Fragen und Danksagungen der Botschafter in der jeweiligen Sprache antwortete. Besonders im Dialog mit dem Botschafter Togos, Prof. Kwami Christophe Dikenou, wurde sichtbar wie erfolgreich die Kooperation zwischen afrikanischen Ländern und deutschen Partnern wie GIZ oder KfW und dem Bundeslandwirtschaftsministerium seien kann, wobei der Minister noch einmal den zentralen Aspekt der Nachhaltigkeit bei der Förderung der Landwirtschaft betonte.

Weitere Informationen zu dem Gespräch mit dem Bundeslandwirtschaftsminister finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft!

mehr

Datum: 20.5.2015
Uhrzeit: 18:00 - 19:00 Uhr
Ort: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Eingang Französische Str. 2, 10117 Berlin, Großer Konferenzraum 2.E.040


28.4.
2015

In ihrer Reihe "Unter dem Baobab" lud die Deutsche Afrika Stiftung Rainer Wochele am 28. April zu einer Lesung aus seinem Buch "Der General und der Clown" nach Berlin ein. Das Buch thematisiert den Völkermord aus der Sicht der Hautfigur General John F. Geisreiter, einem Deutsch-Kanadier, der 1994 als Kommandeur der UN-Blauhelmgruppe in Ruanda fungiert und dort den Völkermord der Hutus an den Tutsis geschehen lassen muss.

Im sich an die Lesung anschließenden Gespräch mit I.E. Christine Nkulikiyinka, Botschafterin der Republik Ruanda, und der Vizepräsidentin der Deutschen Afrika Stiftung, Dr. Uschi Eid stellte Herr Wochele dar, wie sein Buch zustande kam, wie er seine Charaktere entwickelte und wie sein Interesse für das Thema Ruanda insgesamt geweckt wurde. Der Autor erzählte von seiner Betroffenheit, als er feststellte, dass ihm die Geschehnisse in Ruanda tatsächlich zunächst für Jahre unbekannt geblieben waren. Genau dies habe ihn motiviert, das Buch zu schreiben.

mehr

Datum: 28.4.2015
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Ort: Deutsche Afrika Stiftung, Ziegelstr. 30, 10117 Berlin


19.3.
2015

1.

Am 19. März hieß es zum ersten Mal „Runder Tisch: Afrikas Wirtschaft im Fokus". Nach der durchweg positiven Resonanz einer ähnlichen Veranstaltung im vergangenen Jahr, initiieren wir in diesem Jahr gemeinsam mit unseren Partnern vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) eine ganze Reihe mit demselben Prinzip.

Der erste Runde Tisch widmete sich Westafrika unter dem Titel: „Ghana und Nigeria – Westafrikanische Schwergewichte auf die Probe gestellt". Nach einer Begrüßung und Einführung in das Konzept durch Frank Heinrich, MdB – als freundliche Vertretung unseres Vorstandmitglieds Andreas Lämmel, MdB, der die Schirmherrschaft für diese komplette Reihe übernommen hat – begrüßte auch Julia Arnold für die DIHK. Im Anschluss gaben die Delegierten der Außenhandelskammern (AHK) aus Ghana, Patrick Martens und aus Nigeria, André Rönne einen Überblick über die aktuelle Lage in den Ländern. Herr Martens gab einen Ausblick für verschiedene Wirtschaftssektoren. Diese könnten auch für deutsche Firmen interessant sein, auch wenn das Wirtschaftswachstum in Ghana derzeit aufgrund des Verfalls der Rohstoffpreise gebremst würde. Dieser setze dem Land stark zu. Für Nigeria berichtete Herr Rönne von der aktuell angespannten Lage nach der Verschiebung der Wahlen vom Februar auf Ende März und im Kampf gegen Boko Haram. Auch Nigeria sei stark von sinkenden Rohstoffpreisen betroffen, da der Staatshaushalt nur bei einem Öl-Barrel-Preis von ca. 120 US-$ finanzierbar sei. Dennoch beinhalte die nominell größte Wirtschaft Afrikas ein großes Potential für deutsche Interessenten, so Rönne.

Im Anschluss an die Eingangsvorträge kam eine rege Diskussion mit dem Publikum bestehend aus Abgeordneten, Vertreter*innen aus Ministerien und Unternehmen und Mitgliedern der DAS zustande. Vor allem das Thema der dualen Ausbildung beschäftigte die Anwesenden. Gabriele Groneberg, Abgeordnete und Mitglied des DAS-Vorstandes, nutzte die Gelegenheit jedoch auch, um die Wirtschaftsvertreter*innen in ihrem Interesse an afrikanischen Märkten generell zu stärken. Sie betonte, dass es auch große Chancen für kleine und Familienunternehmen mit verlässlichen afrikanischen Partnern gäbe. Sie sollten nicht zu spät kommen, wenn der Markt bereits besetzt sei.

Bei einem kleinen Empfang wurden die angeregte Diskussion weitergeführt, neue Bekanntschaften geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht.

Am 10. September wird der 2. „Runde Tisch: Afrikas Wirtschaft im Fokus" mit Schwerpunkt auf das Östliche Afrika stattfinden.

mehr

Datum: 19.3.2015
Uhrzeit: 18:30 Uhr
Ort: Deutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus


2.3.
2015

Zu Gast - Nelson Mandela Foundation

Im Rahmen einer Reise nach Berlin und Brüssel statteten Dr. Mamphela Aletta Ramphele und Sello Hatang von der Nelson Mandela Foundation der DAS einen Besuch ab.

Beide Organisationen – die DAS wurde vertreten von den Vorstandsmitgliedern Dr. Uschi Eid und Marina Schuster – brachten sich in Bezug auf Kernthemen, Projekte, Herausforderungen und das politische Klima zunächst auf den neuesten Stand ihrer Arbeit.

Vor allem das Thema der politischen Bildung wurde diskutiert. Die Erfahrungen, die Deutschland gemacht habe, zuerst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und dann auch nach der Wiedervereinigung, könnten von besonderem Interesse für Südafrika sein, ließen sich doch zwischen den beiden Ländern durchaus Parallelen identifizieren. So wie in Deutschland nach dem Krieg, hätten auch in Südafrika viele Menschen, ganz unabhängig von ihrer Hautfarbe, vor 1994 nie in einer Demokratie gelebt. Und Deutschland habe nach dem Fall der Mauer einen gewaltigen Prozess angeregt, der bis heute andauere und dazu diene, eine Chancengleichheit zwischen Ost und West zu schaffen. Die Grundlagen hierfür seien auch in Südafrika gegeben, doch es fehle an zivilgesellschaftlichen Institutionen, um die fortschrittliche Verfassung wirklich zu leben, so Ramphele. Um die Menschen in ihren Köpfen zu erreichen und eine Veränderung zu bewirken, will sich die Nelson Mandela Foundation nun auf die Jugend fokussieren. Mit ihnen will man die Vergangenheit diskutieren und in eine bessere Zukunft blicken.

Die DAS und die Nelson Mandela Foundation stimmten überein, dass sie bei sich bietenden Möglichkeiten eng miteinander arbeiten wollen, um gemeinsam ihren Zielen näher zu kommen.

mehr

Datum: 2.3.2015
Uhrzeit: 10:00 Uhr
Ort: DAS, Ziegelstr. 30, 10117 Berlin


12.2.
2015

African Ambassadors' Dialogue with Business

Bereits zum dritten Mal wurde zum African Ambassadors' Dialogue with Business in das Haus der deutschen Wirtschaft eingeladen. Und auch in diesem Jahr fand die Veranstaltung wieder großen Anklang auf beiden Seiten.

In seinem Eröffnungsbeitrag ermutigte Stephan Steinlein, Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, die anwesenden Geschäftsleute, dass „Afrika Zeit und Investition wert" sei. Auch der Dean der Gruppe der afrikanischen Botschafter, Jean-Claude Bouyobart, Botschafter von Gabun, bestärkte dieses Potential der wirtschaftlichen Kooperation, das in einer starken deutsch-afrikanischen Beziehung stecke.

Für die Förderung ebendieser Partnerschaft diente der Nachmittag der Dialog-Plattform. Die über 80 Vertreter*innen afrikanischer Botschaften informierten hunderte deutsche Unternehmer*innen über die jeweiligen Märkte und das Investitionsklima. Dabei waren die vertretenen Interessen und Branchen ebenso divers wie der Kontinent selbst. Kontakte wurden geknüpft, Interesse geweckt, Partnerschaften vorangetrieben. Dennoch seien die Deutschen immer noch zu zurückhaltend, so eine Botschaftsvertreterin. „Wir wollen mit den deutschen Firmen arbeiten, aber ewig können wir nicht auf sie warten."

Der African Ambassadors' Dialogue with Business 2015 war sicher eine gute Gelegenheit, um deutschen Unternehmen Berührungsängste zu nehmen und die Zukunftsmöglichkeiten auf dem afrikanischen Kontinent aufzuzeigen.

Zur Bildergalerie der Veranstaltung gelangen Sie hier!

mehr

Datum: 12.2.2015
Uhrzeit: 10:00 Uhr
Ort: Haus der deutschen Wirtschaft, Breite Str. 29, 10178 Berlin


10.12.
2014

Workshop "Together against Ebola"

Der Workshop, organisiert von der Gruppe der Afrikanischen Botschafter in Berlin, unterschied sich deutlich von den Informationsveranstaltungen, die man derzeit häufig zu dem Thema Ebola besuchen kann. Die Inputs kamen von Verantwortlichen, die entweder vor Ort waren oder in Deutschland direkt in der Forschung beschäftigt sind. Vertreter von Gesundheits- und Hilfsorganisationen, der Pharmaindustrie und Forschung aber auch von der Presse gaben sachliche und erstaunlich ehrliche Meinungen zum aktuellen Stand ab. Neueste Nachrichten lieferte Walter Lindner, Ebola-Sonderbeauftragter der Bundesregierung, der tags zuvor aus Liberia zurückkam.


Dies forderte aber auch ein bereits sachkundiges Publikum, das größtenteils aus Botschaftern und Botschaftsangehörigen bestand, ein. In einer regen Diskussion wurde nach Ursachen gefragt, genauso wie nach dem Stand bezüglich einer erhofften Impfung. Alle Fragen zielten natürlich auf die Verhinderung weiterer Ausbrüche in anderen Ländern ab. Ein Vertreter der Pharmaindustrie ließ in Bezug auf den Impfstoff keine Hoffnung aufkommen, der ihm nach erst frühestens Ende 2015 zum Test kommen wird. Einig waren sich alle daher schnell, dass allein Bildung und Bewusstseinsbildung der Schlüssel im Kampf gegen die Infektionskrankheit sein kann. Auch bei rückläufigen Infektionsraten – was in Sierra Leone bisher noch nicht der Fall ist – darf daher die Hilfe nicht zu früh abgezogen werden. Während bisher nicht betroffene Länder sich mehr Unterstützung bei Präventionsmaßnahmen wünschen, forderten die Botschafter der am schlimmsten betroffenen Länder, Sierra Leone, Liberia und Guinea, den Aufbau einer Post-Ebola-Strategie. Bereits die jetzt stattfindende Hilfe sollte das Fundament eines nachhaltigen Konzeptes zur Förderung von Gesundheitsstrukturen bilden. Auch die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen müssten Berücksichtigung finden. Die Bereitschaft hierzu signalisierten auch anwesende NGO-Vertreter, die den Ebola-Sonderbeauftragten Lindner fragten, wann sie wieder zurück in die Länder könnten, um ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Dies sei noch nicht möglich, werde aber frühestmöglich bekannt gegeben. Diese Bereitschaft wirkt jedoch positiv gegen die derzeit stark verbreitete Stigmatisierung, nicht nur der betroffenen Länder, sondern aller afrikanischen Länder, da oft der ganze Kontinent in einen Topf geschmissen wird. Lindner warnte daher: „Isoliert Ebola, isoliert nicht die Länder!". Der Beitrag der Medien in diesem Negativtrend wurde ebenfalls diskutiert, doch auch Selbstkritik klang an. Auch ein informiertes Publikum wie das anwesende trage dazu bei, da man allzu häufig von Ebola in Westafrika rede, dabei seien so viele Länder der Region überhaupt nicht betroffen. Zudem solle man selbst mehr Engagement zeigen, sich die internationale Hilfe mehr aneignen und selbst weiterführen.


Abschließend wurde die Deklaration der Gruppe der afrikanischen Botschafter in Berlin zu dem Workshop verlesen.


Unterstützt wurde die Veranstaltung nicht nur von der Deutschen Afrika Stiftung, sondern auch von GHP – german healthcare partnership und der Sysmex Deutschland GmbH, in enger Zusammenarbeit mit und moderiert vom Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft.

mehr

Datum: 10.12.2014
Uhrzeit: 9:30 bis 14:30 Uhr
Ort: Ägyptische Botschaft, Stauffenbergstr. 6-7, 10785 Berlin


23.10.
2014

The Rainbow Intersection Berlin

PDF

Das in London gegründete Dialogform fand mit dem Fokus auf die Frage nach den Lebensrealitäten von LGBTI in Afrika als auch in Europa nun zum ersten Mal auch in Berlin, in den Räumlichkeiten des Best Western Premier Hotels Moa, statt. Prof. Dr. Susan Arndt von der Universität Bayreuth hielt zunächst einen Vortragüber die Wahrnehmung und historisch gewachsene Kategorisierung von Weißsein und Schwarzsein im christlich geprägten Raum. Anhand literarischer Beispiele zeigte sie eine abwertende und bisweilen verachtende Haltung im Bezug auf Schwarze Menschen auf und stellte diese der positiv wahrgenommen Position von Weißsein gegenüber.

In einer sich anschließenden Podiumsdiskussion wurden unterschiedliche Standpunkte im Kampf um die Gleichstellung aber auch im Umgang mit sexueller Orientierung deutlich. Als Transgender Aktivistin vertrat die Kenianerin Audrey Mbugua den Standpunkt, dass Homosexuelle und Transgender in Afrika aufgrund unterschiedlicher Lebensrealitäten einen unterschiedlichen Kampf zu kämpfen hätten. Als Atheistin argumentierte sie, dass wahrhafte Christen Homosexualität nicht befürworten könnten. Der einzige Deutsche in der Runde, Pfarrer Thorsten Kirschner, hielt dagegen und sprach von der Vereinbarkeit einer nicht heterosexuellen Orientierung mit der Kirche. Mit der Thematisierung der Hautfarbe mussten sich sowohl Kirschner als auch der Menschenrechtsaktivist Bisi Alimi erst dann auseinandersetzen, als sie die Grenzen ihres Landes verließen und aufgrund ihrer Hautfarbe zu der Minderheit in dem jeweils anderen Land gehörten. The Rainbow Intersection wurde moderiert vom Mitbegründer der gleichnamigen Veranstaltung, Ade Adeniji, der im Anschluss der Diskussion Zeit für Fragen ließ. Die etwa 90 Gäste ließen sich mitreißen von dem regen Schlagabtausch und blieben auch nach Ende der Veranstaltung noch zu weiterem Austausch bei Drinks und Snacks.

mehr

Datum: 23.10.2014
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Ort: Hotel Moa Berlin, Atrium, Stephanstraße 41, 10559 Berlin


14.10.
2014

Eröffnungsrede OSI-Vorlesungsreihe 2014/15 - Dr. Haidara

Dr. Abdel Haidara, einer der bedeutensten Archivare Malis und Träger des diesjährigen Deutschen Afrika-Preises, sprach zum Auftakt der jährlichen, öffentlichen Vorlesungsungsreihe, welche in diesem Jahr den  Titel "Afrika: Revolution – Stadt – Wahl" trägt, an der Freien Universität. Das Thema seines Vortrags lautete:  "Urbane Dimensionen: Timbuktu. Quelle kultureller Identität".


Sein Vortrag skizzierte die Krise in Mali 2012 als Chance, aber auch als Herausforderung, die Skripte zum Vorschein zu bringen und sie im gesellschaftlichen Diskurs zu manifestieren. Dr. Abdel Haidara stellte zunächst die Manuskripte und Ihre Bedeutung für die Malier_Innen, für Afrika und die gesamte Menschheit als Welterbe dar. In den Aufzeichnungen seien Kenntnisse verborgen, die durch Beispiele und Handlungsanleitungen zum friedlichen Zusammenleben der malischen Gesellschaft beitragen und eine Grundlage für zukünftige Friedensprojekte, Toleranz und Stabilität bilden können.

Haidara legte dazu beispielhaft Ereignisse aus der Geschichte zur Konfliktlösung, dem Umgang mit Fremden und zur Korruption dar.

 

Die Afrika Ringvorlesung ist eine Initiative des OSI Club e.V. und wird von der Deutschen Afrika Stiftung unterstützt.

 

Eine im Rahmen der Vorlesung 2013/2014 entstandene Publikation kann über die Stiftung bezogen werden.

mehr

Datum: 14.10.2014
Uhrzeit: 18:00-20:00 Uhr
Ort: Freie Universität, Otto-Suhr-Institut, Ihnestr. 21, 14195 Berlin


11.10.
2014

Hèrè Dòròn - Frieden und Entwicklung in Mali

Unter dem Motto „Hèrè Dòròn" (Bambara „nur Frieden") wurde am 11. Oktober im August-Bebel-Institut in Berlin über die aktuelle Situation in Mali diskutiert.


Gemeinsam mit Engagement Global und veranstaltet durch den Afrikanischen Muslimkreis (AMK e.V.) besetzte die Deutsche Afrika Stiftung ein Podium mit Experten aus Politik, Wissenschaft und NGOs, die die Entwicklung in Mali analysierten und anstehende Strategien hinterfragten.


Zunächst brachten die Vorträge von Faguimba Ibrahima Kansaye, Verteidigungsattaché der Botschaft Malis, Dr. Mahmoud Abdou Zouber, Berater des malischen Präsidenten und Dr. Salua Nour, Dozentin an der Freien Universität Berlin das Publikum auf den neuesten Stand der Entwicklungen im Land. Bernadette Schulz von der GIZ, Dr. Abdel Kader Haidara, Direktor der Mamma Haidara Memorial Library Timbuktu und Deutscher Afrika-Preisträger 2014 und Marcel Maiga, Generalsekretär des Conseil des Maliens de l'Exterieur d'Allemagne (CMEA e.V.) ordneten diese Geschehnisse in einen internationalen Kontext ein.


Immer wieder betonten die Teilnehmenden die Komplexität der Situation, die oft vor allem durch die Medien, vereinfacht dargestellt werde. Es gäbe weder DEN Norden noch DIE Tuareg, die Akteure seinen nicht einheitlich und stünden meist nur für eine Minderheit. Daher waren sich auch alle einig, dass dies einer ebenso vielschichtigen Lösung bedürfe. Die Einbindung der Zivilgesellschaft sei hierzu ein Schlüssel.


Doch über die genaue Rolle der Zivilgesellschaft konnten sie sich schon nicht mehr einigen. Während die einen der Meinung waren, dass sie bereits während der Verhandlungen – die nach einer Aussetzung seit September wieder angelaufen sind – die Richtung maßgeblich vorgegeben hat, sahen andere die Gruppen untereinander zu weit voneinander entfernt. Sie müssten zunächst einmal ihre Prioritäten klären, um sich gemeinsam an die Regierung zu wenden. Diese Homogenität fehle auch der Diaspora. Wenn sie zu einer Handlungseinheit würden, könnten sie viel Einfluss nehmen, da sie im Ausland oft mehr Zugang zu Informationen hätten als die Betroffenen vor Ort.


Über die internationalen Akteure wurde vorsichtiger, aber ebenfalls kontrovers diskutiert. Hier traf der Standpunkt, dass alte Hegemonialmächte nur um ihrer eigenen Interessen willen eingreifen und Mali in eine bestimmte Richtung drängen würden, auf die Meinung, nach der das Land internationale Hilfe im Kampf gegen die Terroristen, die Mali nie verlassen haben, brauche.


Im Anschluss wurde die Diskussion für das Publikum geöffnet. Unter anderem stellte ein in Berlin lebender Malier die Frage, warum man nicht ein Referendum über die Unabhängigkeit des sogenannten Azawad-Gebiets abhalte. An dieser Stelle wurde nochmals betont, dass es nicht so einfach sei, da die Separatisten keineswegs für alle Bewohner des nördlichen Mali sprechen. Auch seien nicht alle Tuareg für eine Abspaltung. Somit sahen die Diskutanten kein Ende des Konflikts durch ein Referendum, da sie davon ausgehen, dass die Rebellen ein Ergebnis zu ihren Ungunsten nicht akzeptieren würden.
Abschließend teilten sich die Diskutanten und Publikum in drei parallele Workshops auf, in denen bereits andiskutierte Themen vertieft und Strategien formuliert wurden.

 

mehr

Datum: 11.10.2014
Uhrzeit: 10:00 - 17:00 Uhr
Ort: ABI - August Bebel Institut, Müllerstr. 163,13353 Berlin


22.9.
2014

What`s on in Malawi - A review on current affairs

Am 22. September traf sich in der Deutschen Afrika Stiftung (DAS), die an Malawi interessierte Öffentlichkeit, sowie Fachkundige unterschiedlicher Bereiche. INISA e.V., die DAS e.V. und die Deutsch-Malawische Gesellschaft (D-Ma-G) initiierten die Veranstaltung und wurden von dem Vorstandsmitglied beider zuletzt genannten Vereine, Klaus A. Hess, eröffnet. Unter den Gästen befanden sich unter anderem der Geschäftsträger der Botschaft Malawis, Abgeordnete des Deutschen Bundestages und Zuständige des Auswärtigen Amtes. Die Moderation übernahm die D-Ma-G-Präsidentin Christiane Bertels-Heering.

 

Der Hauptredner Bischof Martin Mtumbuka berichtete über die aktuelle Situation in Malawi aus der Perspektive eines geistlichen Leiters. Beginnend mit einführenden Worten über die letzten drei Regierungen Malawis, die das Land bisher und aktuell regierten, vermittelte Mtumbuka ein überwiegend positives Bild seines Landes. Die Wahlen würden mehrheitlich ruhig verlaufen und die politischen Entscheidungen hätten den Menschen des Landes einen höheren Wohlstand, z.B. durch die Sicherstellung bezahlbarer Lebensmittel, gebracht. Dennoch sei es wichtig, dass die Regierung eine klare Richtung für den Kurs des Landes vorgebe und dann auch dabei bleibe. Die Bevölkerung Malawis wolle die Herausforderungen des Landes gerne anpacken, dies sei ihre Verantwortung, der sie sich stellen müsse und wolle. Als engagierter und optimistischer Botschafter seines Landes, der die Augen vor den aktuellen Herausforderungen nicht verschließt, schaut Mtumbuka optimistisch in die Zukunft und setzt seine Zuversicht auf die Bevölkerung Malawis.

 

Bei den anschließend gestellten Fragen zur der Bildungsdebatte bezüglich der Unterrichtssprache in den malawischen Grundschulen, sprach sich der Geistliche für die englische Sprache aus. Fundierte Englischkenntnisse verringerten den Rückstand von Schülern öffentlicher Schulen, gegenüber Privatschülern und verschafften gleichermaßen Zugang zu Universitäten und Jobchancen. In Malawi gewinne allerdings das Konzept zur Unterrichtung in den Muttersprachen mehr und mehr Befürworter. Weitere gestellte Fragen betrafen die Verbundenheit der Bevölkerung zu bestimmten Parteien aufgrund der ethnischen Herkunft ihrer Mitglieder, Landverteilung durch die Politik oder den Verlust von Know-How durch Abwanderung. Nach zwei Stunden regen Vortrages und dynamischer Debatte endete die Veranstaltung in einem weiteren Austausch zu gehörten Inhalten und über Persönliches.

mehr

Datum: 22.9.2014
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Ort: Deutsche Afrika Stiftung, Ziegelstr. 30, 10117 Berlin


15.09.
2014

Zu Gast: Wahldelegation aus Namibia, Südafrika und Botsuana

Der Einladung der Bundesrepublik Deutschland folgend, hat sich vom 10.-15. September 2014 eine Delegation aus der Republik Namibia mit den John Walters (Ombudsmann) und Prof. Paul Isaak (Direktor der Wahlkommission), der Republik Südafrika in Vertretung von Bongani Blessing Finca (Kommissar der Unabhängigen Wahlkommission) und Michael Sean Moriarty (Vorsitzender der Partei Democratic Alliance in der Provinz Gauteng) wie auch der Republik Botsuana, in Vertretung von Doreen Lame Serumula (Leitende Rechtsberaterin der Unabhängigen Wahlkommission) eingefunden, um über das Thema „Wahlrecht und Wahlbeobachtung" mit verschiedenen politischen Instanzen in Deutschland zu diskutieren.


Empfangen von der Vizepräsidentin Dr. Uschi Eid, sowie den Präsidiumsmitgliedern Klaus Hess, Dr. Michael Rabbow und dem Generalsekretär Elmar Frank, ergab sich während dieser Reise auch ein Gespräch mit der Deutschen Afrika Stiftung.


Anlässlich der Landtagswahlen im Land Brandenburg, an denen die Delegation am Tag zuvor beobachtend teilnehmen konnte, pendelte sich das Gespräch sehr schnell auf die bisher empfundenen Eindrücke der Reise ein. Vor allem die Herren aus Namibia empfanden die Wahlen als „too quiet" und zeigten sich erstaunt über die fehlenden Wahlbeobachter und die ausgebliebenen Ausschreitungen und Unruhen. Besonders beeindruckend fanden sie das komplette Vertrauen der Wähler in die durchgeführten Wahlen.


Im Laufe des weiteren Gespräches kam es zu einem regen Austausch zwischen den Damen und Herren über die politischen Systeme und Wahlvorgänge ihrer Länder mit jeweiligen Vor- und Nachteilen. Bestehende Probleme wurden diskutiert, begangene Fehler aus denen gelernt wurden benannt und zukünftige Innovationen wie zum Beispiel die Einführung elektronischer Wahlmaschinen in Namibia wurden vorgestellt. Untermalt von vielen persönlichen Anekdoten und der Betonung der guten Beziehungen zwischen afrikanischen Ländern und Deutschland, fand sich am Ende das Fazit: „mit Freunden wie euch an unserer Seite, braucht man wirklich keine Angst mehr vor Feinden haben".

mehr

Datum: 15.09.2014
Uhrzeit: 10:00 Uhr
Ort: DAS Konferenzraum, Ziegelstr. 30, 10117 Berlin


11.09.
2014

Roundtable „Chancen für die deutsche Wirtschaft in Ghana, Kenia und Nigeria“

Laut Weltbank ist Afrika der letzte Kontinent mit einem enormen Wachstumspotential der Märkte. Dies und mehr wurde am 11.9. an dem Roundtable „Chancen für die deutsche Wirtschaft in Ghana, Kenia und Nigeria" im deutschen Bundestag diskutiert. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Deutschen Afrika Stiftung (DAS) und dem Deutschen Industrie und Handelskammertag (DIHK). Andreas Lämmel, Mitglied des Deutschen Bundestags und Vorstandsmitglied der DAS öffnete mit den Worten: „Nur wenn es uns gelingt heute die Brücke zwischen dem Chancenkontinent Afrika und Deutschland zu bauen, werden morgen beide Seiten davon profitieren können."


Die Delegierten der deutschen Wirtschaft in Ghana, Kenia und Nigeria stellten die Potenziale der drei Länder dar. Ingo Badoreck sprach von dem konstanten kenianischen Wirtschaftswachstum, das auch auf die breite Aufstellung der Sektoren zurück zu führen sei. Der Industrie- und Tourismussektor verspräche besonders große Chancen. Patrick Martens betonte Ghanas kaufkräftige Mittelschicht und seine vergleichsweise guten Rahmenbedingungen in Bezug auf die Energieversorgung und Infrastruktur, sowie die ruhige politische Lage im Land. Fakten zu dem Standort Nigeria veranschaulichte André Rönne. Nigeria sei mehr als nur Erdölproduzent, seit 1999 diversifiziere das Land und sei neben dem weltgrößten Hirseproduzent auch der größte Markt für das südafrikanische Telekommunikationsunternehmen MTN.


Fragen seitens deutscher Unternehmer und Politiker zielten auf die Ebola-Epidemie, konkrete Zugangsmöglichkeiten zu bestimmten wirtschaftlichen Feldern, die Nachfragestrukturen in den Ländern und die strategische Positionierung Deutschlands bei dem Marktzugang in afrikanischen Ländern ab. Die Veranstaltung belebte den Dialog zwischen Landeskundigen der drei Länder, international agierenden deutschen Firmen und Vertreter der Bundestagsfraktionen.

mehr

Datum: 11.09.2014
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Ort: Deutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus


24.8.
2014

Interview: "Psychologischer Druck kaum aushaltbar"

Interview auf Deutschlandradio Kultur

 

Elmar Frank, Generalsekretär der Deutschen Afrika Stiftung zu der Ebola-Epidemie in Westafrika und den Auswirkungen der Berichterstattung auf das Afrikabild in Deutschland.

Hier geht es zum vollen Beitrag!

mehr

Datum: 24.8.2014


8.7.
2014

South Sudan Inside - Out: Rebooting the Peace

Anlässlich des dritten Jahrestages der Unabhängigkeit Südsudans am 9. Juli luden die Deutsche Afrika Stiftung und r0g – Agency for open culture and critical transformation einen Abend zuvor zur Diskussionsveranstaltung „South Sudan Inside-Out: Rebooting the Peace #DefyHateNow“ in den Senatssaal der Humboldt Universität Berlin. Der Fokus des Abends lag auf der Frage nach dem Einfluss der Diaspora sowohl auf die Konfliktverschärfung als auch auf dessen Überwindung und Verarbeitung.

 

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung und Vizepräsident der Deutschen Afrika Stiftung, Christoph Strässer, sprach in seiner einführenden Keynote zunächst über die Entwicklung des Südsudans seit 2005, die derzeitige politische Situation und, mit Blick auf die Gewaltausbrüche im Dezember 2013, mögliche Lösungsansätze zur Beilegung des Konflikts.

 

Unter der Moderation von Herr Dr. Volker Faigle, Beauftragter des Rates der EKD für den Sudan und Südsudan, diskutierte das Podium Vor- und Nachteile von modernen Kommunikationstechnologien. Die Besonderheit der Veranstaltung war ihr interaktiver Charakter. Nicht nur wurde der Abend live im Internet übertragen, auch konnten per Facebook und Twitter Fragen gestellt und Kommentare abgegeben werden.

 

Die junge Internetaktivistin und Bloggerin Sieta Majok konzentrierte sich in ihren Beiträgen auf online durch die Diaspora verbreitete Hassreden und Aufforderungen zur Gewalt. Unter dem Hashtag #DefyHateNow würden diese sichtbar und einige Kampagnen arbeiteten in positiver Weise dagegen. So etwa Kampagnen wie #ThingsILoveAboutSouthsudan, die ein positives Bild im Netz verbreiteten.

 

Bei der Erörterung der Gründe für den derzeitigen Konflikt sprach sich Achwil Biong Arop Kuol, Chargé d’Affairs der südsudanesischen Botschaft in Berlin, dafür aus, dass das im Mai verhandelte Friedensabkommen, welches auch von der Regierung vehement verfolgt und unterstützt worden sei, der Weg zum nachhaltigen Frieden jedoch von den Rebellen boykottiert werde. Der Grund des Konflikts sei ein Machtkampf und der übertriebene Ehrgeiz einiger Individuen. Daher brauche der Südsudan „Beobachter und Zeugen, die mitbekommen, was vor Ort passiert und sicherstellen, dass das Friedensabkommen ausreichend implementiert wird“.

 

Prof. Leben Nelson Moro, der am Zentrum für Friedens- und Entwicklungsstudien der Universität Juba lehrt, sah ebenfalls die Friedensgespräche als wegweisend an und die Regierung in der Pflicht, entsprechende Impulse zu senden.

 

Auch Marina Peter, die Gründerin des Vereins „Sudan Forum“, teilte seine grundsätzlich positive Einstellung zur Zukunft des Südsudan, brachte aber auch Kritik zur Sprache: „Wenn wir nicht wirklich verstehen, was vor Ort vor sich geht, dann können wir auch nicht zu einer Lösung beitragen.“ sagte sie. Sie glaube im Südsudan seien Fragen der Identität und des Nation-Building wichtig und rückte die Bedeutsamkeit der Aufarbeitung der Traumatisierung, unter der die Gesellschaft durch den langen Kampf zur Unabhängigkeit leide, in den Mittelpunkt: „Das ist für mich die größte Tragödie, die gleichzeitig die größte Herausforderung darstellt.“

mehr

Datum: 8.7.2014
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Ort: Humboldt-Universität, Senatssaal, Unter den Linden 6, 10117 Berlin


20.5.
2014

Africa-Day 2014

Der diesjährige AfricaDay, ausgerichtet von der Gruppe der afrikanischen Botschafter in der KfW Bank Berlin, nahm sich des Themas Frieden und Sicherheit an. Nach der Begrüßung durch den neuen Dean der Botschafter, Jean-Claude Bouyobart (Gabun) ging das Wort über zu Dr. Lassina Zerbo. Der Leiter der Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO) sprach zunächst über die Verantwortung vor allem der Vertreter der jeweiligen Länder, da ein Schlüssel zu Sicherheit eine enge Zusammenarbeit sei. Auf die Frage, ob Afrika bereit sei für nukleare Energie antworte Zerbo, dass es dafür Experten, Sicherheitsmaßnahmen, Disziplin und Good Governance brauche – somit sei alles gegeben in vielen Ländern. Die Entscheidung, ob sie nukleare Energie einführen  wollen oder nicht,  überlasse er aber allein den Regierungen. Die Kontrolle der Nutzung ist dann sein Bereich. Auf mehrere Nachfragen aus dem Publikum, ob nicht Solarenergie nicht wesentlich näher läge, erklärte Zerbo dem überraschten Zuhörern, dass schlichtweg die Technologie fehle. Die Solarpaneele aus Europa oder Asien seien der Hitze in Afrika nicht gewachsen und daher in kürzester Zeit kaputt.

183 Länder haben den Kernwaffenstopp-Vertrag bereits ratifiziert, zum In-Kraft-Treten müssen weltweit noch acht weitere Länder ratifizieren, darunter als einziges afrikanisches Land Ägypten. Seit 1996 laufen die Verhandlungen, parallel wird ein weltweites Kontrollnetz aufgebaut, ebenfalls ein Bedingung für die Wirksamkeit des Vertrages.

mehr

Datum: 20.5.2014
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Ort: KfW Niederlassung Berlin, Behrenstr. 33, 10117 Berlin


8.4.
2014

Zu Gast: Delegation aus Somaliland

"They want us to stay, but we want to succeed"
sagte stellvertretend für die gesamte Delegation aus Somaliland, die am 8. April zu einem Meinungsaustausch der Deutschen Afrika Stiftung einen Besuch abstatte der Vorsitzende der Oppositionspartei UCID, Faisal Ali Warabe.

Er spricht damit die schon fatale Situation an, dass obwohl es den einst rivalisierenden Familienclans im Norden Somalias gelungen ist durch Dialog und guten Willen die Rivalitäten und den Bürgerkrieg in ihrer Region zu beenden und damit das Land im Konsens zu einer lebendigen und zusehends prosperierenden Demokratie wachsen zu lassen, die internationale Anerkennung versagt bleibt, da die internationale Gemeinschaft einen Auftakt an Unabhängigkeitsbewegungen auf dem afrikanischen Kontinent fürchtet und einer Abspaltung von dem immer noch kriegsgeschüttelten Somalia verhindern will.

Das ehemalig Britisch-Somaliland vereinigte sich 1960 mit dem ehemaligen Italienisch-Somaliland zu Somalia um sich 1991 wieder von Somalia zu trennen, nachdem die Zerrissenheit des Landes in einem blutigen Bürgerkrieg zum Ausdruck kam und sich die vom Süden immer benachteiligt behandelt gefühlt habenden Familienclans Nordsomalias zusammenschlossen um die alte Trennung wieder herzustellen.
Seit dieser Zeit kämpft es für die internationale Anerkennung als eigenständiger Staat. Denn trotz politischer Stabilität und einer funktionierenden Demokratie in Somaliland befürwortet die internationale Gemeinschaft nach wie vor eine Vereinigung mit dem sich lange Zeit im Bürgerkrieg befindenden Somalia. Eine Anerkennung Somalilands als eigenständiger Staat könnte zum Präzedenzfall werden und Unabhängigkeitsbestrebungen anderer Gebiete nach sich ziehen, so die Befürchtung der internationalen Gemeinschaft. Dennoch zeigt das Beispiel Somalilands beispielhaft, wie durch Dialog Konflikte friedlich überwunden werden können und so die Grundlage für die Entwicklung eines Landes gelegt werden.

Die Delegation kam nach Berlin um über Herausforderungen und neue Perspektiven Somalilands zu diskutieren. Gekommen waren der Vorsitzende der Oppositionspartei "Justice and Welfare Party" (UCID) Faisal Ali Warabe, der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der Regierungspartei „Kulmye Party", Abdirahmann Abdulkadir, der Präsident der Privatuniversität „Golis University" Prof. Dr. Saeed A. Hassan, der Inhaber des Lehrstuhls für Engineering an der Golis University Prof Ivan Jackson sowie Mustafa Y. Ismail, der geschäftsführende Direktor der "President Egal Foundation", die sich für die Förderung von regionaler Zusammenarbeit am Horn von Afrika einsetzt.

Themen des Gesprächs mit der Deutschen Afrika Stiftung war die Förderung des wirtschaftlich noch schwachen Somalilands durch den Ausbau des Bildungssektors, des landwirtschaftlichen Sektors sowie erneuerbarer Energien, um die bisher erfolgreiche Entwicklung Somalilands seit der Abspaltung von Somalia fortzuführen.
Es wurde über mögliche Netzwerkbildung von Universitäten und Wissenschaftlern aus Somaliland und u.a. Deutschland diskutiert. Des Weiteren bekam die Deutsche Afrika Stiftung einen Einblick in bereits bestehende Strukturen der universitären Ausbildung in Somaliland. Der Wunsch, durch internationale Kooperation Bildung und Wissen im eigenen Land aus- und auf diese Weise den Braindrain in Somaliland zu beenden, wurde von allen Delegationsmitgliedern geteilt.

mehr

Datum: 8.4.2014
Uhrzeit: 14:00 Uhr
Ort: DAS-Konferenzraum, Ziegelstr. 30, 10117 Berlin


5.3.
2014

Zu Gast: Tourismus-Delegation aus Burundi

Auf der Internationalen Tourismusmesse ITB Berlin präsentiert sich 2014 auch wieder Burundi. Zu diesem Anlass waren Marie-Rose Nizigiyimana (Minister of Trade, Industry, Post and Tourism), Carmen Nibigira (National Tourism Office), Anne-Lyse Bizindavyi (Chamber of Hotels and Tourism), Alexis Girukishaka (Investment Manager,) gemeinsam mit dem in Berlin ansässigen Botschafter Burundis, Edouard Bizimana zu Besuch bei der Deutschen Afrika Stiftung.

Das Angebot, das Burundi Reisenden bieten kann, ist reich, einzigartig und authentisch. "Selling Silence" ist ein Verkaufsargument in einer Zeit in der Stress, Hektik und Lärmpegel immer weiter ansteigen. Doch sind sich die Delegationsteilnehmer bewusst, dass sie noch am Anfang eines langen Weges stehen. Die Infrastruktur sei noch nicht überall entwickelt, dafür brauche es noch Investoren. Die für Burundi zu interessieren sei nicht leicht, viele sehen noch immer die unruhigen Zeiten der Bürgerkriege vor sich. Diese seien jedoch vorbei, man schaue nur noch in die Zukunft.

Die Erwartungen an die deutsche Politik sind klar definiert: Die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes sollten überarbeitet werden. Die Sicherheitshinweise hätten schwerwiegenden Einfluss nicht nur auf Touristen, sondern vor allem auch auf Investoren und Versicherer.

Die Arbeit auf der burundischen Seite läge derweil in der Aufklärung der Bevölkerung. Ihr muss näher gebracht werden, was Tourismus für das Land bedeuten kann und was es dafür braucht.

Weitere Informationen finden Sie auch im DAS Interview mit Carmen Nibigira.

 

mehr

Datum: 5.3.2014
Uhrzeit: 16:00 Uhr
Ort: DAS-Konferenzraum, Ziegelstr. 30, 10117 Berlin


13.2.
2014

Kwibuka 20 - remember - unite - renew

Kwibuka (Kinyarwanda: ‚Erinnerung‘) ist das Motto des diesjährige Gedenken an den Genozid in Ruanda, der vor 20 Jahren stattfand. Zwei Jahrzehnte sind eine lange Zeit, dennoch sind die Ereignisse gleich wieder so präsent als seien sie gestern geschehen, sobald Bilder aus Fernsehen und Zeitungen mit Radiostimmen von damals zusammengetragen werden, wie in jenem Kurzfilm der den Einstieg zu der Veranstaltung in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft am 13. Februar herstellte. Über 150 Menschen, darunter zahlreiche Abgeordnete, Botschafter, Repräsentanten von Ministerien und Medien drängten sich in den Kaisersaal, gern wären sogar noch mehr gekommen, um den Toten wie auch den Überlebenden zu Gedenken.

Ruanda sei heute von einer aktiven Erinnerungskultur geprägt, ohne in der Vergangenheit zu verharren, betonte die Botschafterin I.E. Christine Nkulikiyinka. Die Ruander setzten auf einen bildungspolitischen Ansatz. Menschenrechte, Menschenwürde sowie das Recht auf Selbstbestimmung des Einzelnen würden den kommenden Generationen mitgegeben, und so die Grundlage für ein neues Ruanda geschaffen. Die Aufgabe der Versöhnung sei noch immer eine schwierige, Opfer und Täter lebten oft im gleichen Dorf, sie stammten nicht selten aus der gleichen Familie. Ruanda sei aber schon viel weiter als erwartet nach nur 20 Jahren, so Wolfgang Blam, der 1994 als Arzt im Land war, doch in Sachen Gerechtigkeit und Transparenz sei noch viel zu tun. Seine Frau Jacqueline musste zunächst schwer um ihre Fassung kämpfen, als die Sprache auf ihre eigene Familie kam. Dann aber erzählte sie, dass alle Angehörigen vor ihren Augen getötet wurden. Sie wünsche sich heute eine Politik, die ein Zusammenleben ohne Gruppenzugehörigkeit fördere. Für diesen Weg sagte Ehrengast Ulla Schmidt, Bundesministerin a.D. alle mögliche Unterstützung seitens der deutschen Politik zu.

Abschließend wurde die Kwibuka-Fackel auf die Reise geschickt. So wie in Ruanda wird sie in verschiedenen Städten in Deutschland halt machen und ein Sinnbild für Erinnerung und Hoffnung sein.

mehr

Datum: 13.2.2014
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Ort: Deutsche Parlamentarische Gesellschaft, Friedrich-Ebert-Platz 2, 10117 Berlin


13.2.
2014

African Ambassadors' Dialogue with Business 2014

"Wir sollten nicht den Anschluss verpassen!" - So kann das Credo der 2. Botschafterkonferenz „2014 African Ambassadors' Dialogue with Business", die am 13. Februar im Haus der Deutschen Wirtschaft stattfand, resümiert werden.
Die einen sprachen dies als Mahnung aus, die anderen als Befürchtung, doch die Botschaft scheint angekommen zu sein bei den mehr als 350 angemeldeten Wirtschaftsvertretern: Die afrikanische Märkte entwickeln sich schnell, das Interesse an einem deutschen Partner ist immens, nun ist die deutsche Wirtschaft an der Reihe diese Zusammenarbeit einzugehen.
Jürgen E. Schrempp, Vorsitzender von SAFRI, zeigte sich erstaunt über die Kurzsichtigkeit der deutschen Wirtschaft und forderte sie zu mehr Mut auf- „Warum warten wir, vorsichtig und konservativ, bevor wir einen Schritt auf einen afrikanischen Markt wagen?" Auch der Ehrengast, H.E. Robert Dussey, Außenminister der Republik Togo sagte eindringlich, dass er sich eine Kooperation zwischen seinem Land und der deutschen Wirtschaft wünsche, er könnte und würde jedoch nicht ewig warten.
Die weiteren Eröffnungsreden, gehalten von Georg Fichtner (Vorstandsmitglied der DIHK), Dieter Haller (Leiter der Abteilung Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung im Auswärtigen Amt) und dem Doyen der afrikanischen Botschafter, S.E. E. Comla Paka gingen in die gleiche Richtung: „Für viele Investoren und Geschäftsleute aus dem Privatsektor bedeutet es ein zu großes Risiko, in Afrika zu investieren. Aber das größte Risiko wäre wohl, in Zukunft nicht in Afrika präsent zu sein.", so der Botschafter von Togo.
Eine erste Möglichkeit der Annäherung bot diese Konferenz, als nach den Reden über 40 Botschaften mit 90 Repräsentanten an Ländertischen bereit für den Dialog und konkrete Fragen waren. Für intensivere Gespräche wurden einzelne Räume angeboten. Mit Sicherheit wird diese Plattform fortgesetzt, bereits ein Jahr nach dem Start hat sich dieses deutsch-afrikanische Wirtschaftsforum zu einer stark nachgefragten und hochkarätigen Veranstaltung entwickelt.

mehr

Datum: 13.2.2014
Uhrzeit: 11:00 Uhr
Ort: Haus der Deutschen Wirtschaft, Breite Str. 29, 10178 Berlin


11.2.
2014

Zu Gast: S.E. Robert Dussey, Außenminister Togo

Anlässlich der 2. Botschafterkonferenz im Haus der deutschen Wirtschaft kam der togoische Außenminister Robert Dussey nach Deutschland. Am 11. Februar gab es bereits für einige Vertreter der deutschen Politik, Medien und Wirtschaft die Gelegenheit eines Kennenlernens bei einem Abendessen im Kaisersaal-Komplex am Potsdamer Platz, Gastgeberin war die Deutsche Afrika Stiftung.

Thematisiert wurden die Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit, vor allem im Bereich des Infrastrukturaufbaus. Togo hat klare Vorstellungen, Erwartungen und Bedingungen an einen Partner, wie der Außenminister klar machte, andere Länder seien an Kooperationen sehr interessiert. Sein Land würde daher nicht ewig auf Angebote aus Deutschland warten, auch wenn es durchaus ein bevorzugter Handelspartner sei.

 

mehr

Datum: 11.2.2014
Uhrzeit: 19:00 Uhr
Ort: Kaisersaal am Potsdamer Platz


30.1.
2014

Zu Gast: Wirtschaftsdelegation aus Simbabwe

Die Reise der 8-köpfigen Wirtschaftsdelegation aus Simbabwe führte Geschäftsführer von internationalen Unternehmen in nur sechs Tagen durch ebenso viele europäische Länder. Sie fanden jedoch die Zeit für ein Gespräch mit dem DAS e.V.-Schatzmeister Andreas Lämmel, MdB (CDU) und dem Generalsekretär Elmar Frank im Deutschen Bundestag.
Explizite Fragen wurden seitens der Simbabwer gestellt, zum Beispiel nach konkreten politischen Maßnahmen, die deutsche Investoren motivieren könnten ihr Interesse auf Afrika bzw. Simbabwe zu richten oder nach einer zentralen Datenbank für interessierte Investoren.
Von deutscher Seite wurde betont, dass eine effektive Rechtsstaatlichkeit ein wesentliches Kriterium eines jeden Staates sei, um Vertrauen bei potentiellen Investoren zu schaffen. Positiv vermerkt wurden die jüngsten Aussagen zur Korruptionsbekämpfung und die Notwendigkeit nun diesen konkrete Taten folgen zu lassen. Die neue Verfassung sei begrüßenswert und ihre Umsetzung werde auch dazu beitragen ein investitionsfreundlicheres Klima zu schaffen. Eine gesteigerte Transparenz im Umgang mit Naturressourcen und Umweltschutz sei ebenfalls ein die deutsche Wirtschaft immer stärker interessierendes Thema. Zudem wurden die positiven Entwicklungen im Bereich der Frauenrechte unterstrichen, verbunden mit dem Wunsch die Rolle der zivilgesellschaftlichen Organisationen auch in anderen Gebieten zu stärken.
Im Fokus der Delegation standen zwei Botschaften: Zum einen sei Simbabwe bereit und offen für Wirtschaft und Investoren. Und die richtige Zeit sei jetzt! Das Land sei stark, in einer positiven Entwicklung und eine Pforte in viele andere Länder. Zum anderen nutzte die Delegation die Gelegenheit auf die scharfen EU-Restriktionen hinzuweisen, die hemmend auf die simbabwische Wirtschaft wirke, und so den Menschen schade.
Am Ende kamen alle Teilnehmer beider Seiten überein, dass eine Zusammenarbeit der Länder ein großes Potential mit sich bringt, vor allem was deutsche Technik im simbabwischen Minensektor anbelangt.

mehr

Datum: 30.1.2014
Uhrzeit: 13:30 Uhr
Ort: Deutscher Bundestag, Platz der Republik 1, 11011 Berlin


17.12.
2013

Adebisi Alimi

Kurz vor der Winterpause zeigte Bisi Alimi anhand von verschiedenen Quellen und Beispielen, dass Homosexualität ebenso zur sexuellen Identität im vorkolonialen Nigeria gehörte wie Heterosexualität.

Alimi eröffnete seinen Vortrag mit dem zunehmenden Anteil der Nigerianer_innen in London. Mittlerweile komme einer von vier Menschen in London (ursprünglich) aus Nigeria. Viele von ihnen sahen sich aus politischen Gründen dazu gezwungen, ihr Heimatland zu verlassen. Homosexualität zählt zu diesen politischen Gründen.

Anschließend verwies Alimi auf die ausgeprägte Religiosität der nigerianischen Gesellschaft, die über die Verfassung hinweg darüber entscheide, was "richtig" und was "falsch" sei, und im Allgemeinen eine homosexuelle Orientierung nicht akzeptiere. Es würde argumentiert, dass Homosexualität nicht Teil der nigerianischen Kultur sei, die sich aus der Bibel heraus begründe. Alimi machte im Hinblick auf diese Argumentation darauf aufmerksam, dass den Nigerianer_innen diese christliche Kultur während der Kolonialzeit aufgezwängt und die „tatsächliche" nigerianische Identität infolgedessen ausgelöscht worden war.

In dieser vorkolonialen nigerianischen Identität sei Sexualität nicht nur heterosexuell, sondern gleichzeitig auch homosexuell gewesen. Dies zeige sich vor allem in der vorkolonialen Sprache und Kunst, die versteckte Phallus-Symbolik und transvestitische Kleidung enthielten. Weibliche Tänze wurden auch von Männern getanzt und die Grenzen zwischen Weiblichkeit und Männlichkeit waren im Allgemeinen verschwommen.

Dies veränderte sich als im Zuge der Kolonialisierung Heterosexualität zur Norm der menschlichen Sexualität erklärt und damit begründet wurde, dass sie als einzige Orientierung der „Natur des Menschen“ entspreche und die Reproduktion ermögliche. Im Gegensatz zum vorkolonialen Nigeria wurden von nun an gleichgeschlechtliche Sexualität und „weibliche“ Verhaltensmuster bei Männern sanktioniert, so Alimi.

Mithilfe von westlicher Schulbildung, Religion und homophoben Gesetzen wurde die Heteronormativität in der nigerianischen Gesellschaft während der Kolonialzeit in dem Maße verbreitet, dass sie auch nach der Unabhängigkeit fortbestand. Wie anfangs erwähnt, werden religiöse Schriften in diesem Zusammenhang als Grundstein der Kultur und Identität gesehen und die „Kultur der Geschichtsbücher“ ignoriert.

 

Die Afrika Ringvorlesung ist eine Initiative des OSI Club e.V. und wird von der Deutschen Afrika Stiftung unterstützt.

 

Eine im Rahmen der Vorlesung entstandene Publikation kann über die Stiftung bezogen werden.

mehr

Datum: 17.12.2013
Uhrzeit: 18:00-20:00 Uhr
Ort: Freie Universität, Otto-Suhr-Institut, Ihnestr. 21, 14195 Berlin


3.12.
2013

Minna Salami

Frauen in der Revolution lautete das Thema, mit dem Minna Salami sich am 3. Dezember in der Afrika-Ringvorlesung am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin beschäftigte.


Minna Salami, Gründerin und Herausgeberin des mehrfach ausgezeichneten Blogs "MsAfropolitan", begann ihren Vortrag mit einer persönlichen Geschichte, mit welcher sie zu verdeutlichen intendierte, dass der Begriff „Feminismus" in vielen Teilen der Gesellschaft negativ markiert sei. Feminismus sei als die Bewegung von Frauen in einer universellen und kontinuierlichen Revolution zu verstehen. Ihre Motivation als Feministin liege in ihrer Kindheit, die sie in Nigeria verbrachte. Während dieser Zeit lernte sie, dass hauptsächlich Männer mächtige Positionen besetzen und fand ihre geistige Heimat im Feminismus.


Heute sieht Minna Salami den Feminismus als eine globale Bewegung. Am Beispiel der liberianischen Präsidentin H.E. Ellen Johnson Sirleaf verdeutlichte Salami am Ende ihres Vortrags die bedeutende Rolle von Frauen in Führungspositionen, die für den Bedeutungsgewinn des Feminismus in der Gesellschaft heute essentiell sei. Sie kam zu dem Schluss, dass aufgrund seiner Errungenschaften der afrikanische heute den westlichen Feminismus beeinflusst.

 

Die Afrika Ringvorlesung ist eine Initiative des OSI Club e.V. und wird von der Deutschen Afrika Stiftung unterstützt.

 

Eine im Rahmen der Vorlesung entstandene Publikation kann über die Stiftung bezogen werden.

mehr

Datum: 3.12.2013
Uhrzeit: 18:00-20:00 Uhr
Ort: Freie Universität, Otto-Suhr-Institut, Ihnestr. 21, 14195 Berlin


12.11.
2013

Boniface Mwangi

 "Awakening Kenya: Challenging yesterday's political identity" lautete der Titel des Vortrags des vielfach ausgezeichneten Fotoaktivisten Boniface Mwangi, den er im Rahmen der jährlichen öffentlichen Ringvorlesung an der Freien Universität Berlin hielt. Im Winter 2013/2014 fand die Vorlesung unter dem Titel "Afrika: Identität der nächsten Generation" statt und fokussierte die Jugend auf dem Kontinent.

 

Den Einstieg bildete ein Film, der Mwangis Leben als Aktivist und Kritiker der kenianischen Regierung(en), seine Arbeit als Fotograf während der Unruhen 2007/08 sowie die öffentliche Wanderausstellung seiner fotografischen Arbeiten „Pitcha Mtaani“ zeigte. Im Anschluss erklärte er seine persönliche Motivation anhand einer Rekonstruktion der kenianischen Geschichte seit der Unabhängigkeit. Er machte dabei auf Machtstrukturen aufmerksam, die dem politischen System Kenias seit langer Zeit zugrunde liegen und bis heute die politische Landschaft des Landes prägen.

 

Eine der interessantesten Fragen in der sich an den Vortrag anschließenden Diskussion war wohl, was Mwangi anders machen würde, wäre er selbst morgen Präsident in Kenia. Seine Antwort enthielt von einer Umstrukturierung des Parlaments bis zur Verbesserung der Infrastruktur eine lange Liste von Veränderung, welche er durchsetzen wollen würde. Mit dieser Antwort beschrieb Mwangi auch seine Vorstellung eines „erwachten“ Kenias. Hier würde es nicht mehr nur einer ausgewählten Elite gut gehen, konstruierte ethnische Zugehörigkeiten wären nicht mehr konfliktschürend und Kenias Bürger_innen würden aktiv am politischen Prozess teilnehmen und ihre Repräsentant_innen in Frage stellen.

 

Die Afrika Ringvorlesung ist eine Initiative des OSI Club e.V. und wird von der Deutschen Afrika Stiftung unterstützt.

 

Eine im Rahmen der Vorlesung entstandene Publikation kann über die Stiftung bezogen werden.

mehr

Datum: 12.11.2013
Uhrzeit: 18:00-20:00 Uhr
Ort: Freie Universität, Otto-Suhr-Institut, Ihnestr. 21, 14195 Berlin


6.9.
2013

Africa's Rise in The Economist's Eyes

Während die bekannte britische Wochenzeitung The Economist Afrika noch im Jahr 2000 als verlorenen Kontinent bezeichnete, so klang das im Jahr 2013 plötzlich deutlich anders:

 

Im März titelte die Zeitung nun „Africa Rising“ und widmete dieser These einen Spezialreport. Oliver August attestierte Afrika darin eine hoffnungsfrohe Zukunft.

 

Unter der Moderation von Rene Gradwohl disuktierte der Autor am 6. September mit dem ghanaischen Sozialwissenschaftler Dr. Yaw Ofosu-Kusi und dem nigerianischen Blogger Japheth Omojuwa wie realistisch dieses Bild sei und ob es sich nicht eher um einen medialen Hype handle, der wenig mit der Realität vor Ort zu tun habe und letztendlich Afrika und seinen Menschen eher schade.

 

Haben wir es in Afrika tatsächlich mit einer Zeitenwende zu tun, welche die internationalen Beziehungen nachhaltig verändern wird? Das Podium fand in einer kontroversen Debatte zahlreiche Argumente für und gegen diese These und konnte sich bis zuletzt nicht zu einer gemeinsamen Position durchringen.

 

 

 

 

 

mehr

Datum: 6.9.2013
Uhrzeit: 16:30 Uhr
Ort: DAS Konferenzraum, Ziegelstr. 30, 10117 Berlin


18.4.
2013

Worte finden! Trauma überwinden? - Lesung mit Esther Mujawayo

Die Worte wieder zu finden fiel den Zuhörern zunächst gar nicht einfach. Nach der Lesung von Esther Mujawayo, die verschiedene Passagen aus ihrem Buch „Survivantes" (Dt. Titel „Ein Leben mehr") am 18. April in dem Konferenzsaal der Deutschen Afrika Stiftung e.V. vorlas, blieb es erst einmal still. Sicherlich hatten alle sich bereits einmal mindestens mit dem Thema des Genozids in Ruanda im April 1994 beschäftigt. Auch die Schweigeminute, von der ruandischen Botschafterin I.E. Christine Nkulikiyinka gemeinsam mit dem Publikum eingelegt, hat alle Anwesenden daran erinnert, welch schwertragende Opfer dieses Massaker gefordert hatte. Und doch hat Esther Mujawayo vielen vielleicht zum ersten Mal nah bringen können, was dies für eine Betroffene wirklich bedeutet. Ihre Passagen, die den Neuaufbau des Lebens, den Wahnsinn der Fakten, die Vorstellungskraft übersteigende Grausamkeit und vieles mehr zum Thema hatten, waren in ihren Worten so schlicht wie eindringlich, so schonungslos wie auch sensibel, dass es jeden Zuhörer berührt hat.

Esther Mujawayo hat durch den Genozid ihren Mann und unzählige Familienangehörige verloren. Sie selbst konnte sich und ihre drei Töchter retten. Kein Jahr nach der Ermordung von mehreren hunderttausend Tutsis und oppositionellen Hutus gründete sie zusammen mit anderen Witwen die Organisation AVEGA (Association des veuves du génocide d'Avril, auf deutsch: Vereinigung der Witwen des Völkermords vom April 1994). Dies war „eine spontane Reaktion auf die Bedürfnisse" wie sie sagt. Es gab nicht nur viele Witwen, auch zahlreiche Kinder waren elternlos geworden. Doch nicht nur sie brauchten die Unterstützung von Avega. Die Organisation kämpfte auch um die Aufmerksamkeit der Politik für die Opfer von Vergewaltigungen, die dadurch mit Aids infiziert wurden. Denn im Gegensatz zu den Tätern, die im Gefängnis die überlebenswichtige Medikation erhielten, bekamen diese Frauen keinerlei Unterstützung. Seit der Veröffentlichung ihres Buches 2004 hat sich daran glücklicherweise etwas geändert, so dass auch die Opfer nun kostenlosen Zugang zu der Dreifachtherapie bekommen. In den Jahren seit ihrem ersten Buch hat Esther Mujawayo vielen afrikanischen Vertriebenen in ihrer Arbeit als Trauma Therapeutin im Psychosozialem Zentrum für Flüchtlinge Düsseldorf geholfen und konnte so an diesem Abend von persönlichen Schicksalen berichten.

Besonders interessiert war das Publikum daran, wie das Zusammenleben der Tutsi und Hutu heute funktioniert. Wie kam es zu diesem Miteinander? Besteht die Gefahr, dass sich die Ereignisse noch einmal wiederholen?

Für eine Vielzahl der Anwesenden war es überraschend zu hören, dass es im Alltag eigentlich keine Trennung der Ethnien gibt, die Situation sei sehr komplex. Mujawayo erklärte, dass die Ethnie vom Vater an die Kinder weitergegeben wird und „Mischehen" schon immer geläufig waren. So kommt es, dass in fast jeder Familie Hutu und Tutsi zusammenleben und daher die große Mehrheit aller Familien Opfer zu beklagen haben. Doch auch die Täter gehören zu den Familien. So leben seit damals die Opfer neben den Tätern, sie sind durch Familienbande, Nachbarschaft und andere Umständen wie etwa Handel voneinander abhängig und sind so mit der Zeit wieder zusammengewachsen. Die Wunden heilen noch immer, doch habe dieses alltägliche Zusammenleben und die Möglichkeit – gegeben durch die juristische Aufarbeitung - die Leichen ihrer Angehörigen zu finden und angemessen zu bestatten, dazu beigetragen, dass Ruanda sich auf einem guten Weg zu einem dauerhaften Frieden befinde – auch wenn der Weg noch lang sei. Dazu brauche es auch eine gute Innenpolitik, wie sie das Land jetzt habe. Seit 1994 wurde viel getan, um das Thema der verschiedenen Ethnien weniger zu politisieren. Die Angabe der Ethnie wurde aus dem Pass genommen, auch auf Zeugnissen oder Bewerbungen wird sie nicht mehr gemacht. Das Thema der Versöhnung bleibt auch 19 Jahre nach dem Genozid auf der Tagesordnung und eingerichtete nationale Fonds unterstützen die Opfer. Bei diesem Thema klagt Esther Mujawayo die internationale Gesellschaft stark an. Sie habe weder eingegriffen als die Entwicklungen zu dem Genozid aus Sicht der Autorin eindeutig waren, noch geholfen das Massaker schnellstmöglich zu beenden – im Gegensatz die UNO habe sich damals aus dem Land zurückgezogen. Und noch heute fragt Esther sich, wo die internationale Gesellschaft sei und wann sie bereit sei einen Beitrag zu leisten im Sinne einer Reparation. Die Fonds Ruandas reichen nicht aus, um den Menschen, die mit ihren Kindern ihre Altersvorsorge verloren haben und den Waisen den Genozids zu helfen. Auch eine Organisation wie Avega hat nur begrenzte Mittel. Mit Kampagnen wie „Eine Kuh für jede Witwe" versuchen sie neue Lebensgrundlagen zu schaffen, die den Frauen auch ihre Hoffnung zurückgeben. Doch weiterführende Hilfe erwartet Esther Mujawayo außerhalb Ruandas.

Sie wird sich dafür einsetzen, dass der Dialog weitergeführt wird. Denn darin ist sie sich mit der Botschafterin einig, nur wenn man über die Erlebnisse spricht, kann man sie überwinden und nur so geraten die Opfer nicht in Vergessenheit.

Es sei die positive Art von Esther Mujawayo, mit der sie in die Zukunft schaut, für die sie die Botschafterin bewundere. Die Art, mit der sie sich sagt, es sei aus einem stinkigen Misthaufen aus dem der Dünger gemacht ist, aus dem Neues wächst. So sehe sie das auch für ihr Land. Und für die Einstellung, die sehr viele Ruander teilen: Sie sind in erster Linie Ruander und erst dann Tutsi oder Hutu.

 

mehr

Datum: 18.4.2013
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Ort: DAS Konferenzraum, Ziegelstr. 30, 10117 Berlin


12.3.
2013

Frauen unter dem Baobab

Am 12. März lud die Deutsche Afrika Stiftung e.V. abends zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe ein: Vor etwa 40 Gästen trafen sich vier Frauen aus verschiedenen afrikanischen Regionen zu einer Gesprächsrunde unter einem weitgereisten Baobab Baum – der ganze Stolz der Stiftung. Mit diesem Abend stellte sich das neuaufgestellte DAS-Team vor und öffnete erstmals die Türen zu den neuen Räumlichkeiten.
Sitona Abdalla Osman (Südsudan), Christine Nkulikiyinka (Ruanda), Aridja Frank (Togo) und Marianne Ballé (Kamerun) trafen sich "außer Amt" und unterhielten sich in familiärer Atmosphäre über ihre persönlichen Erfahrungen als Frauen in afrikanischen Gesellschaften, über ihre Bildung, über Heirat, Gewalt an Frauen, Vereinbarkeit von Moderne und Tradition und Frauenrechte. Gastgeberin war Uschi Eid.
Alle vier Frauen genossen eine hervorragende Bildung und entsprechen dadurch so gar nicht dem deutschen Afrikabild, stellte Uschi eingangs fest. Wie selbstverständlich sei denn eigentlich solch eine Bildung? Da waren sich alle schnell einig, dass sie – zumindest zu ihrer Zeit – in einer privilegierten Position gewesen seien.
Christine erinnerte sich, dass ihrem Vater vor allem die Bildung der Mädchen am Herzen lag: sie sollten selbstständig werden. Normal war das nicht. Die schnelle Heirat war vielen anderen Familien wichtiger. Junge Heirat, weil es oftmals hieß: „Wenn die Frau zur Schule gegangen ist, wird sie auf dem Kopf ihres Mannes sitzen", erklärte auch Marianne schmunzelnd. Aber das sei doch ein Paradox, lachte Sitona: Denn je gebildeter das Mädchen, desto höher die indirekte Mitgift. Mehr Kühe gebe es übrigens auch für besonders weiße Zähne.
Und schon war die Runde aufgelockert und teilte gern Persönliches mit den Gästen: Aridja erinnerte sich genau an den Kampf um Gleichberechtigung mit ihren Brüdern. Die Mädchen der polygamen Familie mussten zusätzlich zu den Schularbeiten auch im Haushalt helfen – die Jungs nicht. Nach Rebellion der Töchter, mit viel „trouble", entschied die Familiensitzung, sie zu unterstützen.
Einigkeit herrschte auch über die Wichtigkeit, in der Stadt aufzuwachsen. Wie in Deutschland für das „katholische Arbeitermädchen vom Lande", sei es auch in afrikanischen Ländern vor allem in ländlichen Gegenden schwer an Bildung zu gelangen. Sitona erzählte, dass ihr Ehemann einen Schulweg von einer Woche gehabt habe und seine Eltern so gut wie nie sah. Die Mädchen wären da gleich zu Hause geblieben.
Der Vater war bei den Frauen eine wichtige Figur und trieb die Bildung voran. Aber auch die Mutter hatte natürlich eine zentrale Rolle. Sie sei Leitfigur für die meisten Mädchen, meinte Sitona, sie bereite sie auf das Leben in der Gesellschaft vor. Das kann sich jedoch auch negativ auswirken: Im Nordsudan zum Beispiel sei die Vorstellung unter Müttern verbreitet, ihre Mädchen durch Genitalverstümmelung vor außerehelichem Sex zu schützen. Im Süden sei das nicht der Fall, wie es denn bei den anderen wäre, fragte sie. Dazu fiel Christine eine Anekdote aus Deutschland ein: Denn in Ruanda gebe es solche Praktiken nicht. Bei der Geburt ihrer Tochter in Deutschland jedoch, meinte die Ärztin nachdrücklich, sie solle die Tochter ja nicht beschneiden lassen! Weil man das ja „überall in Afrika so mache". Ein Schlüsselerlebnis, über das sie heute nur noch leise lächeln kann.
Eine besondere Herausforderung sei, fand Aridja, solche Traditionen zu überwinden. Gleichzeitig jedoch wertvolle Traditionen heute nicht gänzlich aufzugeben, sondern diese reflektierend einzubinden. Gerade in der Erziehung. Auch in modernen Familien wird versucht, Traditionen aufrecht zu erhalten: Ihre Mutter stand immer hundert Prozent hinter ihrem Mann, erzählte Christine: Sie habe alles für ihn gemacht. Im Hinterzimmer jedoch riet sie ihren Töchtern mit einem Zwinkern diesen „Fehler" nicht zu wiederholen.
Anschließend unterhielten sich die Frauen über die Auswirkungen der ersten Menstruation auf die Schulbildung. 12 % aller Mädchen würden deswegen vorzeitig die Schule abbrechen. Der Grund sei ganz banal: Fehlende geschlechtergetrennte Toiletten in vielen Schulen. Überhaupt sei diese Phase besonders entscheidend. Aridja erklärte, dass viele Mütter ihre Töchter während der Menstruation zu Hause, „bei sich", behalten wollten. In Ruanda kollidierten diese Fehlzeiten mit der eingeführten Schulpflicht. Da schlug Uschi dem Publikum vor: „Wenn Sie von Deutschland finanzierte Projekte in Afrika besuchen – schauen Sie sich einfach mal die Klos an! Sie werden Ihr blaues Wunder erleben!"
Bei den anschließenden Fragen aus dem Publikum an die „geballte Frauenpower unter dem Baobab" stand Gewalt gegen Frauen im Mittelpunkt und führte zu angeregten Diskussionen. Es sei wichtig zu betonen, dass es ein internationales Problem sei, erklärte Sitona. Gesetze seien zwar wichtig, viel entscheidender jedoch sei es, Strukturen aufzubauen, um vor allem Opfern häuslicher Gewalt direkte Hilfe zukommen zu lassen. Große Anerkennung erfuhr Ruandas fortgeschrittener Einsatz im Kampf gegen häusliche Gewalt und für Gleichstellung. Marianne stellte mit Nachdruck fest: Es müsse noch viel in der Gesellschaft und den Köpfen -vor allem der Männer - passieren. Gewalt an Frauen sei eine Schande und müsse als solche auch wahrgenommen werden! Einig war man sich darüber, dass Frauen aller Generationen vermehrt zusammentreten, sich austauschen und sich nicht von der Gesellschaft individualisieren lassen sollten.

Fest stand: Solche Gespräche sollte es grundsätzlich öfter geben! Und das ist auch geplant, denn das war nur der Anfang: Die DAS wird auch in Zukunft dazu einladen, wenn sich Personen „unter dem Baobab" über aktuellen Themen austauschen.

mehr

Datum: 12.3. 2013
Uhrzeit: 18:00 Uhr
Ort: DAS Konferenzraum, Ziegelstr. 30, 10117 Berlin


DAS Newsletter

DAS Pressemeldungen DAS Pressespiegel Veranstaltungen

 

Nutzungsbedingungen