KW 40: Unabhängige Entscheidungen

Pressespiegel vom 29.09.2017 bis 06.10.2017

 

Englischsprachige Regionen Kameruns erklären ihre Unabhängigkeit

 

Erst vor fünf Wochen entließ Kameruns Präsident Paul Biya führende Vertreter der anglophonen Zivilbevölkerungen aus dem Gefängnis. Am 1. Oktober, dem Tag der Wiedervereinigung, stand Kamerun nun alles andere als friedlich und vereint da. Die anglophonen Regionen im Westen des Landes verkündeten ihre Unabhängigkeit, und riefen symbolisch die Republik Ambazonia" aus. Der Name leitet sich aus der Ortsbezeichnung Ambas Bay ab, welcher als die natürliche Grenze in Kamerun zwischen den anglophonen und frankophonen Regionen angesehen wird. Selbsternannter „Präsident“ dieser neuen Republik ist Sisiku Ayuk, ein ehemaliger leitender Angestellter des Telekommunikationsunternehmen Cisco. Infolge der Unabhängigkeitserklärung kam es zu Demonstrationen und gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Militär und Separatisten, bei denen mindestens 17 Menschen ums Leben kamen.  In den westlichen Regionen wurde der Ausnahmezustand verhängt. Seit über einem Jahr protestieren englischsprachige Kameruner gegen Benachteiligung durch die französischsprachige Zentralregierung und für einen föderalen Staat. Die englischsprachigen Kameruner machen etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Nach der Einschränkung des Versammlungsrechts und der Internetverbindung im anglophonen Westen, sind die Ereignisse von letzter Woche ein weiterer Höhepunkt der angespannten Lage.

 

Tansanischer Präsident legt sein Gehalt offen

 

In einem weiteren Schritt zur Bekämpfung von Korruption und Intransparenz, legte Tansanias Präsident John Magufuli sein monatliches Gehalt offen. 4.008,- US Dollar verdiene er demnach monatlich und daran werde sich auch in Zukunft nichts ändern, verkündete Magufuli vor wenigen Tagen. Damit verdient der Präsident ein Drittel des Gehalts seines Vorgängers Jakaya Kikwete und ca. 3.000,- US Dollar weniger als ein Abgeordneter im Parlament des Nachbarlandes Kenia. Angesichts der vom Staat übernommenen Fixkosten des Präsidenten sehen viele Tansanier den Lohn immer noch als zu hoch an. Dennoch wird die Offenlegung als Schritt in die richtige Richtung gewertet und reiht sich ein in die lange Reihe von Antikorruptionsmaßnahmen, die Magufuli seit seinem Amtsantritt angestoßen hat. So entließ Magufuli bereits diverse Staatsbedienstete, darunter auch den Vorgesetzten der Anti-Korruptionskommission und den Chef der Steuerbehörde. Während der Präsident für seinen Kampf gegen Korruption große Zustimmung erfährt, steht er in der Kritik, zunehmend autoritär zu regieren und die Presse- und Informationsfreiheit einzuschränken. 

 

Und sonst?

 

Der Weltfußballverband FIFA hat im Zuge der afrikanischen Qualifikationsrunde für die Fußball-WM 2018 in Russland insgesamt neun afrikanischen Verbänden Strafgelder auferlegt. So erhielten unter anderem die Verbände Malis, Marokkos und Nigerias Geldstrafen im 5-stelligen Bereich, da es während ihrer Qualifikationsspiele zu massiven Ausschreitungen der jeweiligen Fangruppen kam. Aus regeltechnischer Sicht leistete sich Gabun den größten Fauxpas, da sie einen eigentlich gesperrten Spieler zum Einsatz brachten. Sportlich blieb dies jedoch ohne Folgen, da das Spiel ohnehin mit 0-3 gegen Côte d’Ivoire verloren wurde. Jedoch gab es am Wochenende für zwei Verbände auch gute Nachrichten zu vermelden: Nigeria und Ägypten führen ihre jeweiligen Gruppen uneinholbar an und sind damit bereits einen Spieltag vor Ende der Qualifikationsrunde sicher bei der WM 2018 dabei. 

Veranstaltungstipp

Anlässlich des Weltgesundheitsgipfels in Berlin läd die Initiative Südliches Afrika (INISA) und die Society for International Development (SID-Berlin) in Kooperation mit dem Berliner Afrikahaus am Donnerstag, 12. Oktober 2017, 19:00 – 21:00 Uhr im Berliner Afrikahaus (Bochumer Str. 25, 10555 Berlin) zum nächsten Berliner Afrikakreis ein.

Krankenversicherungen in Afrika – Der Weg zur Gesundheitsversorgung für Alle?
Referent: Heino Güllemann (Gesundheitswissenschaftler, Stiftung Umverteilen)
Diskutant: Frank Gries (Referent Bedarfsplanung, Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen)
Moderation: Dr. Sabine Blumstein (INISA e.V.)

Seit 2015 ist der allgemeine Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen (Universal Health Coverage) ein Sustainable Development Goal. Doch der Zugang zu medizinischer Versorgung stellt für viele Menschen in Afrika noch immer eine erhebliche finanzielle Herausforderung dar. Obwohl der Zusammenhang zwischen Gesundheit und ökonomischer Entwicklung seit langem bekannt ist, wurden in vielen afrikanischen Staaten die öffentlichen Gesundheitsbudgets gekürzt.
2014 wurden wieder 60% der Gesundheitsausgaben in Sub-Sahara Afrika als Barzahlungen durch Patienten geleistet. Eine einzelne Erkrankung besitzt das Potential, eine ganze Familie in die Armutsfalle zu führen. Vor diesem Hintergrund wird in immer mehr Ländern über die Einführung gesetzlicher Krankenversicherungen diskutiert. Doch welches Potential besitzen diese Versicherungen wirklich und wie können sie nachhaltig finanziert werden?

Datum/Zeit: 12.10.2017, 19:00 - 21:00 Uhr

Ort:  Berliner Afrikahaus, Bochumer Str. 25, 10555 Berlin

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